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Blasenentzündung: Vegetarier und Nichtraucher haben ein geringeres Risiko

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Von: Juliane Gutmann

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Typisch für Blasenentzündung: Ständiger Harndrang. Forscher fanden jetzt heraus, dass die Ernährung eine maßgebliche Rolle spielt.
Typisch für Blasenentzündung: Ständiger Harndrang. Forscher fanden jetzt heraus, dass die Ernährung eine maßgebliche Rolle spielt. © Peter Kneffel/dpa

Die Ernährung soll maßgeblich beeinflussen, wie anfällig Menschen für Harnwegsinfekte sind: Zu diesem Schluss kommen Forscher – und leiten folgende Empfehlung ab.

Brennen beim Wasserlassen, der ständige Drang, auf die Toilette gehen zu müssen bis hin zu Fieber und Schüttelfrost: Eine Harnwegsinfektion nimmt zwar in den meisten Fällen einen harmlosen Verlauf, doch in seltenen Fällen breitet sich die Entzündung im Körper aus - und kann sogar eine lebensbedrohliche Blutvergiftung zur Folge haben.

Die meisten Harnwegsinfektionen entstehen durch die Übertragung von Erregern vom Darmausgang zur Harnröhre – vor allem Darmbakterien wie Escherichia coli (E. coli) und Enterokokken sind hier zu nennen. Diese können nach dem Stuhlgang über die Harnröhre in die Blase eindringen. Ein Forscherteam aus Taiwan untersuchte dies genauer: "E. coli-Varianten, die Harnwegsinfektionen auslösen, unterscheiden sich von denen, die zur normalen Darmflora gehören, und von denen, die Darminfektionen verursachen", schreiben die Wissenschaftler um Chin-Lon Lin von der Tzu Chi University in Hualien in einer Studie.

Lesen Sie auch: Blutvergiftung erkennen und behandeln: So verhalten Sie sich bei einer Sepsis richtig.

Vegetarier seltener von Blasenentzündung betroffen

In der Studie befassten sie sich genauer mit dem Zusammenhang zwischen Ernährung und der Entstehung von Harnwegsinfektionen – mit einem überraschenden Ergebnis. So hatten Vegetarier ein niedrigeres Risiko zu erkranken als Fleischesser. Die taiwanischen Forscher hatten die Daten von 9.724 Männern und Frauen ausgewertet, 3.040 waren Vegetarier. Im Verlauf von zehn Jahren traten 661 Fälle von Harnwegsinfektionen auf, wobei das Erkrankungsrisiko für die Vegetarier 16 Prozent geringer war als für die anderen, wie das Portal Wissenschaft aktuell meldete. Für Nichtraucher und Frauen war der positive Effekt sogar noch stärker ausgeprägt. Einflussfaktoren wie Alter, Vorerkrankungen und Geschlecht wurden in der Auswertung berücksichtigt. Welche Lebensmittel bei einer Blasenentzündung helfen und von welchen Sie lieber die Finger lassen sollten, berichtet 24garten.de.

Die Haupterreger von Harnwegsinfekte – uropathogene E. coli-Bakterien – können den Forschern zufolge durch den Verzehr von verunreinigtem Geflügel- oder Schweinefleisch in den Darm gelangen und nach dem Stuhlgang ihren Weg in die Harnröhre finden. Doch es gibt noch eine Erklärung, warum Vegetarier seltener an einer Blasenentzündung leiden könnten: Der hohe Gehalt an Ballaststoffen in überwiegend pflanzlicher Nahrung bietet potenziell gefährlichen Bakterien wie E. coli weniger Nährstoffe – sie können sich weniger gut ansiedeln und vermehren.

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