1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Gesundheit

FSME: Hier müssen Sie sich in Deutschland besonders vor Zecken in Acht nehmen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nicolai Hackbart, Jasmin Pospiech

Kommentare

Frühsommer ist Zeckenzeit: Doch wo lauern die meisten Blutsauger in hohen Wiesen und Wäldern? Die Redaktion klärt über die Risikogebiete in Deutschland 2020 auf.

Mit dem Sommer steigen auch wieder die Temperaturen – während das für manche ein Grund zur Freude ist, kann es für andere auch viel Leid darstellen. Schließlich ist jetzt Zeckensaison – das bedeutet, dass Familien im Grünen besonders Vorsicht walten sollten.

FSME-Risikogebiete 2020 in Deutschland laut dem Robert Koch-Institut

Vor allem in den sogenannten Risikogebieten in Deutschland tummeln sich die Blutsauger vermehrt. Zu den gefährdeten Gebieten gehören:

In diesen Teilen Deutschlands ist also die Gefahr einer Übertragung von FSME-Viren besonders hoch. Eine Infektion kann zu einer Frühsommer-Meningoenzephalititis führen. Hierbei werden Hirnhaut- und Rückenmarksentzündungen hervorgerufen. In schweren Fällen können sogar bleibende Schäden wie Lähmungen von Körperteilen entstehen.

Für eine genauere Übersicht hat das Robert Koch-Institut (RKI) eine Karte erstellt, in der die FSME-Risikogebiete in Deutschland abgebildet sind. Diese wurden insofern definiert, dass sie eine bestimmte Anzahl an FSME-Erkrankungen in einem Landkreis oder einer Kreisregion in einem Fünf-Jahres-Zeitraum darstellen.

FSME-Risikogebiete in Deutschland
FSME-Risikogebiete in Deutschland © © Robert Koch-Institut, 2020

Zudem werden die Zecken in diesem Bereich in Speziallabors auf FSME-Viren untersucht. Neben den Parasiten können auch die Wirte, vorrangig Mäuse und Füchse, auf die Erreger getestet werden. Aus diesen beiden Parametern können die Forscher ebenfalls die Ansteckungsgefahr ablesen: Je mehr Zecken mit FSME-Viren verseucht sind und je mehr Tiere Erreger aufweisen, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf den Menschen.

Lesen Sie dazu: Nach Wochen der Corona-Beschränkungen zieht es die Menschen in die Natur. Doch Vorsicht: Im Jahr 2020 ist die Zeckengefahr in Bayern besonders hoch - mit Folgen.

Zecken: 444 FSME-Erkrankungen übermittelt – 24 Prozent Rückgang zum Vorjahr

Gut zu wissen: Allerdings sind FSME-Risikogebiete nicht gleich Zeckengebiete. Zecken sind schließlich überall in Deutschland heimisch. Bevorzugt leben sie in Wäldern, hohen Gräsern, auf Büschen und im Unterholz. Daher gibt es auch keine allgemeinen Risikogebiete für Zecken oder gar Zeckenkarten.

Außerdem ist die Zecke per se nicht gefährlich, sondern überträgt vielmehr potentiell gefährliche Erreger wie FSME-Viren oder Borreliose-Bakterien. Allerdings muss nicht jeder Zeckenbiss mit einer Infektion einhergehen – und auch nicht jede Infektion löst eine Erkrankung aus.

Auch interessantZecke entfernen: So töten Sie den Blutsauger richtig

2019 wurden dem RKI zufolge insgesamt 444 FSME-Fälle übermittelt (Datenstand: 16. Januar 2020). Das soll einer Abnahme von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Über die Hälfte der Erkrankungen wurden in Zusammenhang mit Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis übermittelt.

FSME-Impfung oftmals von gesetzlichen Krankenkassen übernommen

Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut Personen, die in den FSME-Risikogebieten leben, sich als Vorbeugemaßnahme eine FSME-Schutzimpfung verabreichen zu lassen. Das gilt insbesondere für (Klein-)Kinder, Senioren und Menschen mit bereits schwachem Immunsystem.

Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen hier bereits die Kosten für eine Zecken-Immunisierung. Tipp: Am besten fragen Sie bei Ihrer zuständigen Kasse nach.

Lesen Sie auchSo bekommen Sie sofort eine Krankschreibung - Tipps vom Hausarzt

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Auch interessant

Kommentare