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Rauchstopp jetzt!

Rheumatische Erkrankung Morbus Bechterew

Rauchen schadet bekanntermaßen der Gesundheit. Was viele nicht bedenken: Auf bereits bestehende Krankheiten wirkt sich Tabakkonsum ebenfalls negativ aus.

Ein gutes Beispiel ist Morbus Bechterew. Rauchen verschlimmert den Verlauf der chronischen Krankheit deutlich. Ärzte raten Patienten deshalb dringend, mit dem Tabakkonsum aufzuhören.

Die Erkrankung Morbus Bechterew

Morbus Bechterew ist eine chronisch-rheumatische Erkrankung, die mit Entzündungen an der Wirbelsäule einhergeht. Die Krankheit trifft häufig erstmals im jungen Erwachsenenalter in Form von leichten Rückenschmerzen auf. Mit der Zeit verspüren die Patienten immer stärkere Schmerzen, meist im unteren Rücken, und klagen über eingeschränkte Beweglichkeit.

Ohne konsequente Therapie kann ankylosierende Spondylitis (AS), wie Morbus Bechterew auch genannt wird, zu bleibenden Schäden an der Wirbelsäule und dauerhaften Bewegungseinschränkungen führen. Ein Rheumatologe verordnet regelmäßige Physiotherapie sowie Medikamente gegen Schmerzen und Entzündungen. Zunächst kommen kortisonfreie Antirheumatika mit Wirkstoffen wie Diclofenac und Ibuprofen zum Einsatz. Helfen diese nicht ausreichend, hemmen hochwirksame Biologika mit Wirkstoffen wie Secukinumab die Entzündungen.

Raucher leiden stärker unter der Krankheit

Bei Patienten mit einem ansonsten gesunden Lebensstil kann diese Behandlung zu einem weitgehend beschwerdefreien Alltag führen. Anders sieht es bei Patienten aus, die rauchen. Der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e. V. (DGRh) zufolge ist fast jeder zweite Patient, der wegen Morbus Bechterew bei einem Facharzt in Behandlung ist, aktiver oder ehemaliger Raucher. Diese Patienten leiden unter stärkeren Rückenschmerzen, und die drohende Versteifung der Wirbel schreitet schneller voran.

Das bestätigt auch eine Studie aus Großbritannien, die 2019 in der Fachzeitschrift „Rheumatology“ veröffentlicht wurde. Von 2.000 Patienten hatten diejenigen, die rauchen oder früher geraucht haben, stärker mit den Symptomen von Morbus Bechterew zu kämpfen. Sie litten häufiger unter Folgeerscheinungen wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Angst und Depressionen. Zudem erkranken Raucher öfter an Schuppenflechte, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung.

Fest steht: Die Schadstoffe im Tabakrauch lösen Entzündungsreaktionen im Blut aus. Dadurch werden chronische Entzündungen wie bei Rheuma und Morbus Bechterew verstärkt, die Gelenke heftiger angegriffen und zerstört. Bei rauchenden Patienten sind die Beschwerden stärker und die Prognosen schlechter.

Therapie mit Rauchentwöhnung kombinieren

Zur herkömmlichen Therapie mit regelmäßiger Bewegung und Medikamenten gehört für nikotinabhängige Betroffene unbedingt eine Rauchentwöhnung. Die DGRh rät Betroffenen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um auf den schädlichen Tabakrauch zu verzichten. Nikotinersatzstoffe und Medikamente können helfen, ebenso psychologische Beratungen und die Teilnahme in Selbsthilfegruppen. Darüber hinaus bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein kostenloses „rauchfrei“-Ausstiegsprogramm an.

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