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Frauen im Vorstand: Noch 42 Jahre bis es eine Quote von 50 Prozent gibt?

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Von: Carina Blumenroth

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Frauen in Vorständen – ist immer selten. Die Frauenquote zeigt allerdings, dass es klappen kann. Eine Parität ist bei dem Tempo in 42 Jahren möglich.

Über das Thema Frauen in Führungspositionen wird immer noch gesprochen. Eine Einführung der Frauenquote wird divers diskutiert. Kritikerinnen und Kritiker sprechen von der Quotenfrau und sehen die Fähigkeiten der Frauen in den Hintergrund gestellt. Andere verstehen die Frauenquote als Mittel zum Zweck. Kürzlich hat die CDU eine Frauenquote mit Enddatum durchgesetzt – für die Einführung wurde die Partei teils aus den eigenen Reihen kritisiert. Der aktuelle Bericht von AllBright zeigt: Es gibt Veränderungen in den Vorständen – allerdings schreiten diese langsam voran. Nach aktuellem Tempo könnte eine 50 Prozent Quotierung in 42 Jahren möglich sein.

Frauen in Vorständen – auf 99 Frauen an börsennotierten Unternehmen kommen 599 Männer

Aus dem Bericht von AllBright geht hervor, dass es an den 160 börsennotierten Unternehmen (DAX, MDAX, SDAX) 99 Frauen in den Vorständen gibt, 599 Vorstandmitglieder sind Männer. Die Daten basieren auf dem Ist-Zustand am 01. September 2022. Im Vergleich zum Vorjahr sind es vier Männer weniger und sechs Frauen mehr in den Vorständen. Der Zuwachs der Frauen ist vor allem auf die 40 großen DAX-Unternehmen zurückzuführen, in diesen sind 51 der 99 Frauen in Vorständen beschäftigt. In den mittleren bis kleinen DAX-Unternehmen sind wesentlich weniger Frauen beschäftigt.

DAXMDAXSDAX
Frauen (Anzahl)512127

Quelle: AllBright Bericht Herbst 2022, Stand: 24.10.2022

Aus diesen Aufzeichnungen geht hervor, je internationaler das Unternehmen ist, desto eher sitzen Frauen in den Vorständen. In MDAX- und SDAX-Unternehmen stagniert der Frauenanteil derzeit, allerdings sollen bis Ende Januar 2023 14 neue Frauen in Vorstände berufen werden, wie AllBright mitteilt.

Ungleichgewicht Männer und Frauen.
In den 160 börsennotierten Unternehmen sind 599 Männer und nur 99 Frauen in den Vorständen. © Andrey Popov/Imago

Es geht seit letztem Jahr langsamer voran – Frauen in Vorständen

DAX-Unternehmen konnten seit September 2021 ausscheidende Frauen aus dem Vorstand mit anderen Frauen ersetzen. Das ist Unternehmen im MDAX- und SDAX-Bereichen nicht gelungen. Demnach seien acht von neun ausscheidenden Frauen durch Männer im Vorstand ersetzt worden.

DAXMDAX/SDAX
Neurekrutierungen von Frauen in Vorständen40 Prozent15,6 Prozent

Quelle: AllBright Bericht Herbst 2022, Stand: 24.10.2022

Konkret bedeutet dies, dass sechs Frauen neu in Vorstände berufen wurden. Im Vorjahr waren es 25 Frauen. Schaut man sich das Tempo bei der Berufung von Frauen in Führungspositionen seit September 2021 an, ist eine deutliche Verlangsamung erkennbar. Geht es in diesem Tempo weiter, dauert es noch 42 Jahre, bis es einen Frauen- und Männeranteil von je 50 Prozent in den 160 börsennotierten Unternehmen gibt. Würde die Veränderung mit dem durchschnittlichen Tempo von vor fünf Jahren weitergehen, würde es noch 26 Jahre dauern.

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Unternehmen auf Bundes- und Landesebene: Von Parität noch weit entfernt

Der Public Women On Board-Index, der von Frauen in die Aufsichtsräte e.V. (FidAR) hat 261 Unternehmen untersucht, an denen Land oder Bund beteiligt ist. Die Verantwortlichen sehen auch hier einen deutlichen Unterschied. Demnach gäbe es einen Frauenanteil in Vorständen von 23,2 Prozent, allerdings reiche dies nicht aus. Verantwortliche der Erhebung werden auf der Webseite von Women On Board folgendermaßen zitiert: „Von einer paritätischen Teilhabe sind die Unternehmen der öffentlichen Hand noch weit entfernt, insbesondere in der obersten Führungsetage.“

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