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Omikron: Millionen Arbeitsausfälle befürchtet – wie sich Unternehmen auf die Welle vorbereiten

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Ein Arzt zieht seine Schutzkleidung an, um einen Covidpatienten zu untersuchen. Die hochansteckende Omikron-Varinte könnte bald zu enormen Arbeitsausfällen in der Pflege führen.
Die hochansteckende Omikron-Variante könnte bald zu enormen Arbeitsausfällen führen – auch in Krankenhäusern. (Archivbild) © Thomas Banneyer/dpa

Die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus könnte Millionen Arbeitsausfälle zur Folge haben. Firmen und Behörden rüsten sich deshalb für den Ernstfall.

Die Omikron-Variante ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Diese neue Variante des Coronavirus verläuft zwar laut neuester Erkenntnisse bei den meisten Menschen milder als die Delta-Variante, ist jedoch viel ansteckender*. Experten befürchten deshalb bereits, dass Millionen Arbeitnehmer krankheitsbedingt ausfallen und so die Versorgung in bestimmten Bereichen gefährdet sein könnte. Besonders in wichtigen Sektoren wie Kranken- und Altenpflege, bei Polizei und Feuerwehr hätten Personalengpässe verheerende Folgen. Aber auch bei der sogenannten kritischen Infrastruktur wie Strom, Wasser und Internet.

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Omikron-Welle: Großbritannien trifft erste Vorkehrungen

In Großbritannien, wo Omikron bereits die vorherrschende Virus-Variante ist, melden viele Unternehmen ernste Personalengpässe. Zu viele Mitarbeiter fallen dort gleichzeitig wegen einer Covid-Erkrankung aus. Feuerwehren und Krankenhäuser in London schlugen laut Medienberichten Alarm, sie stünden vor einem noch nie dagewesenen Personalmangel. Die britische Hauptstadt hat deshalb bereits den Katastrophenfall ausgerufen. Dieser sorgt dafür, dass spezielle Notfallpläne in Kraft treten und sich die beteiligten Einheiten enger abstimmen. Erste Londoner Krankenhäusern schichten nun Personal auf Intensivstationen und Notaufnahmen um, wie die Zeitung „The Guardian“ laut dpa berichtet.

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So bereiten sich Unternehmen in Deutschland vor

Diese und ähnliche Meldungen aus Großbritannien sorgen auch in Deutschland für Sorgenfalten. Schon vor Tagen twitterte Virologe Christian Drosten über die besorgniserregenden Meldungen aus London und warnte: „So geht es los. Omikron wird zu massiven krankheitsbedingten Arbeitsausfällen führen. Auch in essentiellen Berufsgruppen.“ Laut Berechnungen, die Experten für den „Spiegel“ durchführten, könnten in Deutschland bis zu drei Millionen Arbeitsausfälle gleichzeitig drohen.

Der Chefvolkswirt des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, Hans-Jürgen Völz, erklärt gegenüber Deutschlandfunk, wie sich Unternehmen bezüglich Omikron rüsten können. „Das können zum einen Mal Umsteuerungen bei der Produktion sein oder auch beim Vertrieb, das kann auch ein vorgezogener Urlaub sein, da sind der Kreativität der Unternehmen keinerlei Grenzen gesetzt, um die möglicherweise auf sie zukommenden Ausfälle durch Omikron zu kompensieren und auszugleichen“.

Bei der kritischen Infrastruktur müssten sich die Deutschen keine Sorgen machen, beruhigt die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew), Kerstin Andreae: „Die Unternehmen haben Pläne, bis hin zu Quarantäne im Unternehmen, dass dort weiter gearbeitet werden kann. Also insofern möchte ich behaupten, dass wir sagen können: Auch trotz eines Omikron-Risikos ist die Versorgungssicherheit gewährleistet“, sagt sie dem Deutschlandfunk. So separieren Energieunternehmen beispielsweise Teams, um Ansteckungen zu verhindern und zu vermeiden, dass ganze Einheiten in Quarantäne müssen, heißt es in dem Bericht. Notfallpläne lägen vor, genügend Abstand und FFP2-Masken seien bei Schichtübergabe Pflicht.

Auch andere Unternehmen haben die Omikron-Lage im Blick und treffen entsprechende Vorkehrungen. Auf Anfrage von Deutschlandfunk erwartet etwa die Lebensmittelindustrie keine größeren Versorgungsschwierigkeiten, allenfalls stellenweise kleinere Stockungen in der Produktion, sollte es zu massiven Arbeitsausfällen kommen. Andere Produktionsbetriebe sehen dagegen schon Schwierigkeiten auf sich zukommen. Und auch im Gesundheitssektor sind Ausfälle nicht eben kompensierbar. Dort herrscht auch ohne Omikron bereits seit geraumer Zeit Personalmangel. Erst kürzlich wurde für diese Berufsgruppe eine einrichtungsbezogene Impfpflicht im Pflegebereich beschlossen. Immerhin sollen Pflegekräfte bald einen Corona-Bonus erhalten.(as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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