Viele verlagern ihr Sportprogramm aufgrund der Corona-Pandemie nach drinnen.
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Viele verlagern ihr Sportprogramm aufgrund der Corona-Pandemie nach drinnen.

Auch Spaziergänge wirken

Fitness-Level entscheidend? Wer sich so oft bewegt, senkt sein Depressionsrisiko

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Sport beugt Krankheiten und Übergewicht vor und tut auch der Psyche gut. Forscher fanden jetzt heraus, wie enorm der Effekt von Bewegung auf das Depressionsrisiko ist.

  • Wer sich häufig bewegt, fühlt sich in der Regel nicht nur wohler in seiner Haut, sondern stärkt auch Herz und Kreislauf.
  • Auch das seelische Wohlbefinden wird durch Sport gesteigert.
  • Ein britisch-US-amerikanisches Forscherteam beleuchtete jetzt, wie sich Sport auf das Depressionsrisiko auswirkt.

Der Lockdown macht viele Menschen noch fauler, als sie ohnehin schon sind. Da werden gemütlich stundenlang Serien „gesuchtet“ und der Schlaf kommt bei vielen auch nicht zu kurz. Ist bei Ihnen derzeit der Weg vom Home-Office-Bürostuhl ins Bad der längste Weg, den sie täglich zurücklegen? Dann sollten Sie schnell die Laufschuhe rausholen und wieder häufiger eine Runde im Park drehen – denn zu wenig Bewegung steigert das Risiko, an Depressionen zu erkranken. Ein Forscherteam um Aaron A. Kandola vom University College in London hat in einer Studie herausgefunden, wie enorm die Auswirkungen von zu wenig Bewegung auf unsere Psyche sind. So litten Menschen mit niedrigem Fitness-Level im Bereich Ausdauer- und Kraftsport fast doppelt so häufig an Depressionen wie fitte Studienteilnehmer. Auch das Risiko für Angststörungen* war um 60 Prozent erhöht.

Insgesamt analysierten die Forscher die Daten von fast 153.000 Menschen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren. Die Wissenschaftler prüften den Fitness-Level der Probanden anhand eines Fahrradergometer-Tests mit zunehmendem Widerstand und einem Test der Griffkraft. Außerdem gaben die Studienteilnehmer mithilfe eines Fragebogens an, ob sie unter Angstzuständen oder Depressionen litten. Sieben Jahre später wurden diese Daten erneut gesammelt. Das Ergebnis: Diejenigen, die zu Beginn der Studie im Bereich Ausdauer und Kraft gut abgeschnitten hatten, waren auch sieben Jahre nach den ersten Tests weniger oft von Depressionen betroffen. Die Lust auf mehr Bewegung ist geweckt? Ein Rudergerät für zuhause (werblicher Link) ist vor allem während der aktuellen Ausgangsbeschränkungen ein gutes Mittel, um mehr Bewegung in den Alltag einzubauen.

Kombination aus Ausdauer- und Kraftsport wirkt Depressionen und Angstzuständen entgegen

Menschen dagegen, deren Fitness-Level zu wünschen übrig ließ, zeigten zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung im Vergleich zur fitten Gruppe 98 Prozent häufiger Symptome einer Depression und zu 60 Prozent häufiger Angstzustände. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Ermutigung von Menschen zu mehr Bewegung weitreichende Vorteile für die öffentliche Gesundheit haben und nicht nur unsere körperliche, sondern auch unsere geistige Gesundheit verbessern kann“, zitiert das Portal Fitbook den leitende Autor Dr. Joseph Hayes: „Die Verbesserung der Fitness durch eine Kombination aus Cardio-Training und Krafttraining scheint vorteilhafter zu sein, als sich nur auf Ausdauersport oder muskuläre Fitness zu konzentrieren“.

Eine andere Studie, die im Fachblatt The American Journal of Psychiatry veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass nur eine Stunde körperliche Aktivität pro Woche das Depressionsrisiko senken kann. Auch moderates Training wie schnelle Spaziergänge oder Treppensteigen zeigen Wirkung. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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Von Krafttraining in nüchternem Zustand raten Experten ab - der Körper benötigt Energie für das Training. Graham Morris/Fitness First Foto: Graham Morris
Von Krafttraining in nüchternem Zustand raten Experten ab - der Körper benötigt Energie für das Training. Graham Morris/Fitness First Foto: Graham Morris © Graham Morris
Krafttraining findet nicht nur an Geräten statt. Kurze Sprints etwa verbessern auch Ausdauer und Kraft. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn
Krafttraining findet nicht nur an Geräten statt. Kurze Sprints etwa verbessern auch Ausdauer und Kraft. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn © Monique Wüstenhagen
Frauen sprechen auf Muskeltraining genauso gut an wie Männer. Wichtig ist eine fachkundige Anleitung. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
Frauen sprechen auf Muskeltraining genauso gut an wie Männer. Wichtig ist eine fachkundige Anleitung. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn © Tobias Hase
Im Fitnessstudio ist der Stepper eine gute Wahl, wenn neben Ausdauer auch Muskeln beansprucht werden sollen. Foto: Marius Becker/dpa-tmn
Im Fitnessstudio ist der Stepper eine gute Wahl, wenn neben Ausdauer auch Muskeln beansprucht werden sollen. Foto: Marius Becker/dpa-tmn © Marius Becker
Pierre Geisensetter ist Unternehmenssprecher von McFit. Foto: Chris Gonz/McFit/dpa-tmn
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Veronika Pfeffer ist National Group Fitness Manager-Produkt & Innovation bei Fitness First. Foto: Fitness First/dpa-tmn
Veronika Pfeffer ist National Group Fitness Manager-Produkt & Innovation bei Fitness First. Foto: Fitness First/dpa-tmn © Fitness First
Wilhelm Bloch ist Leiter der Abteilung Molekulare und zelluläre Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Foto: DGSP/dpa-tmn
Wilhelm Bloch ist Leiter der Abteilung Molekulare und zelluläre Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Foto: DGSP/dpa-tmn © DGSP

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