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Selbstgespräche zu führen, ist nicht verrückt. Wer mit sich selbst redet, sortiert seine Gedanken und macht sie sich bewusst.

Ist es verrückt, Selbstgespräche zu führen?

Manche Frage traut man kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen.

Manche Frage traut man kaum zu stellen - nicht einmal dem Partner, und auch nicht einem Arzt oder Anwalt. Das Thema ist unangenehm, der Einblick in die persönlichen Lebensumstände könnte peinlich und tief werden, vielleicht drohen sogar rechtliche Konsequenzen.

Doch wie gut, dass einen Freund gerade ganz genau dasselbe Problem beschäftigt. Fragen wir also doch mal für ihn...

Die Frage heute: Ist mein Freund verrückt, weil er Selbstgespräche führt?

Antwort: Mit ziemlicher Sicherheit: nein! Im Gegenteil. Selbstgespräche können sehr nützlich sein, sagt Familientherapeut Björn Enno Hermans. „Sie helfen, den Gedankenbrei in unserem Kopf zu strukturieren.” Außerdem macht man sich bewusst, was man laut ausspricht. Das kann von Vorteil sein, wie der Psychologe Dietrich Dörner in einer kleinen nachgewiesen hat: Er filmte Studenten bei der Konstruktion eines Fahrradständers. Dabei brachten diejenigen die besten Ergebnisse hervor, die während der Konstruktionsphase permanent vor sich hingemurmelt hatten.

„Viele Menschen sprechen mit sich selbst”, bestätigt auch Peter Walschburger, Biopsychologe an der Freien Universität Berlin. Kinder tun es spontan und noch ganz ungeniert, während sich Erwachsene zu Unrecht häufig dafür schämen. Dabei sei solch ein Verhalten vor allem dann krankhaft, wenn man eben nicht mit sich selbst spricht. „Menschen mit Psychosen sprechen oft mit imaginären anderen, nicht mit sich selbst”, sagt Walschburger. Und sie können es im Gegensatz zu gesunden Menschen nicht kontrollieren.

(dpa)

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