Eine Grippeimpfung kann einen schweren Corona-Verlauf verhindern. Sie ist jedoch kein Ersatz für die Corona-Impfung.
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Eine Grippeimpfung kann einen schweren Corona-Verlauf verhindern. Sie ist jedoch kein Ersatz für die Corona-Impfung.

Covid-19

Grippeimpfung kann schweren Corona-Verlauf verhindern

  • Marvin Ziegele
    VonMarvin Ziegele
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Schützt eine Grippeimpfung vor den Folgen einer Corona-Erkrankung? Forscher aus Miami haben eine klare Antwort auf diese Frage. 

Frankfurt – Immer mehr Menschen auf der Welt werden gegen das Coronavirus geimpft. Die gängigen Impfstoffe sollen schwere Verläufe mit Covid-19 verhindern. Ein Forschungsteam aus Miami bringt nun eine überraschende Kandidatin ins Spiel, die gegen schwere Verläufe schützen soll: die Grippeimpfung. Impfungen gegen die Grippe sollen auch einen positiven Effekt auf den Verlauf einer Infektion mit dem Coronavirus haben.

Die Forscherinnen und Forscher präsentierten ihre Erkenntnisse beim Europäischen Kongress für klinische Mikrobiologie und Infektionskrankheiten (ECCMID). Das Ergebnis verblüfft: Corona-Patienten, die vor ihrer Erkrankung eine Impfung gegen das Grippevirus erhalten hatten, mussten seltener auf Intensivstationen behandelt werden. Auch das Risiko von Schlaganfällen oder Venenthrombosen wurde verringert.

Grippeimpfung und Corona: Schutz vor schweren Folgen?

Die Forscher zeigen damit, dass eine frische Grippeimpfung zumindest vor den schlimmsten Folgen einer Covid-19-Erkrankung schützen kann. Der Grund dafür ist vermutlich eine unspezifische Immunabwehr, die die Impfung gegen das Grippevirus neben der spezifischen Immunabwehr auslöst. Das bedeutet: Das Immunsystem arbeitet nach der Impfung auf Hochtouren und kann eine Covid-19-Erkrankung damit besser abwehren. „Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Grippeimpfung das Immunsystem insgesamt anregt und so diese positiven Effekte mit sich bringt“, so der britische Infektionsforscher Peter Openshaw.

Die Studie des Forschungsteams auf Miami stützt sich auf anonymisierte Daten internationaler Corona-Patienten, etwa aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Italien und Israel. Konkret standen etwa 37.300 anonymisierte Patientinnen und Patienten mit Grippeimpfung gegenüber einer gleich großen Menge an Nicht-Geimpften.

Grippeimpfung kein Ersatz für Corona-Impfung

Das Forschungsteam um Susan Taghioff betonte, dass „die Impfung gegen das Influenza-Virus auf keinen Fall ein Ersatz für eine Corona-Impfung“ sei. „Wir appellieren an alle, sich, wenn möglich, gegen Covid-19 impfen zu lassen – nur das schützt zuverlässig.“ Da es jedoch noch Zeit brauche, bis Corona-Vakzine überall auf der Welt verfügbar seien, bietet die Grippeimpfung laut Taghioff jedoch einen zuverlässigen Teilschutz. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Tatsache, sich durch eine Impfung gegen die Grippe vor einer Doppelinfektion mit dem Influenza- und dem Coronavirus zu schützen.

Die Impfungen gegen das Coronavirus können auch für gesundheitliche Komplikationen sorgen. Die WHO hält einen Zusammenhang zwischen Herzmuskelentzündungen und der Corona-Impfung für wahrscheinlich. Wie hoch ist das Risiko? (Marvin Ziegele)

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