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Corona: Kritik an Lauterbach wegen Impfung für Jüngere – „Habe ich nie gesagt“

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Von: Jasmin Farah

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Der Bundesgesundheitsminister empfiehlt jetzt eine 2. Booster-Impfung und warnt vor einer neuen Corona-Welle im Herbst. Doch es herrscht Verwirrung.

Corona macht dieses Jahr keine „Sommerpause“ so wie in den vergangenen beiden Jahren. Stattdessen warnt das Robert Koch-Institut (RKI), dass der Omikron-Subtyp BA.5, der aktuell grassiert, noch aggressiver sein soll. Demnach klagen Infizierte oftmals über erhebliche Beschwerden, wie etwa hohes Fieber. Aus diesem Grund warnt auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) schon seit Längerem, dass eine erneute Corona-Welle im Herbst drohe. Dafür erntet er heftige Kritik, die CDU wirft ihm sogar Panikmache vor. Schließlich gehen aktuell die Corona-Zahlen wieder zurück.

Corona: Harte Kritik an Lauterbach wegen 4. Impfung für Jüngere

Das sei „ein Grund zur Freude“, aber „trotzdem kein Grund zur Entwarnung“, erklärt hingegen Lauterbach, zumal die Dunkelziffer der Infektionen steige. Mitte Juli hatte er sich deshalb in einem Spiegel-Interview für eine zweite Booster-Impfung ausgesprochen, die er auch „in Absprache natürlich mit dem Hausarzt auch Jüngeren die Impfung“ empfehle. Doch die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt diese hingegen nur für Menschen über 70 Jahre sowie Risikogruppen. Das hat für Aufruhr gesorgt.

Eine ältere Frau wird geimpft
Die zweite Corona-Auffrischimpfung wird vor allem älteren und immunschwachen Menschen empfohlen. © George Christophorou/Imago

Doch nun rudert der Bundesgesundheitsminister zurück. Im „heute journal“ (ZDF) erklärt er: „Ich habe nie gesagt, dass alle jüngeren Leute sich jetzt impfen lassen sollen. Das ist einfach falsch.“ Und stellt richtig, dass er sich dabei konkret auch auf Risikopatienten bei den unter 60-Jährigen beziehe. Diese sollen ihm zufolge nicht auf die angepassten Omikron-Impfstoffe warten, die ab Herbst erwartet werden.

Demnach betont er gegenüber dem ZDF nochmals eindringlich, dass Abwarten „für diejenigen, die jetzt im Risiko stehen, einfach falsch“ sei. Gesunde, jüngere Menschen könnten sich indes noch etwas gedulden und sich dann mit den neuen Impfstoffen behandeln lassen, erklärt er weiter. „Alle, die die Grundimmunisierung haben, müssen sich keine Sorge machen“, erklärt auch Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Die Empfehlung der Stiko sei die richtige.

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Corona: Bringt Maskenpflicht im Herbst neue Probleme?

Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat zudem kürzlich das neue Infektionsschutzgesetz präsentiert, dessen Maßnahmen ebenfalls auf Kritik der Opposition gestoßen sind. Diese sehen unter anderem vor, dass die Maskenpflicht in Innenräumen für getestete, frisch geimpfte und frisch genesene Menschen wieder zurückkehren könnte. „Frisch“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine Corona-Infektion oder Impfung nicht länger als drei Monate her sein darf.

Allerdings sei es Experten zufolge schwer, das nachweisen bzw. kontrollieren zu wollen, weshalb es unter anderem von Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, als nicht alltagstauglich eingestuft wird. Auch Virologe Hendrik Streeck warnt davor, dass sich Deutschland angesichts der neuen Maßnahmen je nach Bundesland in einen „Flickenteppich“ verwandeln könnte. Daher brauche es klare Vorgaben für die Länder, fordert er. Die kommenden Wochen dürften also spannend werden – in jeder Hinsicht.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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