Pandemie

Coronavirus: Kann ein Mundschutz gegen Corona helfen? So denkt das Robert-Koch-Institut darüber

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Das Coronavirus geht in Deutschland um. Viele Menschen tragen deshalb Mundschutz. Doch hilft das gegen Corona? Das sagen Experten des RKI und der WHO.

  • Das Coronavirus verbreitet sich in Deutschland.
  • Viele Menschen tragen Mundschutz, um sich vor Corona zu schützen.
  • Ist das sinnvoll?

Seit geraumer Zeit verbreitet sich das Coronavirus, das Ende 2019 im chinesischen Wuhan ausgebrochen ist, auch in Deutschland. Ursprünglich hatte sich ein Mann im bayerischen Landkreis Landsberg bei einer Kollegin aus China infiziert. Die WHO hat mittlerweile eine Pandemie ausgerufen. 

Das hat zur Folge, dass das öffentliche Leben in Deutschland derzeit lahmgelegt ist. Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) strenge Schutzmaßnahmen angeordnet. In manchen Bundesländern gibt es aufgrund des Coronavirus Ausgangssperren. Außerdem herrscht wegen Corona ein Kontaktverbot. Dabei ist streng geregelt, wen man bei einem Kontaktverbot noch sehen darf.

Coronavirus in Deutschland: Taugt Mundschutz gegen Corona?

Menschen trugen bereits in der Öffentlichkeit Mundschutz, bevor sich Corona in Deutschland ausbreitete. Doch helfen Schutzmasken überhaupt gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus

Das glauben zumindest viele Menschen. Demnach wird Mundschutz in Apotheken „verstärkt nachgefragt“, erklärte Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände Ende Januar gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. 

Mundschutz und Corona: Das sind chirurgische Masken 

Schutzmasken unterscheiden sich. Mund-Nasen-Schutz (MNS), auch OP-Masken oder chirurgische Masken genannt, sind dünne Masken. Diese Masken haben eine Filterschicht, die zwischen zwei Stoffschichten eingebettet ist. 

Dadurch wird der Speichel, zum Beispiel bei einem Verdacht auf Corona, nicht in der Umgebung verbreitet. Allerdings liegt dieser Mund-Nasen-Schutz nicht eng an. Wenn von „Mundschutz“ oder „Atemschutz“ gesprochen wird, sind meist diese Masken gemeint. 

Coronavirus und Mundschutz: Chirurgische Schutzmasken bringen nichts gegen Corona

„Persönlicher Schutz ist im Augenblick vollkommen unsinnig“, erklärte Bernd Salzberger, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie der dpa. Chirurgische Gesichtsmasken helfen nicht gegen eine Ansteckung mit Corona. Allerdings schützen solche Schutzmasken Patienten vor der Tröpfcheninfektion. 

Wer Grippe hat, kann also durchaus einen Mundschutz tragen. Diese taugt allerdings nur dafür, andere vor einer Ansteckung zu schützen. „Aber der Schutz vor einer Infektion von außen ist sehr, sehr schlecht damit“, stellt Salzberger fest. 

Coronavirus: Mundschutz hilft nicht gegen Viren, die über die Luft übertragen werden

Chirurgische Schutzmasken helfen also nichts gegen Viren, die über die Luft übertragen werden. Hingegen kann ein Mundschutz gegen Schmierinfektionen helfen, die sich durch den Griff ins Gesicht, z.B. an Nase und Mund, verbreiten. 

Grundsätzlich empfehlen das Robert-Koch-Institut (RKI) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht, nur einen Mundschutz gegen das Coronavirus zu tragen. Stattdessen sollen Menschen, die als Verdachtsfall zählen, eine mehrlagige Mund-Nasen-Maske tragen. 

Mundschutz senkt das Risiko, eine andere Person mit Corona zu infizieren

Wer im Gesundheitssystem Patienten behandelt, soll eine Schutzausrüstung tragen. Unabhängig vom Coronavirus. „Bestehend aus Schutzkittel, Einmalhandschuhen und direkt anliegendem mehrlagigem Mund-Nasen-Schutz sowie gegebenenfalls einer Schutzbrille“, heißt es vom RKI. Das gilt auch für den Patienten. Dafür empfiehlt das RKI eine FFP2-Maske als Mundschutz.

„Wenn eine an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankte Person sich im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes durch diese Person sinnvoll sein“, schreibt das RKI. Der Fremdschutz steht im Vordergrund. Wichtig: Das Risiko, andere mit Corona durch Husten oder Niesen anzustecken, wird durch Mundschutz verringert.

Coronavirus: Wer einen Mundschutz trägt, kann sich trotzdem infizieren

Der Mundschutz muss richtig sitzen. Sie sollte eng anliegen bei Nässe ausgetauscht werden. Laut RKI ist es auch nicht bewiesen, dass das Tragen einer Schutzmaske das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus für den gesunden Träger verringert. 

Vielmehr kann das Tragen des Mundschutzes laut WHO sogar zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen. Wichtige Hygienemaßnahmen wie eine Handhygiene könnten trotz der Gefahr von Corona vernachlässigt werden 

Mundschutz: Partikelfilternde - helfen sie gegen Corona?

Sie sollen vor Aerosolen, egal ob fest oder flüssig, schützen - auch vor Corona? Die Rede ist von partikelfilternden Halbmasken (filtering face piece, FFP), die ebenfalls als Mundschutz einzuordnen sind. Unterschieden wird in FFP1, FFP2 und FFP3, Masken ab der Klasse FFP2 helfen nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) vor „Stoffen, die karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch sind“. 

Zudem bieten sie einen Schutz vor radioaktiven Stoffen und „luftgetragenen biologischen Arbeitsstoffen mit der Einstufung in Risikogruppe III“. Dicht sitzende FFP2-Masken stellen nach BAuA-Angaben „einen geeigneten Schutz vor infektiösen Aerosolen, einschließlich Viren“, dar. Unklar ist jedoch, ob diese Mundschutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen kann.

Von Moritz Serif mit dpa

Das Coronavirus endlich in den Griff bekommen - daran arbeiten zahlreiche Forscher. Bosch prescht nun mit einem Covid-19-Schnelltest vor. Bisher wird beim Corona-Test eine Methode verwendet, die auch beim Vaterschaftstest zum Einsatz kommt. Andere Unternehmen müssen aufgrund der Corona-Krise Kurzarbeit anmelden.

Rubriklistenbild: © dpa/sadak Souici

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