1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Gesundheit

Coronavirus könnte durch Mutation noch ansteckender werden

Erstellt:

Kommentare

Die neue Infektionswelle in Peking hängt womöglich mit einer Mutation des Coronavirus zusammen. Forscher vermuten, dass der Erreger noch ansteckender werden könnte.

Die Nachrichten einer neuen Infektionswelle in Peking sorgt für Beunruhigung - besonders, weil es sich um eine Mutation des Coronavirus handeln könnte. Dass sich ein Virus mit der Zeit verändert, ist allerdings normal.

Coronavirus-Mutationen: Wird der Erreger ansteckender?

Seit Beginn der Pandemie haben Forscher bereits hundert verschiedene Mutationen des Coronavirus registriert, berichtet die Deutsche Welle (DW). Die Mutationen entstehen, weil sich das Virus selbst kopieren muss, um sich zu vermehren - und dabei entstehen Fehler. Das hat zur Folge, dass sich das ursprüngliche Virus abschwächt oder aggressiver wird.

Forscher der medizinischen Forschungseinrichtung Scripps Research im US-Bundesstaat Kalifornien haben zum Beispiel herausgefunden, dass eine bestimmte Mutation des neuartigen Coronavirus mehr Zellen infizieren kann. Die Wissenschaftler untersuchten eine Mutation mit dem Code D614G, die vor allem in Europa und Nordamerika in Virenproben entdeckt wurde. Unter Labor-Bedingungen konnten sie nachweisen, dass diese Mutation über deutlich mehr sogenannte Spike-Proteine verfügt, wodurch das Virus leichter den Körper befallen kann. Ob diese Virenform häufiger schwere oder tödliche Krankheitsverläufe auslöst, ist aber nicht klar.

Auch interessant: Nochmal angesteckt? So wahrscheinlich ist eine Coronavirus-Infektion nach überstandener Krankheit.

Mögliche Mutation: Wie gefährlich ist das Virus in Peking?

Auslöser der neuen Infektionswelle in Peking scheint offenbar eine neue Variante des Erregers SARS-CoV-2 zu sein, wie Zeng Guang, Epidemiologe des Chinesischen Gesundheitsamts der Global Times berichtet. Nach bisherigem Erkenntnisstand liegt der Ursprung dieses mutierten Erregers* in Schneidebrettern im Xinfadi-Großmarkt in Peking, auf denen importierter Lachs präpariert worden war.

Laut Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité müssen Mutationen aber nicht prinzipiell negativ gesehen werden, wie er in einem NDR-Podcast Anfang Juni in Bezug auf aktuelle Studien erklärte. Eine Mutation könne einen Virus nämlich auch abschwächen, zum Beispiel, wenn sich das Virus noch besser in der Nase repliziere und besser übertragen würde: "Aber in der Nase werden wir nicht allzu krank davon. Das heißt, das Ganze wird auf lange Sicht zu einem Schnupfen, der sich für die Lunge gar nicht mehr interessiert. So etwas könnte passieren."

Ob es sich bei der neuen Variante des Coronavirus um eine abgeschwächte oder aggressivere Mutation handelt, muss erst noch überprüft werden. Der "Ursprung und das Ausmaß" dieses erneuten Ausbruchs wird untersucht, versicherte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag auf einer virtuellen Pressekonferenz.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Diese drei Faktoren entscheiden, ob Covid-19 kritisch verläuft.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Auch interessant

Kommentare