Auch auf den Ort kommt es an

Kann man Schnee essen? Das Umweltbundesamt informiert

  • Juliane Gutmann
    VonJuliane Gutmann
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Vor allem Eltern beschäftigt die Frage, ob man Schnee ohne weiteres essen kann. Die Antwort wird so manchem „Schnee-Gourmet“ nicht munden.

Vor allem Kinder tun es im Winter gerne und oft: Eis schlecken. Doch nicht das Speise-Eis ist Gegenstand des Interesses, sondern die kleinen Eiskristalle, die vom Himmel fallen. Gemeint sind Schneeflocken, die bei Minusgraden entstehen und den Erdboden weiß färben. Schon früh erlernt man, dass man farbigen Schnee nicht anfassen sollte. Gelbe Flecken im Schneehaufen deuten beispielsweise darauf hin, dass ein Tier sein Geschäft darauf verrichtet hat. Doch was, wenn der Schnee „schneeweiß“ ist? Ist er dann nicht nur perfekt geeignet zum Schneemannbau, sondern auch für die kleine Erfrischung zwischendurch?

Vonseiten des Umweltbundesamts kommt eine klare Antwort: „Regenwasser und Schnee sind keine Nahrungsmittel und nicht keimfrei*: Eine Belastung ist zum Beispiel über den Luftpfad mit Verbrennungsprodukten, Stäuben oder mikrobiellen Aerosolen denkbar“, zitiert das Verbraucherportal Ökotest Wolfgang Straff vom Umweltbundesamt.

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Frisch gefallener Schnee lockt nach draußen. Doch auch wenn man es nicht sieht: In den Flocken finden sich Schadstoffe.

Mikroplastik selbt in Schnee enthalten, der in den Alpen oder in der Arktis liegt

Auch das Portal National Geographic warnt vor Schadstoffen in Schnee. Eine Schneeflocke bestehe zwar zu 100 Prozent aus Wasser, auf ihrem Weg durch die Atmosphäre treffe sie aber auf winzige Schadstoffe und Mikroplastikpartikel, heißt es vonseiten des Wissenschaftsportals. Auch der Ort, an dem der Schnee niederfällt, spielt eine Rolle. „Bei Schnee binden sich Schadstoffe an den Kondensationskeim, kondensieren an den Schnee oder werden vom Schnee durch Kollision aus der Luft gewaschen. Liegt der Schnee längere Zeit, dann können zusätzlich Stäube auf der Schneeoberfläche abgelagert werden“, zitiert National Geographie eine Sprecherin des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU).

Schnee nimmt also nicht nur die Substanzen auf, die in er Atmosphäre schwirren, sondern auch Schmutz und Staub, der sich auf ihm niederlässt. Wie Ökotest berichtet, sind das Partikel aus Abgasen, Streusalz, Tierkot und -urin, Rollsplit usw. Nahe liegt da die Vermutung, dass Schnee in unberührter Natur weniger stark mit Schadstoffen belastet ist. Wie Deutschlandfunk Nova als Programm des Deutschlandradios berichtete, ist die Belastung im Schnee in der Stadt höher als in ländlichen Gebieten. Jedoch würden Studien National Geographic zufolge zeigen, dass Schnee selbst in den entlegensten Regionen der Alpen oder Arktis Mikroplastikpartikel enthält. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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