+
Rauchen ist immer noch die am weitest verbreitete Sucht in Deutschland. Es gibt hierzulande nach wie vor ca. 12 Millionen Raucher.

Suchterkrankungen:

Was Betroffene tun können

In Deutschland gelten rund 17,56 Millionen Menschen als suchtkrank. Heutzutage gibt es zwar viele Wege und Möglichkeiten der Aufklärung, dennoch sind Suchterkrankungen leider auch 2019 allgegenwärtig.

Nicht nur Alkohol und Drogen gelten als Suchtmittel. Neue Konsumgüter führen auch zu neuen Erkrankungen. Aber welche Suchterkrankungen gibt es eigentlich? Und was können Betroffene tun, um von der Sucht loszukommen und eine Heilung anzustreben?

Die häufigsten Suchterkrankungen 

Es gibt viele verschiedene Suchtmittel, die von den Deutschen konsumiert werden. Einige existieren schon seit vielen Jahren und sorgen so für unzählige Suchtkranke. Andere sind modernere Suchtmittel, von den jährlich mehr Menschen betroffen sind. 

Die häufigsten Suchtmittel im Überblick:

  1. Zigaretten - Wie jedes Jahr zählen Zigaretten auch im Jahr 2019 zu den größten Suchtmitteln. Zwölf Millionen Deutsche rauchen nach repräsentativen Studien in Deutschland täglich und sind süchtig nach Zigaretten. Genauer gesagt sind diese Raucher nikotinsüchtig.
  2. Medikamente - Für viele ist es überraschend, dass mehr Deutsche abhängig von Medikamenten als von Alkohol sind. Nach Schätzungen sollen 2,3 Millionen Menschen zwanghaft Medikamente einnehmen. Eine Medikamentensucht kann von verschiedenen Arzneimitteln ausgelöst werden. Als häufigstes Suchtmittel von Medikamenten zählen Schmerzmittel.
  3. Alkohol - Etwa 1,6 Millionen Menschen sind in Deutschland alkoholabhängig. Die Anzahl der alkoholbedingten Suchtkranken ist in den letzten Jahren etwas gesunken. Dennoch gilt Alkohol als einer der größten und gefährlichsten Suchtmittel. Neben Langzeitschäden verursacht Alkohol jährlich auch viele tödliche Unfälle und Zwischenfälle.
  4. Drogen - Rund 600.000 Deutsche weisen ein Suchtproblem mit Drogen auf. Neben dem Konsum von Cannabis werden auch viele weitere illegale Drogen konsumiert. Die meisten drogenabhängige Menschen konsumieren in Deutschland Cannabis. Viele sind aber auch süchtig nach Kokain, Amphetaminen oder LSD.
  5. Internet - Der wachsende Einfluss von sozialen Netzwerken hat den Gebrauch von Smartphones und dem Internet exponentiell steigen lassen. 560.000 Deutsche weisen einen problematischen Umgang mit dem Internet auf und sind onlineabhängig. Ein Phänomen, das in den vergangenen Jahren immer mehr Suchtkranke gefordert hat.
  6. Glücksspiel - Laut repräsentativen Studien zeigen 500.000 Menschen in Deutschland ein problematisches oder sogar pathologisches Verhalten mit Glücksspiel. Viele Deutsche verlieren jährlichen Unmengen an Geld und zum Teil sogar ihr Hab und Gut. Neben gängigen Glücksspielen haben Studien ergeben, dass besonders Live-Wetten bei Sportveranstaltungen ein hohes Suchtpotenzial mit sich bringen. Wer sich bereits im Sportfieber befindet und dann mitten im Spiel noch eine Wette platzieren kann, verliert schnell den Überblick.

Was können Betroffene tun? 

