Neuer IdeenzugCity der Deutschen Bahn
+
Die Deutsche Bahn (DB) hat ihren neuen „IdeenzugCity“ vorgestellt. Bei Facebook gibt es Kritik.

„IdeenzugCity“

Deutsche Bahn plant revolutionäres Konzept - und erntet Spott: „Sardinenbüchse per Knopfdruck“:

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
    schließen

Die Deutsche Bahn stellt ein revolutionäres Konzept für die S-Bahn der Zukunft vor. Facebook-User reagieren mit Häme.

Frankfurt – Die Deutsche Bahn stellt die Weichen für die Zukunft im öffentlichen Personennahverkehr: Mit neuer Technik, flexiblen Raumkonzepten und futuristischem Design. Zumindest ist das die Vision des „IdeenzugCity“, den die DB im Netz vorgestellt hat. Sozusagen das S-Bahn-Modell von morgen. Er soll den „Spagat zwischen Kapazität und Wohlfühlatmosphäre meistern können“, heißt es vonseiten der Bahn. Aber trotz des innovativen Designs zeigen sich in den sozialen Medien längst nicht alle User begeistert.

Mit dem neuen Modellzug hat sich die Deutsche Bahn vor allem einem Problem angenommen: Je nach Tageszeit, Fahrgastaufkommen und Reiseanlass herrscht ein unterschiedlicher Bedarf an Platz in den Zügen. Gerade der morgendliche Pendlerverkehr sprengt oft die Kapazitäten der Züge. Laut handelsblatt.com fuhren vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie schließlich jeden Tag etwa 1,3 Milliarden Menschen in Deutschland mit der S-Bahn. Doch wie will die Deutsche Bahn die Engpässe in den Hauptverkehrszeiten – insbesondere in den Ballungsgebieten wie Frankfurt – lösen?

Deutsche Bahn (DB): Neues Raumkonzept für S-Bahnen nicht nur „Vision und Spinnerei“

Die Antwort klingt simpel: „Per Knopfdruck dank neuartiger Technik“, wie die Deutsche Bahn auf Facebook bekannt gab. Etwas komplizierter ist es dann allerdings schon, es handelt sich nämlich um einen revolutionären Zug-Entwurf. Wie die Bahn mitteilt, liegt der Idee nämlich ein „weltweit einzigartiges flexibles Raumkonzept“ zugrunde. Demnach soll der Zugführer in der Lage sein, den Fahrgästen mit einem Handgriff mehr Steh- beziehungsweise Sitzplätze bereitzustellen, um die Bahn je nach Tageszeit und Passagiersaufkommen an die Bedürfnisse anzupassen. „So sollen in den Hauptverkehrszeiten mehr bequeme Stehplätze, z.B. mit Stehstützen zur Verfügung stehen und in Zeiten mit weniger Fahrgästen bietet der Komfortmodus mehr Sitzplatzkapazitäten“, heißt es auf inside-bahn.de.

Die Deutsche Bahn (DB) hat ihren neuen „IdeenzugCity“ vorgestellt. Bei Facebook gibt es Kritik.

Die Neuheiten des „IdeenzugCity“ der Deutschen Bahn „sollen auch in ,echten‘ Zügen zum Einsatz kommen“, wie der Konzern bei Facebook mitteilte. Wann genau damit zu rechnen ist, ist allerdings noch nicht bekannt. Gegenüber dem Handelsblatt sagte Jörg Sandvoß, Chef der Bahn-Tochtergesellschaft DB Regio in Frankfurt, dass es sich bei dem Modellzug keineswegs bloß um „Vision und Spinnerei“ handele. Wie und wann das Konzept genau umgesetzt werden könne, bedarf laut handelsblatt.com noch der Abstimmung mit den jeweiligen Bundesländern.

KonzernDeutsche Bahn AG
BrancheVerkehr und Logistik
Gründung1. Januar 1994
HauptsitzBerlin
Anzahl der Mitarbeiter322.768 (Stand: 31.12.2020)
Umsatz39,9 Milliarden Euro (Jahr 2020)

Deutsche Bahn (DB) stellt Modellzug vor und erntet Kritik: „Sardinenbüchse per Knopfdruck“

Nachdem die Deutsche Bahn ihren Modellzug auf Facebook präsentiert hatte, ließen die Reaktionen in Form von zahlreichen User-Kommentaren nicht lange auf sich warten. Und im Netz lösten die DB-Innovationen nicht gerade eine Welle der Begeisterung aus. Im Gegenteil. Neben Zweifeln darüber, ob das Zugkonzept je Anwendung im deutschen Schienenverkehr finden wird, hagelte es Kritik und Häme.

„Kommt dann im Jahr 2055“, schrieb ein User unter den Facebook-Beitrag der Deutschen Bahn. Ein anderer stellte gänzlich die regelmäßigen Vorstellungen von DB-Modellzügen infrage: „Was bringt eigentlich jedes Jahr ein Ideenzug? Wenn man im Fernverkehr in Deutschland erste oder zweite Klasse fährt, hat man zwar mittlerweile einen neuen Zug, aber kaum mehr Komfort. Wo sind dort z.B. die Arbeitsbereiche? Wo ist die Innovation bei den Sitzen? Im Vergleich zu den alten, gemütlichen Abteilwagen ein gewaltiger Rückschritt.“

Einige Kommentare beziehen sich dabei vor allem auf das neue Sitzplatzkonzept in der Modell-S-Bahn der Deutschen Bahn. „Super, Sardinenbüchse per Knopfdruck. Führt doch lieber wieder mehr 1.-Klasse-Abteile ein“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Ein anderer gibt zum Besten: „Schönes Konzept, aber eigentlich haben sich Längssitze in Fahrtrichtung in fast allen Weltmetropolen als optimale/effiziente Lösung bewährt und durchgesetzt.“ Ebenfalls ist zu lesen: „Es wäre angesichts der ständigen Havarien in quasi allen deutschen S-Bahn-Netzen ja vielleicht schon mal was, wenn die Deutsche Bahn sich wenigstens um die S-Bahn der Gegenwart kümmern würde.“

Nicht nur im Nah-, sondern auch im Fernverkehr zeichnet sich eine Veränderung ab: Die Deutsche Bahn plant, die ICE-Züge umzugestalten. (yw)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare