Lokführer-Streik im Personenverkehr
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Reisende müssen auch bei diesem GDL-Streik wieder mit Einschränkungen im Bahnverkehr rechnen. Er startet im Personenverkehr am 2. September.

Deutsche Bahn

Neuer Bahnstreik der GDL: Das erwartet Reisende

  • Svenja Wallocha
    VonSvenja Wallocha
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Erneut streiken Mitglieder der GDL. Auf Reisende und Pendler, die die Deutsche Bahn nutzen, kommen harte Zeiten zu. Worauf Sie achten sollten.

Frankfurt – Ausfälle und Verspätungen bei Zügen der Deutschen Bahn: Der neue bundesweite Streik, den die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) angekündigt hat, wird für viele Menschen wieder zur Geduldsprobe werden. Was Reisende erwartet, wie lange der Streik dauern wird und welche Verbindungen betroffen sein werden, sind hier in einer Übersicht zusammengefasst.

Deutsche Bahn: Wie lange dauert der GDL-Streik?

Gestreikt wird im Personenverkehr ab Donnerstag (02.09.2021) um 2 Uhr, das Streikende ist für Dienstag (07.09.2021) um 2 Uhr vorgesehen. Der Streik im Güterverkehr beginnt schon am Mittwoch (01.09.2021). Damit wird der Bahn-Streik fünf Tage gehen und ist der bislang längste Streik in dieser Tarifrunde. Neben Pendlerinnen und Pendlern wird es auch viele Reisende treffen, denn die Urlaubssaison läuft noch – in Sachsen und Thüringen enden am Wochenende die Schulferien.

Es ist bereits der dritte Ausstand bei der Bahn innerhalb weniger Wochen. Reisende sollten sich frühzeitig über ihre Verbindungen informieren und mehr Fahrzeit einplanen.

GDL-Streik: Welche Verbindungen der Deutschen Bahn sind betroffen?

Betroffen vom Streik ist der Personennah- und Fernverkehr, aber auch der Güterverkehr, der bereits ab Mittwoch (01.09.2021) bestreikt wird. Die Deutsche Bahn kündigte am Montag (30.08.2021) an, auch im dritten Streik „ein verlässliches Mobilitätsangebot“ von rund einem Viertel der üblicherweise geplanten Züge im Fernverkehr zu machen. Im Regional- und S-Bahnverkehr soll es demnach erneut ein Grundangebot von 40 Prozent der Züge geben. In Hessen beispielsweise sind vom Bahn-Streik auch Linien im RMV-Gebiet betroffen. Bei einigen S-Bahnen, aber auch bei Regionalbahnen kann es zu Störungen kommen.

Auch bei den internationalen Fernzügen sind die Auswirkungen des GDL-Streiks zu spüren, wie die Bahn auf ihrer Homepage mitteilt. Sie können auf der gesamten Strecke oder im deutschen Abschnitt ausfallen. Es gibt jedoch einige Verbindungen, die planmäßig fahren. Die Deutsche Bahn hatte angekündigt, einen Ersatzfahrplan vorzustellen.

Auch bei den internationalen Fernzügen sind die Auswirkungen des GDL-Streiks zu spüren.

Ticket-Gültigkeit wegen Bahn-Streik ausgeweitet

Die Deutsche Bahn rät Reisenden während des Streiks, nicht notwendige Fernreisen zu verschieben. Die Ticket-Gültigkeit werde ausgeweitet. Demnach können bereits gebuchte Fahrkarten für Strecken, die in den Streikzeitraum fallen, seit dem 30. August bis einschließlich 17. September flexibel genutzt werden. Auch eine Erstattung sei möglich. Bei Ausfällen und Verspätungen gelte das allgemeine Fahrgastrecht.

Die Zugbindung bei Sparpreisen und Super-Sparpreisen ist zudem aufgehoben. Reisende können laut Bahn für ihre Weiterfahrt einen anderen Zug nutzen, dies gilt auch für Züge des Nahverkehrs (RE, RB, IRE und S-Bahn). Aufgrund des Streiks wird jedoch eine hohe Auslastung erwartet, vor allem bei den Fernzügen. Die Deutsche Bahn bittet daher auf die aktuellen Corona-Regeln und Hinweise zu achten. Es wird im Fernverkehr empfohlen, einen Sitzplatz zu reservieren. Dies bedeutet allerdings zusätzliche Kosten.

  • So können Reisende Tickets zurückgeben:
  • Online oder in der App erworbene Tickets werden über ein Kulanzformular auf der DB-Webseite storniert.
  • Am Schalter gekaufte Tickets können nur dort zurückgegeben werden.
  • Sollten bei der Ticket-Rückgabe Probleme auftreten, kann die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) helfen. Über einen Schlichtungsantrag können deren Juristen Reisenden kostenlos ihr Geld zurückholen.

Die Lufthansa kündigte an, wegen des Streiks bei der Bahn ab Donnerstag größere Flugzeuge einzusetzen. Die Flugfrequenz erhöhen wolle der Konzern aber nicht, sagte eine Sprecherin.

Streik bei der Bahn: Woher bekommen Reisende Informationen?

Informationen zum GDL-Streik gibt es auf der Homepage der Deutschen Bahn, außerdem in der App. Zudem wurde eine kostenfreie Sonderhotline eingerichtet. Unter der 08000/99 66 33 können sich Reisende über die Auswirkungen des Streiks informieren.

Warum streikt die GDL bei der Deutschen Bahn?

Die GDL fordert unter anderem eine Tariferhöhung um 3,2 Prozent. Die Bahn will zwar die Löhne und Gehälter wie von der GDL gefordert erhöhen, umstritten ist jedoch, zu welchen Zeitpunkten die einzelnen Stufen greifen sollen und wie lange der neue Tarifvertrag gelten soll. Die GDL will eine Laufzeit von 28 Monaten. Das Bahnangebot liefe auf 40 Monate hinaus. Aufgerufen ist erneut nicht nur das Personal in den Zügen, etwa Lokführerinnen und Lokführer, sondern auch Beschäftigte in der Infrastruktur. (svw mit dpa)

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