1. Startseite
  2. Ratgeber
  3. Karriere

Muss ich bei Sturmwarnung zur Arbeit? Das sagt das Arbeitsrecht

Erstellt:

Von: Andrea Stettner

Kommentare

Aktuell fegen heftige Stürme über ganz Deutschland hinweg. Der Arbeitsweg kann da schnell gefährlich werden. Dürfen Arbeitnehmer bei Unwettern zuhause bleiben?

Umgefallene Bäume, verspätete Züge: Zur Zeit halten heftige Stürme wie das Sturmtief Antonia, Deutschland in Atem*. Der Arbeitsweg kann bei starken Windböen schnell gefährlich werden – oder es drohen Verspätungen wegen Unwetterschäden. Haben Arbeitnehmer in diesem Fall „sturmfrei“?

Lesen Sie auch: Unfall auf dem Arbeitsweg? Was Beschäftigte tun müssen.

Sturmschäden auf einer Straße. Sturmtiefs richten immense Schäden an. Der Arbeitsweg kann so schnell gefährlich werden.
Sturmtiefs richten immense Schäden an. Der Arbeitsweg kann so schnell gefährlich werden. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Muss ich bei Sturm zur Arbeit?

Ob Sturm, Hagel oder Schnee: Arbeitnehmer sind selbst dafür verantwortlich, dass sie rechtzeitig am Arbeitsplatz erscheinen. „Der Arbeitnehmer trägt das sogenannte Wegerisiko”, erklärt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht, in einem Beitrag des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Droht also ein Sturm oder ein anderes Unwetter den Weg zur Arbeit zu beeinträchtigen, sollten Mitarbeiter mehr Zeit für den Arbeitsweg einplanen. Ist es trotzdem nicht möglich, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, etwa weil ein Zug ausfällt, sollten Sie Ihrem Arbeitgeber anbieten, im Homeoffice zu arbeiten oder die ausgefallene Arbeitszeit nachzuholen.

Auch interessant: Schneechaos: Dürfen Arbeitnehmer in diesem Fall zu Hause bleiben?

Ausnahme bei Unwetterwarnung – Gefahr auf dem Arbeitsweg

Doch es gibt auch Ausnahmen: Gibt der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung heraus, die für den Arbeitsweg Gefahren voraussagt, dürfen Arbeitnehmer zuhause bleiben. Ein solches Risiko kann Arbeitnehmern nicht zugemutet werden. Das bestätigt auch die IG Metall in einem Blogbeitrag. In diesem Fall liege laut Arbeitsrecht eine „begründete Arbeitsverhinderung“ vor. Und die gibt dem Arbeitnehmer das Recht, zu Hause bleiben. In diesem Fall sollten Beschäftigte ihr Unternehmen unverzüglich informieren. Die ausgefallene Arbeitszeit muss dann eventuell nachgeholt werden.

Kein Lohn bei Fehlzeiten wegen Sturm

Für Fehlzeiten wegen Sturm gibt es zwar keine Lohnfortzahlung. Der Arbeitgeber kann dafür rechtlich nicht in die Verantwortung genommen werden. Die IG Metall weist jedoch darauf hin, dass ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung durchaus eine andere Regelung vorsehen kann – ein Blick in den Arbeitsvertrag kann sich also lohnen. Anders sieht es aus, wenn wegen eines Unwetters die Arbeit am Arbeitsplatz gar nicht erst möglich ist. Dann muss der Arbeitgeber trotzdem das volle Gehalt zahlen. Wie Pendler bei einem Bahnstreik richtig reagieren, erfahren Sie hier. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare