Mundspülung im Test: Top-Marke fällt bei Öko-Test krachend durch
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Mundspülung im Test: Top-Marke fällt bei Öko-Test krachend durch

21 Produkte im Test

Mundspülung-Test 2021: Bekannte Marken versagen komplett bei Öko-Test

  • VonLena Zschirpe
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Zu einer umfassenden Zahnhygiene gehört auch die Mundspülung. Öko-Test hat bekannte Marken unter die Lupe genommen und dabei überraschendes festgestellt.

Dortmund – Zahnpasta, Mundöl, Zahnseide und Zahnzwischenraumbürste: Für die ausführliche Zahnreinigung gibt es viele Produkte. Auch Mundspülung kann die Mundhygiene abrunden. Öko-Test (Ausgabe 05/2021) hat untersucht, welche wirklich zu empfehlen sind, berichtet RUHR24*.

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Mundspülung bei Öko-Test: Das soll sie bei der Zahnhygiene bewirken

Um das herauszufinden ist es wichtig zu erfassen, was Mundspülung überhaupt leisten soll. Die Flüssigkeit kann zusätzlich dabei helfen, Karies und Zahnfleischentzündungen vorzubeugen. Laut Öko-Test zeigen mehrere Studien, dass flouridhaltige Mundspülungen „einen kariesprophylaktischen Effekt“ haben können und das besonders bei Verbrauchern mit hohem Kariesrisiko. Mundspülung soll angeblich sogar die Coronaviruslast verringern*.

Die Mundspülungen, die von Öko-Test untersucht wurden, enthalten alle Flourid. Damit haben sie in der Theorie die gleichen Voraussetzungen um bei der Zahnhygiene zu überzeugen.

Bei Zahnfleischentzündungen soll Mundspülung besonders effektiv sein. Öko-Test bezieht sich bei der Untersuchung auf eine Studie. Hier habe sich gezeigt, dass antimikrobielle Mundspüllösungen Plaque umfassender reduzieren als das reine, mechanische Zähneputzen.

Brennen und Zahnsteinbildung als Nebenwirkung: Mundspülung im Öko-Test

Trotzdem ist Mundspülung in der Zahnhygiene optional, erklärt die Chefin der Abteilung Parodontologie des Uniklinikums Marburg Nicole Arweiler: „Wer eine gute Mundhygiene betreibt und keine Probleme mit dem Zahnfleisch hat, braucht keine antibakteriell wirksame Mundspüllösung.“ Außerdem könnte es bei der Benutzung zu leichten Nebenwirkungen kommen. Wie etwa Verfärbungen im Mundraum, Brennen oder vermehrte Zahnsteinbildung.

Öko-Test bemängelt außerdem, dass nicht alle Inhaltsstoffe von Mundspülungen unbedenklich sind. So könne Alkohol für alkoholkranke Menschen zur echten Gefahr werden. Oft enthalten ist auch das Tensid Natriumlaurylsulfat. Aus Sicht der Tester ist dieses zu aggressiv und habe bei der Zahnhygiene „nichts zu suchen“.

Ebenfalls kritisch gegenüber steht Öko-Test dem Antioxidans BHT und dem Konservierungsmittel Propylparaben. Beide stehen im Verdacht, hormonell zu wirken.

Öko-Test: Alle Noten sind bei Mundspülung vertreten

Insgesamt hat Öko-Test (Bezahlartikel) 21 Mundspülungen, die in Drogerien, Supermärkten oder Discountern erhältlich sind, untersucht. Darunter auch fünfmal zertifizierte Naturkosmetik. Mundspülungen für empfindliche Zähne oder mit dem versprechen, die Zähne zu bleachen wurden nicht berücksichtigt. Alle Produkte wurden im Labor auf bedenkliche Inhaltsstoffe untersucht.

Das überraschende: Vor allem bekannte Marken mit großen Werbekampagnen konnten bei dem Test nicht überzeugen. Das war beim Öko-Test zu Zahnpasta ähnlich*. Während bei der Mundspülung auch zweimal die Note „Sehr gut“ vergeben wurde, haben vier Markenprodukte die Note „mangelhaft“ erhalten. Einmal mussten die Tester von Öko-Test sogar „ungenügend“ vergeben. Damit waren bei dem Test wirklich alle Schulnoten vertreten.

Video: Mundspülungen im Test – diese Billigprodukte hängen die Klassiker ab

Öko-Test: Bekannte Marken fallen bei Mundspülung mit Abstand durch

Das Gesamturteil „Mangelhaft“ haben bei Öko-Test unter anderem folgende Mundspülungen erhalten:

  • Listerine „Zahn & Zahnfleischschutz Tägliche Mundspülung“
  • Odol-Med 3 „All In One Schutz Mundspülung“
  • Oral-B „Zahnfleisch & -Schmelz Mundspülung frische Minze“

Alle drei konnten bei der Beurteilung ihrer allgemeinen Inhaltsstoffe nur „ausreichend“ erreichen. Die Mundspülungen von Odol-Med und Oral-B enthielten außerdem PEG beziehungsweise PEG-Derivate. Diese werden als Bestandteil in Kosmetik kritisch beäugt und sollen die Haut unter anderem durchlässiger für Schadstoffe machen. Sie stehen auch im Verdacht, Allergien auszulösen.

Als Testsieger geht ein Produkt aus der Naturkosmetik mit der Note „sehr gut“ hervor. Die Stiftung Warentest kam zu einem anderen Ergebnis*, als sie Anfang des Jahres Mundspülungen untersucht hat. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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