Urlaub 2021

70 Prozent der Deutschen hält Reisen in Corona-Zeiten für egoistisch

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Während der Corona-Pandemie zu verreisen, ist für die Mehrheit der Deutschen ein No-Go. Das zeigt eine repräsentative Umfrage. Die Ergebnisse im Überblick.

Trotz Corona-Pandemie sind im Sommer 2020 viele Deutsche verreist. Seither haben Lockdowns, Einreise-Beschränkungen und Reisewarnungen* den Tourismus wieder weitestgehend eingedämmt. Aber nicht nur, dass Deutsche nicht reisen können – 51 Prozent der Befragten haben es nicht einmal vermisst. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von 3.000 Personen ab 18 Jahren, die von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchgeführt wurde.

Reisen während der Corona-Pandemie: 70 Prozent der Deutschen findet es „egoistisch“

„Lockdowns, Reisewarnungen und Beherbergungsverbote haben das Reisen verändert. Die Bundesbürger zeigen sich krisenbewusst und pragmatisch. Statt zu verreisen, blieben sie 2020 überwiegend zuhause – teilweise zwangsweise, teilweise aber auch durch die große Verunsicherung und Angst vor Infektionen“, berichtet der wissenschaftliche Leiter der BAT-Stiftung, Ulrich Reinhardt. Besonders überraschend war für ihn jedoch, wie sehr Urlaub an Stellenwert bei den Deutschen eingebüßt hat: „Mit 51 Prozent hat etwas mehr als die Hälfte das Reisen im vergangenen Jahr gar nicht vermisst, 70 Prozent hielten es sogar für egoistisch, in Zeiten der Corona-Pandemie zu verreisen“, sagte er dem Portal nordbayern.de. Zudem sind sich 78 Prozent sicher, dass das Gefühl der Unsicherheit beim Reisen erst einmal bleiben wird.

Urlaub im Corona-Jahr 2020: Mehr Inlandsreisen, kaum Fernreisen

Die Umfrage hat ergeben, dass 2020 nur gut jeder Dritte Bundesbürger unterwegs war, die Hälfte davon in Deutschland. Ein solcher Wert wurde zuletzt in den 1970er Jahren erreicht. Nicht nur Ferien-Gebiete im Norden und Süden Deutschlands lockten dabei Urlauber an, sondern auch Ferienorte in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Sachsen – sogar doppelt so viele wie die Türkei. In Brandenburg wollten mehr Urlaub machen als in Kroatien und in Hamburg waren genauso viele Feriengäste wie in Frankreich.

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Im letzten Jahr unternahm nur jeder dritte Deutsche eine Reise.

Beliebtestes europäisches Reiseziel war im letzten Jahr Österreich, gleich darauf folgte Italien. Flugreiseziele wie Spanien und die Türkei büßten einen Großteil ihrer Gäste im Vergleich zu vor zehn Jahren ein – vermutlich spielte die Entfernung hier eine große Rolle. Skandinavien, Polen, Österreich, Griechenland und die Benelux-Staaten konnten ihren Anteil erhöhen, wobei das Gesamtniveau niedrig war. Die kürzere Anreise und „eine – zumindest gefühlt – geringere Unsicherheit“ waren ihr wichtige Entscheidungsfaktoren. Fernreisen unternahm 2020 nur noch jeder fünfzehnte Deutsche. „Im Jahresvergleich muss weit zurückgeschaut werden, um einen so geringen Fernreiseanteil zu finden. Zuletzt verreisten Anfang der 1990er Jahre so wenige Bundesbürger außerhalb der europäischen Grenzen“, berichtet Reinhardt.

Prognose für das Reisejahr 2021: Wann geht es wieder in den Urlaub?

Viele Reiseveranstalter, aber auch Reise-Freudige, fragen sich, wann in diesem Jahr wieder normal in den Urlaub gefahren werden kann. Für eine Skisaison Anfang 2021 sieht Ulrich Reinhardt jedoch keine Chance: „Nicht in diesem Frühjahr. Da plant eigentlich niemand mehr damit“, meint er laut nordbayern.de. Bis Ostern werden seiner Meinung nach keine Reisen möglich sein. Nur mit Corona-Impfungen könnte ihm zufolge der Reise-Sommer dieses Jahr gerettet werden, mit einer Inzidenz von unter 5 Neuinfektionen als Messlatte. Auch Schnelltests für Reiserückkehrer an der deutschen Grenze könnten Urlaub in diesem Jahr sicherer gestalten. (fk) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
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2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
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3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
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4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
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5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
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6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
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8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
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10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
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11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
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15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
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16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
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19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
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20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

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