Eine Frau schaut durch ein Fernglas.
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Überwachung ist im Home Office eigentlich nicht erlaubt. Viele Chefs haben aber so ihre Tricks.

Arbeitsrecht

Überwachung im Home Office: Was Ihr Chef darf – und was nicht

  • Andrea Stettner
    vonAndrea Stettner
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Darf mein Chef mich mit Spionagesoftware überwachen, wenn ich im Home Office bin? Oder einen Detektiv auf mich ansetzen? Was erlaubt ist, erfahren Sie hier.

Keine Staus, keine Ansteckungsgefahr in vollen Zügen: Home Office* hat gerade zu Corona-Zeiten seine Vorteile. Viele Arbeitnehmer wähnen sich schnell in scheinbarer Freiheit, da sie den Blicken des Chefs nicht unmittelbar ausgeliefert sind. Doch wer zwischendurch Privates erledigt, sollte vorsichtig sein. Denn Chefs haben auch im Home Office Möglichkeiten, ihren Mitarbeitern auf die Finger zu schauen – und das ganz legal.

Wann darf der Chef Mitarbeiter im Home Office überwachen?

Zuerst die gute Nachricht: Arbeitgebern sind rechtlich strenge Grenzen gesetzt, was die Überwachung von Mitarbeitern angeht. Das gilt natürlich auch fürs Home Office. So müssen Arbeitgeber einen konkreten Zweck verfolgen, um Mitarbeiter kontrollieren zu dürfen, etwa wenn der konkrete Verdacht einer schweren Pflichtverletzung vorliegt. „An diesem Zweck ist die Erforderlichkeit und die Angemessenheit der Kontrolle auszurichten, insbesondere unter Berücksichtigung der Intensität des Eingriffs.“, verrät Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht der Karriereseite Business Insider. Dauerüberwachung sei damit verboten, ebenso wie Kontrollen im privaten Bereich. Sie müssen den Chef also nicht in Ihre Wohnung lassen, denn das Weisungsrecht endet an der Wohnungstür des Mitarbeiters, schreibt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB).

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Home Office: Darf mich der Chef durch einen Privatdetektiv beschatten lassen?

Wenn ein Mitarbeiter zur Arbeitszeit mehrfach telefonisch nicht erreichbar ist oder Videoanrufe oft abgelehnt werden, dann hat ein Arbeitgeber durchaus die Möglichkeit, einen Privatdetektiv einzuschalten. Konkret sei dies nach §26 des Bundesdatenschutzgesetzes erlaubt, wenn ein konkreter Verdacht für eine Straftat wie z. B. Arbeitszeitbetrug vorliege. Darauf weist die Detektei Lentz auf ihrer Internetseite hin.

Der Detektiv darf den Mitarbeiter bei seiner Beschattung zwar nicht einfach durchs heimische Fenster beobachten. „Außerhalb des grundgesetzlich geschützten Bereichs der eigenen Wohnung gelten keine Besonderheiten im Vergleich zur bisherigen Rechtslage“, schreibt Rechtsanwalt Wolfgang Gottwald auf focus.de.

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Darf der Vorgesetzte Spionagesoftware im Home Office einsetzen?

Auch für Spionagesoftware gilt: Eine pauschale Überwachung ist in Deutschland verboten, weil sie zu stark in die Persönlichkeitsrechte eingreift. Das hat das Bundesarbeitsgericht bereits 2017 entschieden. „Firmen dürfen Spionagesoftware nur einsetzen, wenn sie einen konkreten Verdacht auf eine schwerwiegende Pflichtverletzung haben und sich der konkrete Sachverhalt nicht anders aufklären lässt“, weist Arbeitsrechtler Sebastian Schröder im Handelsblatt hin. Etwa wenn ein Mitarbeiter seit Monaten schlechte Arbeitsergebnisse abliefere – und sich diese auch nicht anders erklären ließen. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Zentral-Redaktionsnetzwerks.

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Gehalt: Zehn Berufe, die am schlechtesten bezahlt werden

Platz 10: Berufskraftfahrer/-in mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 28.775 Euro.
Platz 10: Berufskraftfahrer/-in mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 28.775 Euro. © dpa
Platz 9: Zahnarzthelfer/-in mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 28.664 Euro.
Platz 9: Zahnarzthelfer/-in mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 28.664 Euro. © dpa
Platz 8: Koch / Köchin mit einem  durchschnittlichen Jahresgehalt von 27.089 Euro.
Platz 8: Koch / Köchin mit einem  durchschnittlichen Jahresgehalt von 27.089 Euro. © dpa
Platz 7: Rezeptionist/-in mit einem  durchschnittlichen Jahresgehalt von 26.776 Euro.
Platz 7: Rezeptionist/-in mit einem  durchschnittlichen Jahresgehalt von 26.776 Euro. © dpa
Platz 6: Kassenpersonal mit einem  durchschnittlichen Jahresgehalt von 26.740 Euro.
Platz 6: Kassenpersonal mit einem  durchschnittlichen Jahresgehalt von 26.740 Euro. © dpa
Platz 5: Call Center-Mitarbeiter/-in mit einem  durchschnittlichen Jahresgehalt von 27.810 Euro.
Platz 5: Call Center-Mitarbeiter/-in mit einem  durchschnittlichen Jahresgehalt von 27.810 Euro. © iStock
Platz 4: Kellner/-in mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 23.239 Euro.
Platz 4: Kellner/-in mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 23.239 Euro. © dpa
Platz 3: Friseur/-in mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 22.816 Euro.
Platz 3: Friseur/-in mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 22.816 Euro. © dpa
Platz 2: Küchengehilfin / Küchengehilfe mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 21.342 Euro.
Platz 2: Küchengehilfin / Küchengehilfe mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 21.342 Euro. © dpa
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Platz 1: Zimmermädchen / Roomboy mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 20.641 Euro. © dpa

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