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Schuppenflechte:

Bei der Haut ist oft nicht Schluss

Sie befällt nicht nur die Haut, in schweren Fällen greift Schuppenflechte auch auf den Bewegungsapparat über. Diese sogenannte Psoriasis-Arthritis wird allerdings oft nicht oder erst spät erkannt.

Die Symptome sind verwirrend: Während Rötungen und die schuppigen Hautausschläge oft schnell als Folgen einer Schuppenflechte erkannt werden, laufen Betroffene mit unklaren Knie- und Sehnenschmerzen, morgendlicher Steifigkeit in Gelenken, brüchigen Fingernägeln oder angeschwollenen Fingern oft von einem Arzt zur anderen. Und finden keine Abhilfe.

Schuppenflechte kann auch die Gelenke betreffen – doch das Krankheitsbild der Psoriasis-Arthritis ist vielfältig und eben nur sehr selten eindeutig. Die Symptome können zudem bei jedem Betroffenen anders und in individueller Form auftreten. Fehldiagnosen sind daher nicht selten, die verordneten Therapien bleiben dann wirkungslos.

Wenn sich der Körper selbst angreift

Zwei Millionen Menschen leiden bei uns unter der Autoimmunerkrankung Schuppenflechte. Bei bis zu einem Drittel von ihnen führt eine Fehlreaktion im körpereigenen Immunsystem nicht nur zu einem quälenden Juckreiz und belastenden Hautproblemen, sondern greift auch auf die Gelenke über.

Schuppenflechte ist mehr als nur eine unangenehme Hauterkrankung. Bei dieser vermutlich genetisch bedingten Krankheit greifen die körpereigenen Abwehrkräfte das eigene Gewebe an. Kommen bestimmte äußere Faktoren hinzu, entstehen die Symptomschübe. Selbst wenn bei einem leichteren Verlauf nur begrenzte Hautpartien die unangenehmen Erscheinungen zeigen sollten, bleibt Schuppenflechte eine unheilbare Krankheit. Sie wirkt sich ein Leben lang unterschiedlich intensiv aus und verschlechtert sich auch. Und manchmal kann sich daraus die schwerwiegende Psoriasis-Arthritis entwickeln.

Exakte Diagnose wichtig

So sehr sich Betroffene auch damit quälen: Psoriasis-Arthritis – kurz PsA genannt – bleibt häufig viel zu lange unerkannt. Ein Dermatologe, die sich um Besserung der Hautprobleme kümmert, ist kein Experte für die anderen Symptome. Die Erkrankten haben sich vielfach mit ihrer Situation abgefunden – Schuppenflechte verläuft in Schüben, manchmal scheinen die Medikamente zu helfen, dann wieder wird die Krankheit fast unerträglich. Das kostet viel Energie, der Leidensdruck ist hoch und führt oft zu Resignation.

Und so gehen viele an PsA Erkrankte ihren zusätzlich auftretenden Beschwerden nicht energisch genug nach. Der Befall von Gelenken und Bewegungsapparat macht jedoch den Besuch beim Rheumatologen dringend notwendig – und selbst für den Experten ist es nicht leicht, anhand der oft unklaren Symptomen die richtige Diagnose zu stellen. Die zuweilen falsch verschriebenen Medikamente können die Beschwerden nicht lindern. Ein Teufelskreis, der auch psychisch stark belastet und den Betroffenen den Blick auf das tatsächliche Krankheitsbild weiter verstellen kann.

Geeignete Medikamente verfügbar

Doch es gibt gute Gründe für Optimismus. So wie seit einigen Jahren Medikamente für eine spürbare Linderung der normalen Schuppenflechte verfügbar sind, helfen mittlerweile sogenannte Biologika, die Symptome der Psoriasis-Arthritis einzudämmen. Diese künstlich hergestellten Eiweiße können genau jene Botenstoffe und Enzyme im körpereigenen Abwehrsystem hemmen, die die entzündlichen Prozesse der Schuppenflechte hervorrufen.

Ob einfache Schuppenflechte oder Psoriasis-Arthritis: Eine Behandlung kann nur dann individuell wirksam sein, wenn die Erkrankung eindeutig erkannt und möglichst früh therapiert wird. Alle auftretenden körperlichen Symptome sollten also immer mit einem Facharzt besprochen werden – je mehr der Patient dabei mit all seinen Beschwerden ganzheitlich betrachtet wird, desto besser lassen sich die Zusammenhänge der Symptome und damit deren tatsächlich Ursache erkennen. Betroffene müssen mit ihrer Erkrankung leben – aber sie müssen nicht unnötig darunter leiden.

Schmerzen in Gelenken oder Fingern können Symptom von Psoriasis-Arthritis sein und sollten sorgfältig untersucht werden.

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