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Kontaktlinsen sind praktisch - bergen aber auch Gefahren.

Infektion

Albtraum: Sportler duscht mit Kontaktlinsen - wenig später ist er blind

Nick Humphrey duschte regelmäßig mit Kontaktlinsen - doch diese alltägliche Gewohnheit wurde dem jungen Mann zum Verhängnis und kostete ihn sogar das Augenlicht. +++ Achtung: sensibler Inhalt +++

Regelmäßiges Training ist für Nick Humphrey ein Muss und wenn er Fußball spielt, sind Kontaktlinsen einfach praktischer als die Brille. Auch das Duschen mit Kontaktlinsen nach dem Sport war für Humphrey nichts Ungewöhnliches - wie wohl für die meisten Sportler. Doch ein Parasit, der durch das Leitungswasser ins Auge gelangte, verursachte ein Desaster für den jungen Mann.

Diagnose Acanthamoeba-Keratitis: Wenn Parasiten das Auge zerstören

Amöben, sogenannte Akanthamöben, deren Lebensraum Seewasser und Erde ist, die aber auch im Trinkwasser vorkommen können, hatten sich in seinem Augapfel eingenistet und dort eine seltene Augeninfektion ausgelöst, die Mediziner als Acanthamoeba-Keratitis bezeichnen. Dabei dringen die Kleinstlebewesen in den Augapfel ein und zerstören die Hornhaut, was im schlimmsten Fall Erblindung zur Folge hat.

Humphrey hatte noch nie von solch einer Infektionskrankheit gehört. Und er dachte sich auch nicht viel dabei, als er im Januar 2018 einen kleinen Kratzer auf seinem rechten Auge bemerkte. Er nahm an, dass er sich beim Einsetzten der Linsen leicht am Auge verletzt hatte und ging davon aus, dass alles wieder abheilen würde. Doch das Gegenteil war der Fall: Nur kurze Zeit später konnte er nicht mehr klar sehen, wie das britische News-Portal Mirror berichtete. Als sich die Beschwerden verschlechterten, ging Nick Humphrey zum Optiker. Der schickte ihn sofort in eine Klinik. Dort diagnostizierten die Ärzte die gefährliche Acanthamoeba-Keratitis.

Auch Hornhauttransplantation kann Augenlicht nicht retten

Ein Schock für den jungen Mann, den der Mirror mit den Worten zitiert: "Ich hatte noch nie zuvor von der Infektion gehört, aber sobald ich nach Hause kam, wandte ich mich an Dr. Google und wurde plötzlich mit dem Gedanken zurückgelassen, dass ich mir meinen rechten Augapfel entfernen lassen muss." Die Ärzte leiteten sofort die Therapie ein, doch desinfizierende Augentropfen führten nicht zum gewünschten Ergebnis. Humphrey litt Höllenqualen, sein rechtes Auge schmerzte so sehr, dass er nicht mehr zur Arbeit gehen konnte. Auch zwei Operationen und einer Hornhauttransplantation konnten sein rechtes Auge nicht retten – aber zumindest die Parasiten entfernen.

Heute setzt sich der junge Mann für Aufklärung ein. Er engagiert sich in der Wohltätigkeitsorganisation "Fight for Sight", die unter anderem über Infektionskrankheiten informiert. Humphrey wurde vor seiner Leidensgeschichte nie erklärt, dass er unter der Dusche keine Linsen tragen sollte und auch die fehlende Information auf der Verpackung von Kontaktlinsen und dass sein Optiker nichts sagte, ist ihm ein Rätsel: "Wenn ich gewusst hätte, wie gefährlich es ist, Kontaktlinsen in der Dusche zu tragen, hätte ich (Anmerk. der Red.: die Infektion) überhaupt nicht bekommen.", zitiert ihn der Mirror.

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Fehlende Hygiene und kontaminiertes Wasser: Hier lauert Ansteckungsgefahr

Das Risiko, eine Acanthamoeba-Keratitis zu entwickeln, ist vor allem bei Kontaktlinsen-Trägern erhöht, da die Akanthamöben hier gute Bedingungen vorfinden. Vor allem fehlende Hygiene bei der Augenpflege, Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder kleine Schnitte und Augenverletzungen erhöhen das Risiko, sich zu infizieren. Massive Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und tränende Augen zählen zu den Symptomen, die auf eine Acanthamoeba-Keratitis hindeuten. Frühzeitig erkannt kann diese allerdings gut behandelt werden, wie eine Veröffentlichung im Fachblatt "Parasite" schlussfolgert.

