Gesunde Mundflora, gesunder Körper? Veränderte Mundschleimhaut ist meist harmlos - es können aber auch Krankheiten wie Mundhöhlenkrebs dahinter stecken.
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Gesunde Mundflora, gesunder Körper? Veränderte Mundschleimhaut kann ein Anzeichen für Mundhöhlenkrebs sein.

Senken Sie Ihr Krebsrisiko

Mundkrebs? Bei welchen Veränderungen im Mundraum Sie zum Arzt gehen sollten

  • Juliane Gutmann
    vonJuliane Gutmann
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Veränderungen der Mundschleimhaut sind oft harmlos – es können aber auch Erkrankungen wie Mundkrebs dahinterstecken. Folgende Symptome sollten Sie ernst nehmen.

  • Wer häufig Aphten oder Herpes hat, muss zwar unangenehme Symptome wie Brennen und Spannungsgefühl aushalten, allerdings gelten diese Hautveränderungen als harmlos.
  • Doch es gibt Veränderungen der Mundschleimhaut, die auf schlimme Krankheiten wie Mundkrebs hinweisen.
  • Erfahren Sie hier, welche Symptome für Mundhöhlenkrebs sprechen und wie Sie Ihr Risiko senken können.

Bösartige Krebsgeschwüre können an so gut wie jeder Stelle im menschlichen Körper entstehen – auch im Mund. Jährlich erkranken mehr als 10.000 Menschen in Deutschland an Mundhöhlenkrebs, wie die Kassenärztliche Vereinigung Bremen (KVHB) informiert. Meist seien die Patienten über 50 Jahre alt und männlich. Von Mundhöhlenkrebs sprechen Mediziner, wenn ein bösartiger Tumor von der Mundschleimhaut ausgeht und ein Gewebe im Mundraum befällt, dazu zählen etwa die Innenseiten der Wangen und Lippen, das Zahnfleisch, der Mundboden oder der vordere Gaumen. Auch Zungenkrebs* ist eine Form von Mundhöhlenkrebs.

Ist es Mundkrebs? Wann der Weg zum Arzt führen sollte

Die Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Uniklinikums Aachen warnt: Hinter Veränderungen der Oberflächenbeschaffenheit der Mundschleimhaut kann auch eine Krebsvorstufe stecken. Besonders auf die Farbe der Mundschleimhaut solle geachtet werden: Verfärbt sie sich, kann das ein Anzeichen dafür sein, dass sich ein Tumor entwickelt. Nicht nur eine veränderte Farbe, auch auffälliges Gewebe wie nicht heilende Wunden, Schwellungen oder nicht abwischbare Flecken sollten vom Facharzt untersucht werden. Als tumorverdächtig gelten auch langwierige Entzündungen, die mit Dellen in der Mundschleimhaut einhergehen.

Mundhöhlenkrebs-Symptome im Überblick

  • weißliche oder rote Flecken im Mund, die sich weder abwischen noch abkratzen lassen
  • erhabene oder eingezogen Hautveränderungen im Mundraum
  • verfärbte Mundschleimhaut
  • Taubheitsgefühl an Zunge oder Lippen
  • wunde Stellen im Mund, die nicht heilen
  • Schwellungen im Mund
  • Beschwerden beim Kauen und Schlucken
  • Schwierigkeiten beim Sprechen
  • verminderte Beweglichkeit der Zunge

So senken Sie Ihr Mundhöhlenkrebs-Risiko

Werden Tumore im Mund- und Kieferbereich frühzeitig erkannt, können sie gut behandelt werden. Daher ist es ratsam, den Mundraum zu beobachten und bei Veränderungen den Allgemeinarzt aufzusuchen, der gegebenenfalls zu einem Facharzt überweist. Auch der Zahnarzt ist gefragt: Krebsfrüherkennung in der Mundhöhle muss im Rahmen der zahnärztlichen Routineuntersuchung erfolgen, wie die Uniklinik Aachen meldet.

Bestimmte Lebensgewohnheiten triggern die Entstehung von Mundhöhlenkrebs, wie die KVHB informiert. So sollen Menschen ein 30-fach höheres Mundkrebs-Risiko haben, wenn sie über eine lange Zeit regelmäßig rauchen und Alkohol trinken.

Folgende Faktoren fördern die Entwicklung von Mundhöhlenkrebs:

  • Rauchen
  • zu viel Alkohol
  • eine falsche Mundhygiene

Als Risikofaktoren für Mundhöhlenkrebs gelten auch:

  • virale Infektionen
  • irritierte Mundschleimhaut durch scharfe Zahnkanten
  • chronische Entzündungen

(jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Video: Kampf gegen Krebs - die Lösung steckte die ganze Zeit in unseren Zellen

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Diese Dinge sind schlecht für Ihre Zähne

Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt.
Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt. © Pixabay
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden.
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden. © Pixabay
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ...
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ... © Pixabay
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen.
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen. © Pixabay
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen.
Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen. © Pixabay
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz.
Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz. © Pixabay
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden.
Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden. © picture alliance / dpa
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein.
Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein. © picture alliance / dpa
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen.
Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen. © Pixabay

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