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Erster Vibrionen-Fall 2020 an der Ostsee: Badenden Urlaubern drohen schwere Infektionen

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Zwei Mädchen tragen einen aufblasbaren pinken Flamingo
Bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein zieht es Urlauber und Einheimische an die Strände entlang der Ostsee. © Jens Büttner/dpa

Die warmen Temperaturen im Norden heizen die Ostsee auf. Ein Eldorado für Vibrionen ensteht: Bakterien, die Fieber und auch Blutvergiftung auslösen können.

Jedes Jahr aufs Neue lockt der Strandurlaub. In Zeiten von Corona führt der Sommerurlaub 2020 viele an die Nord- oder Ostsee: ausgedehnte Strandspaziergänge, Picknick im Strandkorb und Plantschen in den Wellen inklusive. Doch warme Temperaturen haben auch zur Folge, dass sich eine Reihe von Algen und Keimen im Wasser wohl fühlen – und gedeihen. So kommt es jährlich zu vermehrtem Blaualgen-Wachstum, wenn die Wassertemperatur steigt. Und auch Vibrionen-Infektionen häufen sich, wenn das Wasser eine Temperatur von mehr als 20 Grad Celsius erreicht. Ist es zudem nicht zu salzig wie das Wasser der Ostsee, herrschen ideale Bedingungen für Vibrionen.

Der erste Vibrionen-Fall 2020 wurden jetzt im Raum Ribnitz-Damgarten im Landkreis Vorpommern-Rügen gemeldet: Hier hatte sich eine Frau beim Schwimmen mit den Bakterien infiziert, wie das örtliche Gesundheitsamt meldete. Zwei weitere Verdachtsfälle gibt es zudem im Uni-Klinikum Greifswald, wie der NDR berichtete.

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Symptome einer Vibrionen-Infektion: jetzt schnell zum Arzt

Vor allem für bestimmte Risikogruppen kann eine Vibrionen-Infektion Lebensgefahr bedeuten. Die stabförmigen Kleinstlebewesen finden durch kleinste Wunden ihren Weg in den Körper und infizieren dort das Gewebe. Die Folge können schmerzhafte Entzündungen sein – aber auch eine lebensbedrohliche Blutvergiftung oder das Absterben von Gewebe (sogenannte Nekrosen) sind möglich. „Ein frühes Symptom ist ein lokaler Schmerz, der angesichts der sichtbaren Wunde überproportional stark erscheint. Zudem können Fieber, Schüttelfrost und Sepsis auftreten. Chirurgische Behandlungen bis hin zur Amputation von Gliedmaßen können die Folge sein. Schwere Erkrankungen können tödlich verlaufen", informiert das Robert Koch-Institut (RKI) als Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten. Auch das Schlucken von infiziertem Wasser kann eine Vibrionen-Infektion zur Folge haben. In dem Fall kommt es häufig zu Magen-Darm-Beschwerden mit Erbrechen und Durchfall.

Wer oben genannte Symptome nach einem Bad in der Ostsee an sich beobachtet, sollte sofort einen Arzt aufsuchen. Nur mit einer passenden Behandlung können schwere und sogar tödliche Verläufe verhindert werden.

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Im Video: Wegen Klimawandel und steigender Temperaturen: Infektionsgefahr mit Vibrionen in der Ostsee steigt

Diabetiker, Herz- und Krebskranke sollten warmes Meerwasser meiden

Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind gefährdet, durch eine Vibrionen-Infektion schwer zu erkranken. Dazu zählen Krebspatienten, Menschen mit Herzerkrankungen oder schlecht heilenden Wunden. Zudem sollten Personen mit Diabetes, Lebererkrankungen und ältere Personen den Kontakt mit warmem Meerwasser vermeiden, wie das RKI berichtet. „Dagegen sind unter den in Europa bekannten Fällen nur selten junge gesunde Erwachsene, die in der Regel auch nicht schwer erkranken. Bei immungesunden Kindern werden allenfalls Ohrinfektionen mit Nicht-Cholera-Vibrionen festgestellt, die mit Ohrinfektionen durch andere Erreger vergleichbar sind“, so die Bundesbehörde. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

Mehr Quellen: www.ndr.de

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