Reisen mit der DB

Deutsche Bahn mit Neuerung beim Ticketverkauf: Das müssen Kunden künftig beachten

  • Svenja Wallocha
    vonSvenja Wallocha
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Die Deutsche Bahn ändert ihren Ticketverkauf. Für Reisende heißt das, es gibt neue Möglichkeiten, aber auch neue Probleme. 

Frankfurt – Die Bahn fährt gleich ab, doch die Zeit reicht einfach nicht mehr aus, um beim Ticketschalter oder im Reisezentrum eine Fahrkarte zu kaufen. Wer nach dem Einsteigen jedoch zum Schaffner geht, kann bei dem Bahn-Mitarbeiter noch das nötige Ticket kaufen. Kurzentschlossene Bahnkunden müssen sich das allerdings künftig abgewöhnen – und erhalten dafür eine Alternative. Im Ticketkauf der Deutschen Bahn (DB) ändert sich einiges: Eine Neuerung gilt bereits.

Die Änderung beim Ticketverkauf ist nicht die einzige bei der Deutschen Bahn. Eine weitreichende Neuerung gab es bereits beim Service. Die Telefon-Hotline der DB wurde komplett umgestellt. Auch bei den Tickets geht die DB nun neue Wege. Um den Verkauf einfacher und digitaler zu machen, können Reisende im Fernverkehr ab April 2021 künftig den Fahrschein auch noch bis zu zehn Minuten nach Abfahrt am Handy oder Laptop buchen.

Bislang war es nur möglich, den Fahrschein bis drei Minuten vor der Abfahrt des Zuges zum Beispiel vom Hauptbahnhof Frankfurt nach Berlin zu erwerben. Die Neuerung, die schon von vor einiger Zeit angekündigt wurde und nun gilt, hat einen bestimmten Grund.

Reisende im Fernverkehr der Deutschen Bahn müssen sich auf Änderungen beim Ticketkauf einstellen. (Symbolbild)

Deutsche Bahn – Änderungen beim Ticketverkauf ab April 2021: Mehr Freiheit beim Reisen

Fahrgäste sollten mehr Handy-Tickets buchen und Zugbegleiter mehr Zeit für den Service bekommen. Nach Bahn-Angaben wurden in den vergangenen Jahren stets weniger als ein Prozent der Fahrkarten im Zug verkauft. Im Nahverkehr der Deutschen Bahn und in der S-Bahn müssen Fahrkarten ohnehin vor der Fahrt gelöst werden. Nur bei Bahn-Konkurrenten im Regionalverkehr gibt es den Kauf beim Schaffner teilweise noch, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Bei diesem Punkt kommt eine weitere Änderungen beim Ticketverkauf ins Spiel.

Deutsche Bahn AGEisenbahnkonzern
Gründung1. Januar 1994
SitzBerlin
CEORichard Lutz

Denn ab Januar 2022 werden auch keine Papier-Fahrkarten mehr in Fernzügen der DB* verkauft, wie unter anderem hna.de berichtete. „Nur in Einzelfällen, etwa unter Zeitdruck, greifen Bahn-Kunden mangels Alternativen im Zug auf den Bordverkauf zurück“, sagte dazu eine Sprecherin der Deutschen Bahn gegenüber dem Technik-Fachmagazin inside digital. Dieses Problem ist mit der jetzigen Alternative jedoch gelöst. Doch was machen Passagiere ab 2022, die kein Smartphone haben?

DB-Reisen: Kein Ticket mehr beim Schaffner? – Gewerkschaft mit Forderungen

Solche Fälle sollen laut Angaben der Deutschen Bahn registriert und geprüft werden. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn verlangte bereits eine Rückfallebene für den Fall, dass der Kauf online oder am Automaten nicht funktionieren sollte. „Wir fordern, dass der Zugbegleiter dann die Daten aufnimmt und die Bahn später eine Rechnung schickt“ – ohne „erhöhtes Beförderungsentgelt“. Zudem forderte die Gewerkschaft, Kunden frühzeitig und umfassend über die Änderung bei den Tickets der DB zu informieren. Denn sonst seien Konflikte zu befürchten, wenn ahnungslose Fahrgäste nach dem Stichtag noch beim Zugpersonal nachlösen wollten.

Für Menschen, die oft mit der DB im Fernverkehr unterwegs sind, bedeuten die Änderung beim digitalen Ticket vor allem mehr Freiheiten. So können auch ab 2022 spontane Fahrten weiterhin möglich sein. Vielfahrer werden vermutlich jedoch weiterhin im Voraus buchen, um den günstigeren Preis zu erhalten. Das ist übrigens nicht immer der Flexpreis. Der Fahrgastverband schlug wegen „versteckter“ Preiserhöhung bei Deutscher Bahn bereits Alarm. Wie die Kunden schlussendlich die neue Möglichkeit des digitalen Tickets annehmen, muss sich jedoch noch zeigen. (svw mit dpa)*hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ralph Peters/Imago

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