Bewegung beugt vielen Krankheiten vor, unter anderem einem Herzinfarkt. So beugt Sport einer Arterienverkalkung vor, die eine Herzattacke zur Folge haben kann.
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Bewegung beugt vielen Krankheiten vor, unter anderem einem Herzinfarkt. So beugt Sport einer Arterienverkalkung vor, die eine Herzattacke zur Folge haben kann.

Herzinfarkt vorbeugen

„Stiller Killer“: Forscher entdecken neues Frühwarnsignal für Herzkrankheiten

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Wissenschaftler fanden einen neuen Vorboten von Herzattacken.

  • In Deutschland kommen die meisten Menschen durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu Tode. So verstarben dem Statistischen Bundesamt zufolge über 250.000 Menschen im Jahr 2019 an den Folgen von Herzinfarkt, Schlaganfall, Vorhofflimmern* oder Hirninfarkt.
  • Unter den verschiedenen Herzerkrankungen führte die koronare Herzkrankheit am häufigsten zum Tod: Die Sauerstoff-Minderversorgung des Herzmuskels aufgrund einer Verengung der Herzkranzgefäße hatte 2019 73.459 Todesfälle zur Folge.
  • Die Ergebnisse einer neu veröffentlichten Studie könnten Ärzten nun helfen, Menschen mit dem Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung frühzeitig zu identifizieren – Jahre, bevor Symptome auftreten.

In vielen Fällen hätte ein Herzinfarkt verhindert werden können. Etwa, wenn Bluthochdruck früher erkannt und richtig eingestellt worden wäre. Auch eine Änderung des Lebensstils hin zu mehr Bewegung und gesünderer Ernährung reduziert das Risiko, herzkrank zu werden. Ebenso helfen regelmäßige Check-up-Untersuchungen beim Arzt dabei, Anzeichen für Herzprobleme frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Ein internationales Forscherteam hat sich mit der Frage befasst, wie Herzkrankheiten so frühzeitig wie möglich erkannt werden können. Denn bei Herzkrankheiten gilt wie bei vielen anderen Erkrankungen: Werden sie frühzeitig erkannt, kann mit der richtigen Therapie erfolgreich gegengesteuert werden.

52 Studien hatte das Forscherteam analysiert. Dabei kristallisierte sich heraus, dass ein Faktor maßgeblich mit der Entwicklung von Herzkrankheiten verbunden war: Kalkablagerungen in der Bauchaorta. Diese Kalkablagerungen in der menschlichen Hauptschlagader sollen Studienautor Josh Lewis von der australischen ECU‘s School of Medical and Health Sciences zufolge ein eindeutiges Frühwarnsignal für spätere Herzkrankheiten sein: „Herzkrankheiten sind oft ‚stille Killer‘, da viele Menschen nicht wissen, dass sie gefährdet sind oder dass sie frühe Warnzeichen zeigen, wie z. B. eine Verkalkung der Bauch- oder Koronararterien“, wird er vom Fachportal Eurekalert zitiert: „Werden entsprechende Vorbelastungen frühzeitiger erkannt, könnten die Menschen ihren Lebensstil ändern und früher mit vorbeugenden Behandlungen beginnen.“

Kalkablagerungen in der Hauptschlagader zeigen Herzinfarkt-Risiko an

Der Studie zufolge hatten Menschen mit Kalkablagerungen in der Bauchaorta ein um zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko, eine Herzkrankheit zu entwickeln. Derartige Ablagerungen werden den Forschern zufolge oftmals in Routine-Untersuchungen entdeckt, wie zum Beispiel im Rahmen von Röntgenaufnahmen. „Die Bauchaorta ist eine der ersten Stellen, an denen sich Kalk in den Arterien ablagern kann – noch vor dem Herzen. Wenn wir dies frühzeitig erkennen, können wir eingreifen und Änderungen des Lebensstils und der Medikamente vornehmen, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern“, so Lewis.

Was die Studienergebnisse für die zukünftigen Früherkennungsuntersuchungen in Hinblick auf Herzkrankheiten bedeutet, ist noch nicht geklärt. Die Studienautoren hoffen allerdings, dass ihre Studie Mediziner weltweit für die Früherkennung von Herzkrankheiten sensibilisiert. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Mehr Quellen: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/sterbefaelle-herz-kreislauf-erkrankungen-insgesamt.html

Weiterlesen: Das Herz stärken mit diesen zehn blutdrucksenkenden Lebensmitteln.

So beugen Sie Arteriosklerose und damit einem Herzinfarkt am besten vor

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Prof. Ernst Weigang ist Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Therapie am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Berlin. Foto: Martin Thomas/Paul Gerhardt Diakonie/dpa-tmn © Martin Thomas
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