Wissenschaftler nennen Details

Warum manche Menschen öfter von Mücken gestochen werden

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Der Sommer hält Einzug in Deutschland – und damit auch die Mücken-Plage. Die Insekten haben Vorlieben, bei wem sie zustechen.

Frankfurt – Deutschland hat die erste Hitzewelle des Jahres hinter sich. Teilweise überstiegen die Temperaturen die 35-Grad-Marke. Damit waren optimale Bedingungen für Mücken gegeben. Ob beim Entspannen auf dem Balkon, beim Joggen im Park oder beim Einschlafen im Bett – die Insekten stachen vielerorts zahlreich zu.

Allerdings wurden dabei manche Menschen kaum getroffen und andere massenhaft. Was dahinter steckt, haben Forscher bereits untersucht.

Mückenplage im Sommer: Der Mythos vom „süßen Blut“

Ein viel verbreiteter Mythos ist, dass „süßes Blut“ die Mücken anlocke. Mit diesem Gerücht räumt die Forschung jedoch auf – und verweist darauf, dass ein anderer Aspekt des Bluts die Insekten anzieht. Wie japanische Forscher herausfanden, wirken mehrere Faktoren anziehend auf Mücken. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Journal of Medica Entomology.

Im Sommer bringen hohe Temperaturen oftmals Mücken-Plagen mit sich.

In der Studie zeigte sich unter anderem, dass die Blutgruppe 0 anlockende Eigenschaften für die Insekten besitzt. Zudem fanden die Forscher heraus, dass daraus resultierende Botenstoffe, über die Haut absorbiert werden und ein chemisches Signal an Mücken senden. Allerdings setzen diese Signale lediglich 85 Prozent der Menschen überhaupt ab. Circa 15 Prozent sind, selbst falls sie Blutgruppe 0 aufweisen, weniger durch Mückenstiche gefährdet.

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Neben der Haut werden die produzierten Lockstoffe allerdings auch über die Atmung freigesetzt. Zentrale Bedeutung erhält dabei der Stoff Kohlenmonoxid im Atem. Mücken können diesen über eine Entfernung von 50 Metern wahrnehmen und darauf reagieren. Die Forscher verwiesen jedoch darauf, dass Menschen unterschiedlich viel Kohlenmonoxid ausatmen – sprich: Auch dieser Faktor ist von der jeweiligen Menge abhängig. Neben den genannten Aspekten wurden demnach zahlreiche Faktoren, welche eine Rolle für Insektenstiche spielen können, identifiziert:

  • Körpertemperatur: Wer eine höhere Körpertemperatur aufweist, wird statistisch gesehen, häufiger von Mücken gestochen. Dieses Phänomen geht mit den sommerlichen Temperaturen einher, die durch die Hitzewelle vorherrschten. Besonders durch das Phänomen der Körpertemperatur sind zum Beispiel schwangere Frauen betroffen, da durch die Schwangerschaft die Körpertemperatur konstant relativ hoch ist.
  • Schweißproduktion: Wer häufig und intensiv schwitzt, wird ebenfalls – aus statistischer Perspektive – häufiger von den Insekten geplagt. Zentrale Bedeutung nehmen dabei durch den Stoffwechsel abgesonderte Stoffe, wie Ammoniak oder Harnsäure, ein. Diese sind regelrechte Lockmittel.
  • Haut: Hinzu kommt der Aspekt der Hautbeschaffenheit. Niederländische Forscher fanden in einer Studie heraus, dass Menschen häufiger von Mücken gestochen werden, falls sie weniger Bakterien auf der Haut haben. Gleichzeitig gehe es jedoch nicht nur um die Anzahl der Bakterien, sondern auch um die Art. Bestimmte Hautbakterien würden die Mücken besonders anlocken, heißt es in der Studie.
  • Genetik: Genetische Voraussetzungen spielen eine grundsätzliche Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie britischer Wissenschaftler, die eineiige Zwillinge untersucht hat. Sie wurden in der Studie ähnlich oft gestochen. Deshalb erklären die Forscher: Das genetische Profil hat Auswirkungen auf die oben genannten Aspekte, determinieren beispielsweise welche Gerüche abgesondert oder welche Bakterien gebildet werden.

Fazit: Tatsächlich weisen gewisse Menschen Merkmale auf, welche sie zu „Opfern“ der Mückenplage machen. Zahlreiche Faktoren spielen dabei eine Rolle. Die wichtige Rolle nimmt dabei die Genetik des oder der Betroffenen ein.

Im Sommer bringen hohe Temperaturen oftmals Mücken-Plagen mit sich.

Eine Möglichkeit die Mücken-Plage effektiv loszuwerden, ist eine bestimmte Pflanze. Ein Gärtner verrät Details. (tu)

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