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Demenz: Elf Faktoren, an denen sie sich vorhersagen lässt

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Eine Heilung von Demenz ist derzeit noch nicht möglich. Frühzeitig erkannt, kann der Verlauf der Erkrankung jedoch verzögert werden. Deshalb sollte man ihre Risikofaktoren kennen.

Rund 1,8 Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer Demenz-Erkrankung. Laut Angaben des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wird die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf 2,8 Millionen steigen. Zwar kann eine Demenz nicht geheilt werden, wenn sie bereits ausgebrochen ist. Wird Alzheimer jedoch früh erkannt, kann ihr Verlauf zumindest verzögert werden. Ob jemand an Demenz erkranken wird, könnte in Zukunft beispielsweise mithilfe eines Bluttests schon viele Jahre vorher erkannt werden. Aber es gibt auch bestimmte Frühwarnsignale, die auf eine spätere Erkrankung hindeuten. Ob ein Risiko für die Nervenkrankheit besteht, hängt außerdem von verschiedenen Faktoren ab.

Elf Faktoren können eine Demenz-Erkrankung voraussagen

Ältere Frau
Nicht nur ein höheres Alter oder eine genetische Veranlagung begünstigen eine Demenz: Auch veränderbare Faktoren können das Risiko für eine Erkrankung erhöhen. © Scott Griessel/IMAGO

In einer im Fachmagazin BMJ Mental Health veröffentlichten Studie fanden Wissenschaftler der Universität Oxford neben dem Apolipoprotein-E-(ApoE-)Genotyp – dem größten bislang bekannten genetischen Risikofaktor für die spätmanifeste Form der Alzheimer-Demenz – elf weitere Risikofaktoren, an denen sich voraussagen lässt, ob eine Person in den nächsten 14 Jahren an einer Demenz erkranken wird. Dafür untersuchten sie Daten von 220.000 Männern und Frauen aus Großbritannien, deren Durschnittsalter bei knapp 60 Jahren lag. Zwei Prozent der Teilnehmer erkrankten innerhalb von 14 Jahren an Demenz. Die Forscher zogen für ihre Analyse 28 bereits bekannte Faktoren heran, die das Risiko für Demenz erhöhen. Von diesen Faktoren erwiesen sich folgende als besonders wesentlich für die Entwicklung der Krankheit:

  1. höheres Alter
  2. männliches Geschlecht (bislang galten Frauen als häufiger betroffen)
  3. alleine leben
  4. Diabetes
  5. bereits erlittener Schlaganfall
  6. niedriger Bildungsstand
  7. hoher Blutdruck
  8. hoher Cholesterinspiegel
  9. Depression in der Vergangenheit
  10. familiäre Vorbelastung (Auftreten einer Demenz in der Familie)
  11. Armut (materielle Deprivation)

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Nicht nur genetische Veranlagung spielt eine Rolle: Veränderbare Faktoren begünstigen Demenz

Auch wenn ein höheres Alter und der genetische Faktor eine Demenz am stärksten begünstigen, spielen Faktoren, die veränderbar sind, oder mit dem eigenen Lebensstil zusammenhängen ebenfalls eine Rolle. Laut Studienautorin Sana Suri vom Department of Psychiatry an der Oxford Universität ist das geschätzte Risiko für eine Person mit Diabetes, Depression und Bluthochdruck etwa dreimal höher als das einer gleichaltrigen Person, welche keines der Symptome aufweist, wie sie gegenüber der britischen Zeitung The Guardian erklärt. Laut dem Deutschen Ärzteblatt weisen Befunde außerdem auf eine Gen-Lebensstil-Interaktion bei der Entstehung von Demenzerkrankungen hin. Demnach könnte bei ApoE-e4-Trägern das erhöhte genetische Risiko für kognitive Einschränkungen durch einen gesunden Lebensstil gesenkt werden.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

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