Die oben aufgeführten Informationen ersetzen nicht den Gang zum Arzt. Vermuten Sie eine Augeninfektion, kann nur ein Augenarzt die richtige Diagnose stellen und eine geeignete Therapie einleiten.

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jg

Die häufigsten Augenkrankheiten

Augen Krankheiten
Das Auge gehört für viele zum wichtigsten Sinnesorgan. Augenerkrankungen können das Sehvermögen mindern oder im schlimmsten Fall zerstören. Der Verlauf ist oft schleichend. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Katarakt
KATARAKT - GRAUER STAR: Die häufigste Form der Katarakt ist die altersbedingte Linsentrübung. Die ursprünglich klare Augenlinse verliert im Laufe des Lebens ganz allmählich an Transparenz. Erst im höheren Alter erreicht die Trübung eine Dichte, die das Sehen beeinträchtigt. Der Blick in die weit getropfte Pupille zeigt die ersten Anzeichen einer Katarakt: weiße strahlenförmige Trübungen und ebensolche Pünktchen im zentralen Bereich. © Berufsverban des der Augenärzte e. V. (BVA)
Grüner Star: Glaukom im fortgeschrittenen Stadium mit bereits schwer geschädigtem Sehnerv.
GLAUKOM - GRÜNER STAR: In der Mitte der Papille erkennt man eine extrem große weiße Ausbuchtung, der Sehnervenkopf hat fast keinen gesunden rosafarbenen Rand mehr. In diesem Stadium ist der Sehnerv bereits stark geschädigt. Die Beeinträchtigung kann nicht rückgängig gemacht, aber zumindest gestoppt werden, sobald sie erkannt wurde. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Falls der Verdacht einer Glaukomerkrankung vorliegt, gibt die so genannte Perimetrie Aufschluss darüber, ob es bereits "blinde Flecken" im Gesichtsfeld gibt.
Ab 40. sollten Männer und Frauen zur Vorsorgeuntersuchung bei Augenarzt (IGeL-Leistung). Patienten bemerken die Erkrankung im Frühstadium nicht. Falls der Verdacht einer Glaukomerkrankung vorliegt, gibt die so genannte Perimetrie Aufschluss darüber, ob es bereits "blinde Flecken" im Gesichtsfeld gibt. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Eine gesunde Netzhaut Retina
RETINA: Eine gesunde Netzhaut wie der Augenarzt sie bei der Untersuchung des Augenhintergrundes sieht. Die Arterien und Venen treffen sich an der hellen Stelle, wo der Sehnerv ins Auge mündet, dem Sehnervenkopf. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Die feuchte Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD)
Die feuchte Form der altersabhängigen MAKULADEGENERATION (AMD) verläuft wesentlich aggressiver als die trockene AMD. In der Netzhaut bilden sich krankhafte Gefäße, die Flüssigkeit absondern und die empfindlichen Netzhautgefäße zerstören. Dem Augenarzt stehen verschiedene Therapien zur Verfügung, weitere Gefäßneubildungen zu verhindern und den Verlauf der Krankheit günstig zu beeinflussen. Hier sind die Veränderungen der Netzhautmitte bereits deutlich zu erkennen. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
BINDEHAUTENTZÜNDUNG: Eine durch Viren verursachte Bindehautenzündung ist extrem ansteckend. Infizierte Patienten müssen den Kontakt zu anderen meiden.  © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)
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TROCKENES AUGE: Mit dem sogenannten Schirmer Test bestimmt der Augenarzt die Menge der Tränenflüssigkeit. Trockene Augen entstehen, wenn Bindehaut und Hornhaut der Augen nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt werden. Dabei hat der Patient häufig das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben oder die Augen brennen und jucken. Feinstaub in der Luft steht unter Verdacht an der Enstehung eines Trockenen Auges mitverantwortlich zu sein. © Berufsverbandes der Augenärzte e. V. (BVA)

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