Tesla-Gigafactory

Bewerbungschaos bei Tesla in Berlin: „Schlechter geht es wohl kaum“

  • Svenja Wallocha
    vonSvenja Wallocha
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In Grünheide bei Berlin entsteht ein neues Tesla-Werk. Tausende Mitarbeiter werden gesucht. Ganz glatt läuft das Einstellungsverfahren jedoch offenbar nicht.

  • Für das neue Werk des US-Elektrobauers Tesla in Grünheide bei Berlin werden Mitarbeiter gesucht.
  • Bewerber berichten auf Online-Plattformen von ihren Erfahrungen mit dem Unternehmen.
  • Es hagelt Kritik – manche Bewerber sind enttäuscht und frustriert.

Frankfurt/Grünheide – Tesla ist weltweit bekannt und eines der modernsten Unternehmen überhaupt. Auch CEO Elon Musk gilt als einer der größten Visionäre unserer Zeit. Neben seinen Aktivitäten bei dem Autobauer hat der aus Südafrika stammende kanadisch-US-amerikanische Unternehmer auch das private Raumfahrtunternehmen SpaceX gegründet.

Einen Job bei Tesla zu ergattern gilt daher als große Chance. Doch offenbar geht das Unternehmen nicht ganz so professionell mit seinen Bewerbern um, wie gedacht. Schlechte Erfahrungsberichte auf Online-Plattformen für Arbeitgeber-Bewertungen sollen sich häufen.

In Grünheide bei Berlin entsteht ein Tesla-Werk. Jobanwärter beschweren sich über schlechte Organisation im Bewerbungsprozess.

Erfahrungsberichte von Bewerbern bei Tesla: Viel Kritik auf Bewertungsportal

Dass eine Bewerbung bei einem Unternehmen wie Tesla einige Herausforderungen für die Job-Anwärter bereithält, ist wenig verwunderlich. Es ist bereits bekannt, dass Elon Musk ganz genaue Vorstellungen davon hat, was ein guter Arbeitnehmer mitbringen sollte und was er nicht benötigt. Bewerber müssen sich auf teils knifflige Rätsel im Vorstellungsgespräch bei Tesla einstellen, mit denen geprüft wird, wie sie mit Stress umgehen.

Ein Kandidat, der sich für das neue Tesla-Werk im brandenburgischen Grünheide nahe Berlin bewarb, kann davon zwar nichts berichten. Er ärgert sich jedoch extrem darüber, wie Tesla mit Bewerbern umgeht. Bei Kununu, einem Arbeitgeber-Bewertungsportal, erzählt der Bewerber von seinen schlechten Erfahrungen. Auch von anderen Nutzern der Seite hagelt es Kritik.

Neues Tesla-Werk von Elon Musk: Bewerbungsgespräch wird zum Reinfall – „Schlechter geht es wohl kaum“

Als Schichtleiter in Teslas neuester Gigafactory in Grünheide habe sich der Nutzer beworben. In dem neuen Werk von Elon Musk sollen bereits im Sommer 2021 die ersten Autos vom Band laufen. Der Konzern will rund 7.000 Mitarbeiter einstellen. Seine Unterlagen seien schon im Herbst an die Firma gegangen. Nur einen Tag vor dem Bewerbungsgespräch soll die Mail mit dem Termin gekommen sein. Zudem seien zwei verschiedene Orte für das Gespräch genannt worden. „Schlechter geht es wohl kaum“, schreibt der Nutzer.

Auf Anrufe und Mails habe das Unternehmen Tesla nicht mehr reagiert. Auf gut Glück wählte der Bewerber einen Ort aus, der sich als eine Art „Tagungshotel“ herausstellen sollte. Vor Ort gab es dann die nächsten Probleme: Die Mitarbeiterin an der Information soll keine Infos über das Bewerbungsgespräch gehabt haben. „Als Auskunft bekam ich, dass ich warten soll und es wird sich zum Termin schon jemand melden... unglaublich.“

UnternehmenTesla
BrancheAutomobilindustrie, Solarindustrie, Energiespeicher
CEOElon Musk
Gründung1. Juli 2003

Jobs bei Tesla: Kaum Rückmeldungen zu Bewerbungen – „ziemlich peinlich“

Schlussendlich war der Bewerber jedoch am richtigen Ort. Er und zwei Mitarbeiter von Tesla führten das Gespräch in „einer Art Pausenraum“, eine dritte wurde mit der Besprechungsplattform Microsoft Teams zugeschaltet. „Nach zehn Minuten wurde einem etwas zu trinken angeboten und nach dem Gespräch war Funkstille“, erzählt der Bewerber. Eine Rückmeldung habe er nie bekommen. „Ganz schlechter Stil!“, findet er.

Die Baustelle der Tesla Gigafactory im November 2020. (Luftaufnahme mit einer Drohne).

Auch andere Bewerber lassen ihrem Frust freien Lauf. Viele berichten, dass sie zu ihren Bewerbungen keine Rückmeldungen bekommen haben. „Zweimal beworben. Einmal gar keine Rückmeldung, nicht mal Eingangsbestätigung“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer kann sich zwar durchaus vorstellen, dass das Unternehmen Tesla derzeit viele Bewerbungen erhalte, „aber dennoch ist das fernab jeglicher Professionalität und für ein Unternehmen mit anders vermitteltem Image ziemlich peinlich“, schreibt er.

Nicht nur bei Berlin, auch in Frankfurt will Tesla-Chef und SpaceX-Gründer Elon Musk ein Projekt der Extraklasse starten. Es geht um Starlink-Satelliten und schnelles Satelliten-Internet. (svw)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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