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BAföG & Co.

Studienkosten finanzieren

Wer heutzutage ein Studium an einer Universität absolvieren will, muss mit hohen Kosten rechnen. Zum allgemeinen Aufwand für Miete, Fahrkarten und Lebensmittel kommen Anschaffungen für das Studium, sowie Ausgaben für die Freizeit.

Natürlich variieren die Aufwendungen für ein Studium, der individuelle Lebensstil spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Wer ein Bachelor- mit anschließendem Masterstudium plant, muss je nach Studienort mit Kosten von bis zu 50.000 Euro rechnen. Ein Studium ist folglich eine große Investition in die Zukunft. Um diesen Lebensabschnitt zu finanzieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die beliebtesten Methoden wollen wir Ihnen hier vorstellen.

Die wenigsten Studenten bewerben sich auf ein Stipendium. Zu hoher Aufwand, zu hohe Ansprüche – so die Vorurteile gegenüber dem Zuschuss. Dabei sind 41 Prozent der Bewerbungen auf ein Stipendium erfolgreich. In der Regel genügt es, einen aktuellen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben einzureichen. Es gilt ein Vollzeit- von einem Teilzeitstipendium zu unterscheiden. Das Vollzeitstipendium finanziert das gesamte Studium des Studierenden. Bei einem Teilzeitstipendium handelt es sich um einen zeitlich beschränkten Zuschuss. Studenten erhalten beispielsweise 350 Euro pro Monat über einen Zeitraum von sechs Semestern. Dieses Geld muss nach dem Uni-Abschluss nicht zurückgezahlt werden, womit sich eine Bewerbung um ein Stipendium besonders lohnt. Übrigens gibt es über 40 verschiedene Kriterien, die zur Vergabe eines Stipendiums führen. Mit einem Stipendium wird dadurch nicht nur die Elite gefördert, auch Studenten mit unkonventionellen Lebenslauf haben eine Chance auf finanzielle Unterstützung.

Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist das BAföG. Das Bundesausbildungsförderungsgesetz regelt die staatliche Förderung von Schülern und Studenten in der Ausbildung. Allerdings hat nicht jeder Student automatisch Anspruch auf diese finanzielle Hilfe. Um zu testen, ob Ihnen BAföG zusteht, gibt es im Internet verschiedene BAföG-Rechner. In der Regel ist das BAföG abhängig vom Einkommen und Vermögen des Studenten, sowie dem finanziellen Status der Eltern. Grundsätzlich erhalten nur Studenten BAföG, die nicht mehr im Haus Ihrer Eltern wohnen. Die Hälfte des über BAföG erhaltenen Geldes müssen Studenten außerdem fünf Jahre nach Förderungshöchstdauer zurückzahlen. Die maximale Schuld ist auf 10.000 Euro beschränkt. Vierteljährlich sind 315 Euro zu zahlen. BAföG setzt sich also aus zwei Teilen zusammen: Zum einen besteht es aus dem „geschenkten“ Studienzuschuss, zum anderen aus einem zinsfreien Darlehen.

Unter Studenten sehr verbreitet ist ferner die Aufnahme einer Nebentätigkeit. Nebenjob ist nicht gleich Nebenjob – es muss zwischen Minijob, Werkstudentenjob und Praktikum unterschieden werden. Ein Minijob ist auf einen Verdienst von monatlich 450 Euro beschränkt und kann in nahezu jeder Branche stattfinden. Werkstudenten arbeiten pro Woche bis zu 20 Stunden in einem studiennahen Betrieb und sammeln so bereits erste Praxiserfahrungen. In den Semesterferien dürfen Werkstudenten sogar Vollzeit arbeiten, womit der Job zudem ordentlich Geld in die Kasse spült. Als Alternative bietet sich die Aufnahme eines Praktikums an. Neben dem Studium kann auch hier erste Berufserfahrung gesammelt werden. Seit der Einführung des Mindestlohns am 1. Januar 2015 sind Firmen außerdem verpflichtet, Ihren Praktikanten ein ordentliches Gehalt zu zahlen. Diese Regelung gilt jedoch nur für ein freiwilliges Praktikum. Bei einem Pflichtpraktikum müssen sich Unternehmen nicht an die vorgeschriebenen Mindestsätze halten. Da berufliche Erfahrung und Kontakte einen immer größeren Stellenwert einnehmen, spricht vieles für ein Praktikum.

Wer kein BAföG erhält, neben dem Studium keine Zeit zum Arbeiten findet oder beim Stipendium abgelehnt wurde, dem bleibt die Aufnahme eines sogenannten Studienkredits. Den wohl bekanntesten Studienkredit erhalten Sie bei der KfW-Bank. Da wir uns aktuell in der Niedrigzinsphase befinden, sind die Rückzahlungsbedingungen günstig. Der Effektivzins liegt bei etwas über vier Prozent. Das besondere am Studienkredit: Das Kreditinstitut verlangt weder einen Einkommensnachweis noch andere Sicherheiten. Für die Freigabe der Kreditsumme müssen Studenten lediglich einen dauerhaften Wohnsitz in Deutschland vorweisen und unter 44 Jahre alt sein. Neben dem Kredit der KfW gibt es natürlich noch andere Banken, die Kredite an Studenten vergeben. Bevor Sie sich für die Aufnahme eines Darlehens entscheiden, sollten Sie die Kosten und Konditionen der verschiedenen Anbieter unbedingt vergleichen. Hierzu finden Sie Kreditrechner bzw. -vergleiche im Internet.

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