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Bye, bye Chef: So hoch ist die Abfindung bei einer Kündigung

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Von: Andrea Stettner

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In bestimmten Fällen haben Mitarbeiter Anspruch auf eine Abfindung vom Arbeitgeber. Wie viel Geld zum Abschied drin ist – und wann es sich lohnt, vor Gericht zu ziehen.

Kündigungen können schmerzhaft sein – gerade, wenn der Abschied unfreiwillig geschieht. Geschasste Mitarbeiter sollten sich jedoch nicht lange ärgern sondern prüfen, ob ihnen eine Abfindung zusteht. Das lohnt sich, denn gerade bei fragwürdigen Kündigungen* sind oft tausende Euro drin!

Kündigung: Wann habe ich Anspruch auf eine Abfindung?

So verlockend es klingt: Einen grundsätzlichen Rechtsanspruch auf eine Abfindung gibt es in Deutschland nicht. Laut Arbeitsrecht werden Arbeitnehmern dennoch in bestimmten Fällen Abfindungen gezahlt:

Lesen Sie auch: Kündigung: Dieser typische Formfehler macht sie unwirksam.

Betriebsbedingte Kündigung: So hoch muss die Abfindung mindestens ausfallen

Bei betriebsbedingten Kündigungen haben Arbeitnehmer in vielen Fällen einen Anspruch auf eine Abfindung: Wer auf eine Kündigungs­schutz­klage verzichtet, kann laut Gesetz ein halbes Brutto­monats­gehalt pro Beschäftigungs­jahr verlangen. „Voraus­setzung ist, dass der Chef im Kündigungs­schreiben eine Abfindung für eben diesen Fall anbietet“, weiß Stiftung Warentest.

So hoch muss die Abfindung bei einer betriebsbedingten Kündigung mindestens ausfallen:

Betriebs­zugehörig­keit (Jahre)Monats­gehälterBei Durch­schnitts­verdienst* OstBei Durch­schnitts­verdienst* West
10,51.330 Euro1.488 Euro
212.660 Euro2.975 Euro
31,53.990 Euro4.462 Euro
425.320 Euro5.950 Euro
52,56.650 Euro7.438 Euro
637.980 Euro8.925 Euro
73,59.310 Euro10.412 Euro
8410.640 Euro11.900 Euro
94,511.970 Euro13.388 Euro
10513.300 Euro14.875 Euro

*Entsprechend der für die Sozial­versicherung 2017 maßgeblichen Werte.

Quelle: Stiftung Warentest

Geldscheine. Arbeitnehmern winkt bei einer Kündigung oft eine satte Abfindung vom Arbeitgeber.
Arbeitnehmern winkt bei einer Kündigung oft eine satte Abfindung vom Arbeitgeber. © Robert Michael/dpa

Abfindung durch Kündigungsschutzklage erstreiten? Rechtsberatung lohnt sich

Bevor Sie auf eine Kündigungsschutzklage verzichten, sollten Sie sich jedoch dringend rechtlich beraten lassen, rät Stiftung Warentest: „Nicht immer ist es sinn­voll, die eigenen Rechte für die Stan­dard­abfindung zu verkaufen. Oft ist vor Gericht deutlich mehr drin.“  Kündigungs­schutz­klagen würden nämlich häufig nicht mit einem Urteil enden, sondern mit einem Vergleich, mit dem beide Parteien leben können, so die Stiftung weiter.

In anderen Fällen sind Arbeitgeber ohnehin selten bereit, bei Kündigung eine Abfindung zu zahlen. Hier kann eine Kündigungsschutzklage helfen, eine Entschädigungszahlung zu erstreiten. Wie hoch die Kosten bei einer Kündigungsschutzklage ausfallen und wer für sie aufkommt, erfahren Sie hier. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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