Wer jemanden kennt, der ein Problem mit einer Sucht hat oder selbst das Gefühl hat, unter einer Suchterkrankung zu leiden, kann Hilfe suchen. Es gibt viele Wegen mit denen Betroffene ihre Sucht bekämpfen können. Diese Möglichkeiten können Suchtkranke nutzen, um einen Ausweg aus ihrem Problem zu finden:

  • Selbsthilfegruppen: Suchtkranke können Hilfe bei Selbsthilfegruppen finden. In den Sitzungen tauschen sich die Betroffenen mit Gleichgesinnten über ihre Sucht aus. Meistens werden sie von Psychologen oder ehemaligen Abhängigen geleitet. So können sie Erfahrungen und Methoden zur Bekämpfung des Problems erhalten und selbst anwenden. Außerdem haben die Gruppenmitglieder nicht das Gefühl, verurteilt zu werden, weil jedes Mitglied im gleichen Boot sitzt. Auch einem Rückfall kann in den Gruppen entgegengewirkt werden.
  • Ärztliche Hilfe: In vielen Fällen ist die Suchterkrankung so schwer, dass die Betroffenen es nicht aus eigener Kraft schaffen. Diese zu bekämpfen, kann ärztliche Hilfe fordern. In diesen Fällen ist oft Entgiftung, Entzug oder Entwöhnung anzustreben. Diese finden oft in Langzeittherapien statt, die ambulant, teilstationär oder stationär gehalten werden können. Sie beinhalten in der Regel auch eine Weiterbehandlung und Nachsorge.
  • Hypnose: Vor allem Nikotinabhängige suchen oft die Hilfe bei einem Hypnotiseur. Eine Hypnose soll durchaus schon vielversprechende Ergebnisse gebracht haben. Der Erfolg von Hypnose bei Suchterkrankungen ist aber umstritten und nicht belegt.
  • Suchtberatung: Sind sich Angehörige und Betroffene nicht sicher, welche Behandlung die Richtige ist, sollte eine Suchtberatung genutzt werden. Es gibt viele Stellen und auch Telefonhotlines, die Beratungen anbieten. Je nach Erkrankung und Suchtmittel existieren verschiedene Adressen, die die besten Einrichtungen kennen.

Sind Süchte heilbar? 

Eine Sucht kann durchaus bekämpft und besiegt werden. Denn jede Suchterkrankung ist grundsätzlich heilbar. Je nach Suchtmittel sind die Erfolgsaussichten unterschiedlich hoch. Aber wovon hängt der Erfolg ab?

  1. Selbsterkenntnis - Bevor ein Betroffener eine Heilung anstreben kann, muss dieser einsehen, dass er ein Suchtproblem hat. Das große Problem von Suchtkranken ist oft, dass sie nicht einsehen wollen, dass sie krank sind. Einsicht ist der erste Weg zur Besserung und gerade bei Suchtproblemen ist das Sprichwort sehr treffend. Denn nur, wer den sprichwörtlichen Schalter im Kopf umlegt, hat Chancen auf einen Erfolg.
  2. Wissen, was die Sucht verursacht - Um einen Gegner bekämpfen zu können, sollten Betroffene diesen bestens kennen. Das ist auch bei einem Suchtproblem nicht anders. Wer eine Sucht bekämpfen möchte, sollte wissen, was sie verursacht und welche Folgen sie haben kann. So wird ihnen klar, welche Konsequenzen es haben wird, wenn sie diese nicht besiegen.
  3. Hilfe suchen und annehmen - Nur zu wissen, dass die Suchtkranken ein Problem haben und wodurch es verursacht wird, reicht bei Weitem nicht. Hilfe zu suchen, erfordert für Suchtkranke oft große Überwindung. Angst vor Verurteilung und Scham sorgen oft dafür, dass keine Hilfe gesucht wird. Wer also bereit ist, Hilfe zu suchen und diese auch anzunehmen, macht den ersten wahren Schritt in Richtung Suchtbekämpfung.
  4. Nachsorge - Die Quote an Rückfällen von Suchtkranken ist unglaublich hoch. Nach einer Entgiftung liegt die Quote eines Rückfalls bei 84 %. Das sagen wissenschaftliche Studien. Nur von einem Suchtmittel runter zu kommen, reicht also in den seltensten Fällen schon aus. Nachsorge und Folgebehandlungen ermöglichen es, clean zu bleiben und nicht wieder der Sucht zu verfallen.

Fazit 

Suchterkrankungen sind auch im Jahr 2019 noch ein großes Problem in der Gesellschaft. Viele Deutsche haben ein Problem mit Suchtmitteln verschiedener Art. Aber eine Sucht kann bekämpft werden. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Betroffenen sich dem bewusst sind und bereit sind, ihre Krankheiten zu bekämpfen. Nur so kann für immer mit dem Rauchen, Trinken, Drogen, Internetkonsum oder Medikamentenmissbrauch aufgehört werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare