+

Arbeitnehmer unter Generalverdacht:

Wenn Detektive zum Einsatz kommen

„Krank feiern“ ist ein Begriff, mit dem jeder Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Deutschland etwas anfangen kann.

Sofort kommt einem das Bild vom simulierenden Arbeitnehmer in den Sinn, der bei seinem Hausarzt von starken Schmerzen klagt. Doch nicht immer ist dies der Fall. Immer mehr Hausärzte in Deutschland schreiben Arbeitnehmer krank, ohne die Patienten überhaupt begutachtet zu haben. Zudem steigt die Anzahl der psychischen Erkrankungen, die ein Grund dafür sind, dass Arbeitnehmer zur Schonung zuhause bleiben müssen. Schnell kann eine Erkrankung wie ein Burnout vorgetäuscht werden, um den nervigen Kollegen oder der stressigen Arbeit zu entgehen. 

Eben dieser Missbrauch einer Krankschreibung bewegt immer mehr Arbeitgeber dazu, die Arbeitsunfähigkeit vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung prüfen zu lassen oder ihre Angestellten und Arbeitnehmer von einem Detektiv überwachen zu lassen. Doch wie weit darf ein Detektiv gehen, wenn er mit dem Arbeitsrecht zu tun hat? Sind eine Kontrolle sowie die Überprüfung der Echtheit einer Erkrankung überhaupt zulässig?

Wann darf ein Detektiv eingeschaltet werden?

Ein Detektiveinsatz darf nur unter ganz bestimmten Auflagen in Auftrag gegeben werden. Sollten folgende Kriterien nicht erfüllt werden, können Sie sich als Arbeitgeber strafbar machen. Schließlich ist das Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers höchste Priorität. Wichtig ist es, dass es einen begründeten Anlass gibt, um die Ermittlungsarbeit einzuleiten. Sie dürfen nicht aus reiner Lust und Laune heraus einen Detektiv beauftragen, den Arbeitnehmer hinterher zu spionieren.

Zudem muss der Einsatz des Detektivs das Ziel haben, eine Straftat innerhalb des Beschäftigungsverhältnisses zum Ziel haben.

Seriosität wird messbar: DIN SPEC 33452

Nach langer Zeit, in der die Detektivarbeit vollkommen nach dem Ermessen der Detektive selbst durchgeführt wurde, gibt es nun Regelungen, welche die Anforderungen an die Arbeit des Detektivs normieren.

Durch die DIN SPEC 33452 wird festgelegt, in welchem Rahmen sich eine Ermittlungsarbeit bewegen muss und welches Ziel die Arbeit verfolgen muss. Zudem können sich Kunden vorab informieren, wie sich die Arbeit einer seriösen sowie kompetenten Detektei aussieht. Zudem zielt die Norm drauf ab, datschenschutzrechtlichen Auflagen zu erfüllen. Ebendies ist der wirkungsvollste Asket einer detektivischen Arbeit im Bereich des Arbeitsrechtes. Immer wieder muss eine Observation gerechtfertigt werden. Hierzu muss der Beschäftigungszweck oder die Aufklärung einer Straftat im Fokus der Ermittlungsarbeiten stehen. Das Persönlichkeitsrecht steht hierbei im Vordergrund. Schließlich gehört es zum Beruf eines Detektivs Menschen zu observieren, persönliche Informationen zu sammeln und diese gezielt einzusetzen. Um das Persönlichkeitsrecht nicht zu verletzten, schreibt die neue Norm genaustens vor, in welchem rechtlichen Rahmen ein Detektiv arbeiten sollte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare