Ein Baby liegt in seinem Bett .
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Wer dem plötzlichen Kindstod vorbeugen will, sollte sich genau anschauen, wie das Baby schläft. Im Bett sollten sich keine Kuscheltiere, Decken oder „Nestchen“ befinden – ein Schlafsack reicht.

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Plötzlicher Kindstod: Risikofaktoren minimieren

Es ist der Albtraum aller Eltern: der plötzliche Kindstod. Die Ursachen sind noch immer unbekannt, aber einige Risiken lassen sich vermeiden.

  • Der plötzliche Kindstod – der unerwartete Tod eines Babys ohne Ursache – ist der Alptraum junger Eltern.
  • Einige Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod lassen sich ausschließen.
  • Besonders wichtig ist der Schlaf des neugeborenen Kindes.

Frankfurt – Endlich ist das Baby da! Neun Monate und länger haben die jungen Eltern auf diesen Tag gewartet - und nun wird schlagartig alles anders. Ein Baby stellt das Leben und den Alltag auf den Kopf - und macht jungen Eltern die zahlreichen Risiken und Gefahren bewusst, die man bis dahin noch gar nicht richtig wahrgenommen hatte. Fragt man Eltern von Neugeborenen, wovor sie am meisten Angst haben, würde sich die große Mehrheit wohl auf den plötzlichen Kindstod einigen - den absoluten Alptraum aller jungen Eltern.

Plötzlicher Kindstod - der Alptraum aller jungen Eltern

Der Begriff plötzlicher Kindstod („Sudden Infant Death Syndrome“, SIDS) steht für den unerwarteten und unerklärlichen Tod eines Babys oder Kleinkinds, für den auch eine Autopsie keinen Grund findet. Auch wenn die Zahl der Fälle, in denen Babys den plötzlichen Kindstod gestorben sind, in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind, ist das Thema bei vielen jungen Eltern sehr präsent - schließlich gibt es nichts schlimmeres, als das eigene Baby zu verlieren. Im Jahr 1990 starben in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 1283 Babys oder Kleinkinder ohne feststellbare Ursache, während die Zahl 2014 auf 119 Kinder (bei 714.927 Geburten) sank.

Dieser Rückgang wird dadurch erklärt, dass man mittlerweile einige Umstände und Risikofaktoren kennt, die mit dem plötzlichen Kindstod im Zusammenhang zu stehen scheinen. Heute weiß man ungefähr, was Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod sind und mit welchen Maßnahmen man dem unerklärlichen Tod eines Babys vorbeugen kann.

Wenn das Baby unerwartet stirbt - Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod

Zu den Risikofaktoren für den plötzlichen Kindstod zählen:

  • Junges Alter der Mutter (unter 20 Jahre)
  • Frühgeburt bis zur 33. Schwangerschaftswoche
  • Sehr geringes Geburtsgewicht des Babys
  • Geschwister, die bereits den plötzlichen Kindstod starben
  • Lebensbedrohliche Krise, die der Säugling bereits durchgemacht hat
  • Mutter nimmt Drogen
  • Mutter rauchte während der Schwangerschaft
  • Rauchen in der Umgebung des Säuglings
  • Schlafen in Bauchlage
  • Überhitzung im Bett
  • Fehlende Luftzirkulation im Bett oder Kinderwagen

Als besonders gefährdet, den plötzlichen Kindstod zu sterben, gelten auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien und Kinder Alleinerziehender. Säuglinge, die im Schlaf sehr stark schwitzen oder durch längere Atempausen (Apnoe) auffallen, sind ebenfalls sehr gefährdet. Ist ein Kind im Schlaf ungewöhnlich blass oder laufen Arme und Beine im Schlaf blau an, kann das ebenfalls auf eine besondere Gefährdung hindeuten.

Wenn man Risikofaktoren kennt, kann man zumindest einige von ihnen ausschließen. Eine Empfehlung, die sich junge Eltern unbedingt merken sollten, heißt „3R“: Rückenlage beim Schlafen, rauchfreie Umgebung, richtiges Bett.

