In einem Klassenraum im Schadow-Gymnasium steht ein Luftreiniger, der die Corona-Infektionsgefahr während des Unterrichts senken soll.
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In einem Klassenraum im Schadow-Gymnasium steht ein Luftreiniger, der die Corona-Infektionsgefahr während des Unterrichts senken soll. Auch herkömmliche Luftfilter für den Hausgebrauch entfalten Wirkung gegen Coronaviren.

Mobile Raumluftreiniger

Corona-Luftfilter bei Stiftung Warentest: Diese Geräte filtern Viren aus der Raumluft

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Wer an Luftfilter gegen Coronaviren denkt, hat hochpreisige Prototypen im Kopf. Doch es gibt auch einfache Luftreiniger, die die Raumluft virenfrei halten.

  • Luftfilter, die die Luft in Räumen von Coronaviren befreien, sollen das Ansteckungsrisiko in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Kliniken senken.
  • Doch es ist noch nicht absehbar, bis derartige Gerätschaften in Masse produziert und eingesetzt werden können.
  • Die Stiftung Warentest hat jetzt handelsübliche Luftfilter dahingehend geprüft, ob sie die Luft von Coronaviren befreien können. Die Ergebnisse überraschen, allerdings gibt es einen Haken.

Geschlossene Räume bieten dem Coronavirus perfekte Bedingungen. Je häufiger gelüftet wird, desto niedriger das Corona-Ansteckungsrisiko. Doch bei klirrender Kälte ist das Lüften so eine Sache. Die viel diskutierte Lösung: Luftfilter, die die Luft von Viren befreien und so Lüften überflüssig machen. Erste Prototypen für den Hausgebrauch gibt es schon*, in Masse werden diese allerdings noch nicht produziert. Doch was ist mit den unzähligen Luftreinigern, die es bereits auf dem Markt gibt? Diese Frage hat sich auch die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest gestellt und prüfte verschiedene Luftfilter auf ihre Filterleistung.

Bereits 2020 hat die Stiftung Warentest sieben Luftreiniger geprüft, darunter Produkte der Marken Philips, Rowenta, Dyson und Beurer. „Die drei besten davon haben wir Ende 2020 einem Corona-Nachtest unterzogen und geklärt: Können sie auch Viren aus der Luft filtern?“, heißt es auf den Seiten der Stiftung Warentest. Bei den drei Testsiegern handelte es sich um folgende Produkte:

  • AC2889/10 von Philips (werblicher Link): mittlerer Ladenpreis: 350,00 Euro, Qualitätsurteil gut (2,4)
  • Airfresh Clean Connect 500 von Soehnle: mittlerer Ladenpreis: 249,00 Euro, Qualitätsurteil gut (2,5)
  • Intense Pure Air Connect PU6080 von Rowenta: mittlerer Ladenpreis: 320,00 Euro, Qualitätsurteil befriedigend (2,6)

Virenfreie Räume durch Luftfilter: „Nach 20 Minuten (sind) die meisten Aerosol­partikel mit 0,12 Mikro­meter Durch­messer weg“

Um herauszufinden, wie gut die Viren-Filtrierung funktioniert, wurden die Geräte mit feinsten Aerosol-Partikeln konfrontiert: schwebende Tröpfchen mit einem Durchmesser von 0,12 bis 1 Millionstel Meter. Das Virus Sars-CoV-2 selbst misst etwa 0,12 Millionstel Meter – 500 Coronaviren neben­einander sind test.de zufolge ungefähr so dick wie ein Haar. Im Neuzustand filterten die getesteten Geräte Partikel in Virengröße ähnlich gut, allerdings altern sie unterschiedlich schnell.

Zu Beginn und auf Maximalstufe eingestellt, konnten alle drei Geräte Partikel in Virengröße herausfiltern. Diese blieben in den Fasern des Filters hängen. „Umge­rechnet auf einen Raum mit 16 Quadrat­metern Grund­fläche, 2,5 Meter Höhe und damit 40 Kubik­meter Raumvolumen sind nach 20 Minuten die meisten Aerosol­partikel mit 0,12 Mikro­meter Durch­messer weg: bei Philips und Rowenta je 95 Prozent, beim Soehnle 90 Prozent“, so das Stiftung-Warentest-Ergebnis. Allerdings büßen die Luftreiniger mit der Zeit an Leistung ein: Vor allem beim Soehnle-Produkt müsse der Filter häufig gewechselt werden, um eine dauerhafte Virenreduzierung zu gewährleisten. Und die Filter sind mit Kosten verbunden – im Soehnle-Fall kostet ein neuer Filter knapp 40 Euro. Das Resümee der Stiftung Warentest: „Wer einen kleinen Raum nach Gebrauch, etwa nach einem Besuch, filtern will, ist mit dem Philips gut bedient“. Ein Restrisiko bliebe allerdings. Und für größere Räume wie ein Klassenzimmer wäre ein einzelner getesteter Luftfilter zu klein. Die Verbraucherzentrale rät: Wenn Sie einen mobilen Luftreiniger verwenden, sollte er mit einem HEPA-Filter ausgestattet sein, die Reinigungsleistung des Gerätes muss zur Raumgröße und Personenzahl passen und es muss gut im Raum platziert werden. (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Zum Luftfilter-Vergleich

Weiterlesen: Haupttreiber der Pandemie: Wo sich die meisten Menschen mit Covid-19 anstecken.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
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HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
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Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
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Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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