Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens entnimmt in der Wiener Stadthalle einen Abstrich für einen Corona-Test.
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Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens entnimmt in der Wiener Stadthalle einen Abstrich für einen Corona-Test. Inwiefern Sars-CoV-2-Mutationen die Verbreitung von Covid-19 beschleunigen könnten, haben Forscher jetzt analysiert.

Corona-Forschung

Fast 13.000 Corona-Mutationen bekannt – Forscher kommen nach Analyse zu bedeutsamem Ergebnis

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Wenn Viren mutieren, können sie für den Menschen gefährlicher werden. Ein Forscherteam hat Sars-CoV-2 dahingehend analysiert – mit folgendem Ergebnis.

Immer wieder schüren Berichte über mögliche Coronavirus-Mutationen die Angst davor, dass Covid-19 in Zukunft einen noch gefährlicheren Krankheitsverlauf nehmen könnte. Ein englisch-französisches Forscherteam um Lucy van Dorp vom UCL Genetics Institute am University College London befasst sich in einer aktuellen Studie mit dem Thema, wie häufig seit Anbeginn der Corona-Pandemie im Dezember 2019 gefährliche Mutationen dokumentiert wurden.

Die Wissenschaftler analysierten dafür die Virusgenome von 46.723 Covid-19-Patienten aus 99 Ländern. Insgesamt 12.706 Mutationen konnten sie feststellen und darunter 398 Sars-CoV-2-Mutationen, die wiederholt auftraten. In weiterführenden Tests kamen die Forscher allerdings zu der Schlussfolgerung, dass keine der Mutationen zu einer erhöhten Übertragbarkeit des Virus unter Menschen* führte.

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Corona-Forschung: „Keine Hinweise auf häufigere Übertragung von SARS-CoV-2 aufgrund von Mutationen“

Die Forscher um van Dorp gehen davon aus, dass das Virus bereits die optimale Form gefunden hat, die es ihm ermöglicht, sich von Mensch zu Mensch zu übertragen und sich im Körper auszubreiten. „Das Virus scheint gut an die Übertragung unter Menschen angepasst zu sein, und es könnte sein Fitness-Optimum im menschlichen Wirt bereits erreicht haben, als es als neuartiges Virus identifiziert wurde.“ zitiert das Portal Business Insider Studienautorin Lucy van Dorp. Hauptautor Francois Balloux vom UCL Genetics Institute fügt hinzu: „Es kann gut sein, dass wir die Periode der frühen Anpassung des Virus beim Menschen verpasst haben. Wir hatten zuvor geschätzt, dass SARS-CoV-2 im Oktober oder November 2019 auf den Menschen übersprang, aber die ersten uns vorliegenden Genome datieren bis Ende Dezember. Zu diesem Zeitpunkt könnten virale Mutationen, die für die Übertragbarkeit beim Menschen entscheidend sind, aufgetaucht sein, so dass wir sie nicht mehr untersuchen können“.

Die meisten bisher dokumentierten Virus-Mutationen seien neutral, erklären die Wissenschaftler um van Dorp. Dies gelte auch für die Mutation D614G, die im Verdacht stand, das Coronavirus ansteckender werden zu lassen. In ihrer Studie schreiben die Forscher: „Wir identifizieren (...) keine einzige rezidivierende Mutation, die überzeugend mit einer erhöhten Virusübertragung assoziiert ist. Stattdessen scheinen die derzeit im Umlauf befindlichen rezidivierenden Mutationen evolutionär neutral zu sein und primär durch das menschliche Immunsystem (...) ausgelöst zu werden, anstatt durch die Anpassung des Virus an den menschlichen Wirt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt finden wir keine Hinweise auf signifikant häufigere Übertragung von SARS-CoV-2 aufgrund von Mutationen“. Auch den Schweregrad von Covid-19 hätten die bisher bekannten Mutationen nicht bedeutsam erhöht.  (jg) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Es geht wieder los: Wenn die Tage kürzer und kälter werden, beginnt die Erkältungssaison. Foto: Christin Klose/dpa-tmn
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Vitaminbombe: Ein Apfel enthält in etwa so viel Vitamin C, wie ein Erwachsener pro Tag braucht - zusätzliche Präparate sind daher meist überflüssig. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
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