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Wie der Vater aller Detektive - wie Sherlock Holmes - arbeitet heute kaum mehr ein Detektiv. Stattdessen sind die juristischen Rahmenbedingungen deutlich verschärft worden.

Detektivarbeit.

Ein Blick hinter die Kulissen

Dass Schauspieler als Detektive bereits seit Jahrzehnten im Fernseher zu sehen sind, ist längst keine Besonderheit mehr.

Dass Schauspieler als Detektive bereits seit Jahrzehnten im Fernseher zu sehen sind, ist längst keine Besonderheit mehr. Was sich geändert hat, ist meist ihr Equipment, denn während Sherlock Holmes noch traditionell mit der Lupe in Händen auf Spurensuche ging, erfolgt die Spurensuche heute hochwissenschaftlich und oftmals sogar im Labor. Wo aber liegt die Wahrheit? Weit weniger actionreich, aber nicht minder spannend scheint die Detektivarbeit heute zu sein, wie ein Blick hinter die Kulissen verrät, die vor allem juristisch geprägt sind.

Die rechtliche Situation. Das ist bei der Detektivarbeit erlaubt

Den rechtlichen Rahmen der Detektivarbeit legt vornehmlich das Grundgesetz vor, das die Persönlichkeitsrechte in dieser Form im Artikel 2 niederschreibt: „(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“

Dieses Recht wird von professionellen Detektiven als sogenanntes Quell- oder Rahmenrecht bezeichnet. In der Praxis erfolgt also zu jedem Einsatz des Detektivs hierzu eine Interessensabwägung, bei der sowohl der Zweck der Handlung als auch die Art des Eingriffs eine Rolle spielen. Diese grundsätzliche Regelung ist für alle typischen Detektivarbeiten die Grundlage.

Detektive unterliegen dem rechtlichen Grundsatz der Persönlichkeitsrechte

In der realen Praxis kommt es also bei jedem Auftrag zu einer Abwägung, inwiefern sich die Persönlichkeitsrechte mit dem Auftrag in Einklang bringen lassen. Die folgende Aufstellung zeigt Möglichkeiten, Grenzen und Abwägungen:

  • Eine Observation ist beispielsweise nur dann rechtlich in Ordnung, wenn der Auftraggeber ein berechtigtes Interesse darlegen kann und es zu keinem Eingriff in die allgemeinen Persönlichkeitsrechte kommt.
  • In punkto Dokumentation wird es im juristischen Alltag eines Detektivs besonders schwierig, denn ein Detektiv darf – trotzt der Notwendigkeit Tatbestände zu dokumentieren – beim Herstellen von Fotografien nicht den höchstpersönlichen Lebensbereich der zu beobachtenden Person verletzen. Tut er dies doch, könnten Geld- oder Freiheitsstrafen die Folge sein. Grundsätzlich gilt zur Verbreitung der Aufnahmen, dass sie nur unter bestimmten Voraussetzungen als Beweismittel dienen dürfen.

Ein Detektiv bewegt sich in einem rechtlich streng reglementierten Raum

Streng genommen hält ein Detektiv dieselben Rechte, die jeder Otto-Normalverbraucher auch hat. Vor allem beim Fotografieren aber auch beim Abhören, Mitschneiden von Gesprächen oder gar Hacken von Software-Accounts hat der Detektiv keine anderen rechtlich einwandfreien Möglichkeiten als jede Privatperson auch. In der Praxis bewegt sich jeder Detektiv tagtäglich auf dem schmalen Grat zwischen Ermittlungsauftrag und rechtlicher Grenze.

Diese Beispiele aus der Praxis zeigen, was damit in der Realität gemeint ist: Ein Detektiv darf sich nicht etwa Zugang zur Wohnung des Observierten verschaffen – wohl aber einen Blick in die Handtasche werfen (ohne hineinzugreifen). Was er sieht (ohne es in Händen zu halten oder gar zu entwenden), kann später ausgesagt werden. Ähnliches gilt übrigens auch für den Lebensbereich Auto. Kucken ist erlaubt. Hineingreifen nicht (auch nicht durch die offene Fensterscheibe).

Seriöse Detekteien sind sich der juristischen Rahmenbedingungen bewusst

Weniger abenteuerlich, dafür deutlich mehr juristisch ist der Beruf des Detektivs damit in der Praxis. Die Einsatzbereiche sind hingegen das, was die fiktiven Detektive in Film und Fernsehen und ihre gut ausgebildeten Pendants der Realität eint: Ob im Auftrag von Unternehmern oder von Privatpersonen – versierte Detektive werden häufig beauftragt, um Fälle wie diese aufzudecken:

  • Im Privatbereich ist es vor allem der untreue Partner, auf den die Detektive angesetzt werden. Auch das Thema Unterhalt inklusive Ansprüche, Betrug und widerrechtlich beantragter Unterhaltsleistungen fallen in diesen Bereich. Ebenfalls zu den Aufträgen privater Auftraggeber gehören Sorgerechtsthemen, Kindesentzug, Aufenthaltsbestimmungsrecht und Kindeswohlgefährdung. Auch neuere Themen wie etwa Stalking, Personensuche, Drohbriefe und andere Aufträge aus dem privaten Umfeld stellen für professionelle Detektive kein Hindernis dar.
  • Agieren Unternehmen als Auftraggeber, geht es häufig um Abhöraktionen, Computer-Forensik, Verleumdung, Headhunting oder Fälle rund ums Thema Lohn (Lohnfortzahlung, Betrug, Spesenbetrug, Abrechnungsbetrug, Arbeitszeitbetrug). Compliance und Produktpiraterie sind weitere Spezialgebiete, auf die Detektive seriöser Detekteien aufgrund ihrer professionellen Ausbildung bestens vorbereitet sind.

Stichwort Seriosität: Ausbildung und Unternehmensgröße sind entscheidend

Für Unternehmen und Privatpersonen sind zwei Dinge grundsätzlich entscheidend, wenn sie sich auf die Suche nach einer versierten Detektei machen. Zum einen geht es um die Unternehmensgröße. Wer seriös ermitteln möchte und dafür festangestellte, gut ausgebildete Privatdetektive einsetzt, braucht eine gewisse Unternehmensgröße. Die Lentz-Gruppe beispielsweise hält mehrere Betriebsstätten ihrer Detektei vor und ist ein vergleichsweise großes Unternehmen – mit Ausbildungszulassung. Damit hält die Detektei gleich den zweiten, wichtigen Qualitätsfaktor vor: Das Unternehmen setzt auf eine gute Ausbildung und eine regelmäßige Weiterbildung – um bestmögliche Detektivergebnisse zu liefern und rechtlich einwandfrei agieren zu können, auch wenn der Job nicht immer ungefährlich ist, wie dieser Blaulicht-Report zeigt.

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