Dem plötzlichen Kindstod vorbeugen: Babys brauchen eine rauchfreie Umgebung

Auch wenn längst bekannt ist, dass Rauchen in der Schwangerschaft schädlich für das ungeborene Kind ist, kommt es doch immer wieder vor. Raucht eine Schwangere mehr als zehn Zigaretten pro Tag, erhöht sich das Risiko für das Baby, den plötzlichen Kindstod zu sterben, auf das Siebenfache. Wird das Baby etwa durch die Eltern zum Passivraucher, ist das Risiko zwei bis vier Mal höher als in einem rauchfreien Haushalt. Deshalb gilt: In der Nähe von Babys sollte nicht geraucht werden, schon gar nicht in dem Zimmer, in dem das Baby schläft. Die Mutter sollte das Rauchen in der Schwangerschaft und im ersten Jahr vermeiden, um das Baby zu schützen - nicht nur vor dem plötzlichen Kindstod, sondern auch vor den Gesundheitsgefahren durch Nikotin.

Schutz gegen den plötzlichen Kindstod: So schläft das Baby sicher

Generell ist das Thema Schlafen sehr wichtig, wenn es um die Verhinderung des plötzlichen Kindstodes geht, denn die meisten Fälle geschehen während der Schlafenszeit des Säuglings. Mit diesen Tipps schläft das Baby sicher:

  • Das Baby sollte immer in Rückenlage schlafen (das Schlafen auf dem Bauch oder in Seitenlage wird für Babys nicht empfohlen).
  • Das Baby sollte nicht mit einer Decke zugedeckt werden (die könnte auf den Kopf des Babys rutschen), sondern in einem passenden Schlafsack liegen.
  • Im ersten Lebensjahr sollte das Baby im Schlafzimmer der Eltern schlafen.
  • Die ideale Raumtemperatur in dem Zimmer, in dem das Baby schläft, liegt bei 16 bis 18 Grad.
  • Das Baby sollte zum Schlafen nicht zu dick angezogen sein und keine Kopfbedeckung tragen.
  • Das Bett des Babys sollte möglichst leer sein
  • Die Matratze im Babybett sollte luftdurchlässig sein und sich möglichst wenig eindrücken lassen.
  • Ein Kopfkissen, „Nestchen“ (Umrandung des Bettes) oder Kuscheltiere sollten sich nicht im Bett befinden.

Plötzlicher Kindstod: Auch Stillen und ein Schnuller helfen bei der Vorbeugung

Experten empfehlen außerdem, das Baby zu stillen. Auch das soll dem plötzlichen Kindstod vorbeugen - genau wie ein Schnuller. Mehrere Studien haben nach Informationen von netdoktor.de gezeigt, dass ein Schnuller das Risiko für den plötzlichen Kindstod im Schnitt um bis zu 30 Prozent senken kann. Allerdings sollte man einem Baby den Schnuller nicht aufzwingen.

In welchem Alter der plötzliche Kindstod keine Rolle mehr spielt, ist nicht ganz klar. Man weiß jedoch, dass die meisten unerklärlichen Todesfälle bei Babys und Kleinkindern vor dem sechsten Lebensmonat geschehen (80 Prozent), meist im zweiten bis vierten Lebensmonat. Männliche Babys sind mit 60 Prozent etwas gefährdeter als kleine Mädchen (40 Prozent). Außerdem ereignen sich zwei Drittel der Fälle von plötzlichem Kindstod in den Wintermonaten - Experten vermuten einen Zusammenhang mit Erkältungen, durch die die Atemwege nicht ganz frei sind.

Auch in der Schwangerschaft gibt es zahlreiche Fallstricke: Beispielsweise sollten Schwangere bestimmte Lebensmittel meiden. Außerdem gelten für Schwangere am Arbeitsplatz mit Beginn der Schwangerschaft neue Gesetze. (Von Tanja Banner)

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