Ein Mann sitzt neben mehreren Koffern in der Eingangshalle vom Hauptbahnhof Hannover. Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder zum Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen.
+
Reisende brauchen wieder Geduld: Die Lokführergewerkschaft GDL hat ihre Mitglieder zum Streik bei der Deutschen Bahn aufgerufen.

Deutsche Bahn

Bahn-Streik: Ausfälle und Verspätungen – Welche Rechte haben die Reisenden?

  • Svenja Wallocha
    VonSvenja Wallocha
    schließen

Reisende müssen beim Bahn-Streik mit massiven Einschränkungen rechnen. Welche Möglichkeiten es gibt, wenn die Bahn zu spät – oder gar nicht kommt.

Frankfurt – Pendler und Reisende brauchen derzeit ein dickes Fell. Der bundesweite Streik der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn sorgt für zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen. Gestreikt wird im Personenverkehr von Donnerstag (02.09.2021) um 2 Uhr bis Dienstag (07.09.2021) um 2 Uhr. Es ist der dritte Streik innerhalb weniger Wochen. Doch welche Rechte haben Reisende, wenn der Zug ausfällt und gibt es Entschädigungen bei Verspätungen?

Fahrgäste der Deutschen Bahn mit einem bereits gebuchten Ticket haben mehrere Möglichkeiten während des Streiks – Tickets können storniert werden und bei Verspätungen gibt es von der Deutschen Bahn Erstattungen.

Deutsche Bahn: Ausfälle und Verspätungen wegen Streik – Welche Rechte haben Reisende?

Es gibt sogenannte Kulanzregelungen. Für den Fernverkehr gilt: Bei bereits gekauften Tickets für den Streikzeitraum zwischen dem 2. und 7. September wurde die Gültigkeit bis zum 17.09.2021 erweitert, zudem können sie flexibel genutzt werden. Außerdem ist die Zugbindung bei Sparpreisen und Super Sparpreisen aufgehoben. Reisende können also auch einen anderen Zug nutzen - das gilt auch für Züge des Nahverkehrs. Die Cityfunktion ist jedoch nicht von dieser Kulanz erfasst. Dafür können Sitzplatzreservierungen kostenfrei umgetauscht werden.

Wer seine Bahnreise absagen muss oder will, bekommt den gesamten Fahrpreis kostenlos zurückerstattet. Das gilt jedoch ebenfalls nur für Fahrten im Streikzeitraum. Experten raten, die Reklamation nicht lange aufzuschieben.

  • Fahrkarten, die online oder in der App gekauft wurden, können über ein Kulanzformular auf der Website der DB storniert werden.
  • Wurden die Fahrkarten am Schalter gekauft, müssen sie auch dort zurückgegeben werden.
  • Auch Sitzplatzreservierungen werden kostenfrei erstattet.

Deutsche Bahn: Fünf Tage GDL-Streik – Gültigkeit der Tickets verlängert

Auch im Nahverkehr haben Fahrgäste der Deutschen Bahn während des Streiks Rechte. Wer vor dem Streikbeginn (02.09.2021) eine Fahrkarte für den Nahverkehr gekauft hat, kann sie laut Bahn bis einschließlich 17.09.2021 über einen anderen Weg nutzen. Würden Reisende zudem wegen einer Verspätung oder eines Zugausfalls 60 Minuten später am Ziel ankommen, als geplant, werden die Kosten der Fahrkarte komplett erstattet.

Pendler, die eine Wochen-, Monats- oder Jahreskarten haben, können auch Züge des Fernverkehrs nutzen. Dafür muss jedoch zunächst ein Aufpreis gezahlt werden, der dann über das Fahrgastrechte-Formular oder über Kundenkonto online zurückgefordert werden kann.

Bahn-Streik: Was für Reisende bei Verspätungen gilt

Bei einer Verspätung haben Bahnreisende generell ein Recht auf Entschädigung. Wie Hoch diese Ausfällt hängt von der Länger der Verzögerung ab. Geregelt wird das durch die gesetzlichen Fahrgastrechte. Geltend machen können Reisende ihre Ansprüche immer online über ein Kundenkonto auf bahn.de und im DB Navigator, über das Fahrgastrechte-Formular per Post aber auch im Zug oder in einem DB-Büro. Wichtig hierbei ist, die Verzögerung nachweisen zu können. DB-Beschäftigte können Verspätungen durch bestimmte Bescheinigungen bestätigen. Wem das zu mühselig ist, kann auch Fotos von Anzeigetafeln machen, auf denen die Verspätung oder der Ausfall zu sehen ist. Das geht auch mit einem Screenshot von Informationen aus der DB-App oder von der Internetseite.

Bei Problemen bei der Ticket-Rückgabe kann die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) helfen. Über einen Schlichtungsantrag können deren Juristen Reisenden kostenlos ihr Geld zurückholen. Die Deutsche Bahn hat zudem eine Sonderhotline eingerichtet. Unter der 08000/996633 können sich Reisende über die Auswirkungen des Streiks informieren. Einen Ersatzfahrplan gibt es in der DB Navigator App und online in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn. (svw)

Der bundesweite Bahn-Streik sorgt auch im Rhein-Main-Gebiet für Einschränkungen. Der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) informiert über betroffene Linien.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare