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Erziehung: Sture Kinder sind später im Job erfolgreicher

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Trotzige Kinder können für Eltern eine Qual sein. Später haben sie aber einen größeren Berufsvorteil, wie psychologische Studien herausgefunden haben.

Die Trotzphase im Kindesalter ist für wenige Eltern eine angenehme Zeit. Das Kind will einfach nicht hören, tut nicht, was es soll und macht damit viele Situationen komplizierter als sie aus Elternsicht vielleicht sein müssten. Allerdings sind es genau diese Kinder, um die sich Mama und Papa im Erwachsenenalter wiederum die wenigsten Sorgen machen müssen. Ähnlich wie bei Kindern von Helikopter-Eltern, die später trotz des umstrittenen Erziehungsstils ihrer Eltern erfolgreicher als andere sein könnten. Wer als Kind ein Trotzkopf ist, der bleibt es auf gewisse Weise auch später und kann sich im Alltag und in der Berufswelt mit seinem Dickkopf besser durchsetzen und behaupten. Studien haben belegt, dass sture Kinder als Erwachsene erfolgreicher und wohlhabender sind.

Erziehung: Laut Psychologen sind sture Kinder als Erwachsene erfolgreicher

Ein Mädchen steht mit verschränkten Armen an eine Wand gelehnt.
Wer als Kind ein Trotzkopf ist, der bleibt es auf gewisse Weise auch später und kann sich im Alltag und in der Berufswelt mit seinem Dickkopf besser durchsetzen und behaupten. (Symbolbild) © Annie Hall/IMAGO

Die Studie, die Ende 2015 in der Psychologie-Zeitschrift „Journal of Developmental Psychology“ zum ersten Mal vorgestellt wurde, war ein langes Projekt. Bereits 1968 fand die erste Befragung der 745 Testpersonen statt, die damals im Teenageralter von etwa 12 Jahren waren. Bei einer weiteren Befragung 40 Jahre später, nämlich im Jahr 2008, wurde die Entwicklung der mittlerweile 52-jährigen Probanden analysiert.

Dabei wollten die Psychologen und Verhaltensforscher unter anderem herausfinden, inwiefern äußere Faktoren wie der Status der Eltern und innere Faktoren wie Verhaltensmuster oder Charaktereigenschaften von Kindern die Karrierechancen im Erwachsenenalter beeinflussten. Getestet wurden zum Beispiel die Intelligenz, die Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein, das Gefühl von Minderwertigkeit, Ungeduld oder Pessimismus. Im Erwachsenenalter wurde dann erfasst, welchen Jobstatus die Probanden hatten und wie hoch das Einkommen war.

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Das Studienergebnis: Trotzkinder erfolgreich, angepasste Kinder bleiben angepasste Erwachsene

Das Ergebnis der Studie macht Eltern von Trotzkindern Mut, denn irgendwann wird die Zeit kommen, in der der starke Wille des Kindes ein Vorteil sein wird. Statistisch waren laut der Studie nämlich die Menschen, die als Kinder aufmüpfig waren und sich ihren Eltern öfter widersetzten als Erwachsene erfolgreicher. Sie hatten bessere Jobs, waren Bildungsüberflieger und verdienten im Durchschnitt mehr Geld. Außerdem waren laut den Forschern der starke Charakter und Wille ausschlaggebender für diesen Erfolg als zum Beispiel der Status der Eltern oder der IQ der Kinder.

Der Grund dafür ist simpler als man vielleicht denkt: Sture Kinder werden laut den Forschungsergebnissen eher von ihren persönlichen Zielen als von Erwartungen angetrieben und tun schon früh das, was sie selbst für richtig halten. Daher haben sie auch später eine stärkere Durchsetzungskraft im Erwachsenenleben. Kinder, die aus Angst vor Schwierigkeiten oft nachgeben oder sich anpassen, werden das gleiche Verhalten wahrscheinlich auch später im Berufsleben zeigen. So kann es schon einmal sein, dass angepasstes Ja-Sagen einem die Aufstiegschancen verbaut oder man sich mit Dingen eher zufriedengibt als ein typischer Trotzkopf es tun würde.

Tipps für Eltern: So gehen Sie mit sturen Kindern am besten um

Für Eltern, deren Kind gern diskutiert, gilt also, die Nein-Phase in der Entwicklung zu fördern. Zwar ist es nicht ratsam, dem Kind ständig seinen eigenen Willen zu lassen, da es dann nie das Gefühl für Regeln bekommt, die nun einmal auch erfolgreiche Erwachsene später einhalten müssen.

Allerdings darf dem willensstarken Nachwuchs sein starker Charakter auch nicht komplett abtrainiert werden, nur damit es für die Eltern angenehmer ist. Stattdessen sollten sture Kinder sich selbst ausleben dürfen und die eigenen Wünsche und Regeln in einem gewissen Umfang ausprobieren können. Ein Beispiel: Wenn Ihr Kind partout nicht in den Fußballverein will – obwohl bereits alle Geschwister Fußball spielen und die ganze Familie im Verein sehr involviert ist – sondern stattdessen lieber das Cello erlernen oder einen Malkurs besuchen, dann lassen Sie es das tun. Ein Kind, das sich bereits früh selbst ausprobieren kann, wird herausfinden, was es mag und was nicht, und ist dann im Erwachsenenalter gefestigter in seinem Willen zum eigenen Erfolg. Ähnlich gehen auch sogenannte Panda-Eltern vor: Sie lassen ihrem Nachwuchs genügend Freiraum zur Selbstentfaltung.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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