Stewardessen haben auf einem Flug eine Vielzahl von Aufgaben - unter anderem halten sie die Augen nach Personen mit (gesundheitlichen) Besonderheiten offen. Stewardessen gehen während der Corona-Pandemie in einer Flugzeugkabine mit Mund-Nasen-Schutz durch die Sitzreihen.
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Stewardessen haben auf einem Flug eine Vielzahl von Aufgaben - unter anderem halten sie die Augen nach Personen mit (gesundheitlichen) Besonderheiten offen.

Reisen

Stewardess verrät Geheimnis: Darum grüßen Flugbegleiter immer so freundlich

Flugbegleiter begrüßen ihre Passagiere mit einem Lächeln und umsorgen sie während des Fluges. Doch was haben sie mit der Sicherheit an Bord zu tun?

Frankfurt - Ein freundliches Lächeln und ein paar nette Worte: Während für Flugbegleiter die Arbeit beginnt, stimmen sich die Passagiere meist auf einen Urlaub ein. Dabei wissen sie oft nicht, dass der lange Blick des Flugpersonals beim Boarding eine ganz eigene Funktion hat. Darüber klärt Stewardess Kat Kamalani auf.

Kamalani ist in den sozialen Netzwerken bekannt und beliebt. In einem ihrer TikTok-Videos erklärte sie, welche Rolle der lange Blick der Flugbegleiter für Passagiere und die Crew spielt. Dabei gehe es vor allem um eine spezielle Personengruppe und die Suche nach Dingen, die auf einem Flug nichts verloren haben.

Sicherheit während des Flugs: Warum die Begrüßung der Passagiere besonders wichtig ist

Der erste Kontakt zwischen Flugbegleiter und Passagier erfolgt meist beim Betreten des Flugzeugs. Doch diese Begrüßung und das Auftreten vor, während und nach dem Flug üben Flugbegleitende ausführlich. „Jeder hat eine Checkliste im Kopf, die man durchgeht“, sagte auch Christian Liepack gegenüber rundschau-online.de. Er war sechs Jahre lang als Flugbegleiter tätig.

Die Sicherheit der Passagiere und der Crew habe an Board eines Flugzeugs höchste Priorität, denn man könne „nicht wie ein Taxifahrer einfach unterwegs anhalten und einen Fluggast bitten auszusteigen.“ Deswegen müsse man sich vor dem Start des Flugzeugs sehr genau ansehen, „wer in den Flieger steigt“, erklärte Liepack.

Die Flugbegleiter sind eine Art letzte Sicherheitsinstanz - dabei durchlaufen die Passagiere schon vorher viele Tests: die Überprüfung beim Check-In durch das Bodenpersonal, den Security-Check, die Pass-Kontrolle (wenn nötig) und das Boarding. Stewards und Stewardessen haben jedoch eine eigene Liste an Dingen, die bei jedem Passagier überprüft werden müssen.

  • Darauf müssen Flugbegleitende bei der Begrüßung von Passagieren besonders achten:
  • Aggressivität
  • Trunkenheit
  • (Gesundheitliche) Besonderheiten (Schwangerschaft, Handicaps usw.)

Video: Das macht den Beruf des Flugbegleiters aus

Sicherheitschef Flugbegleiter? Aggressivität und Trunkenheit sind Risikofaktoren

Um die Sicherheit der Passagiere und Crew-Mitglieder gewährleisten zu können, achten Flugbegleitende bereits bei der Begrüßung auf Aggressivität und Trunkenheit. Gerade wütende Passagiere gelten als Sicherheitsrisiko - schließlich kann ein Streit auch zu einer Schlägerei in der Kabine ausarten. Liepack erklärte diesbezüglich, dass man als Steward nicht nur „Service-Kraft“ ist, sondern „manchmal auch Krankenpfleger, Feuerwehrmann oder Psychologe“ sein muss. Flugbegleiter sind neben der Verpflegung der Passagiere und ihrem Wohlbefinden auch für die Sicherheit in der Kabine verantwortlich.

Neben Wut und Zorn kann auch Angst zu einem Problem in der Kabine werden. Der Puls rast, langsam wird einem schwindelig - um die Flugangst zu besiegen, sollte man vorher lieber nicht zur Flasche greifen. Auch auf Ausschweifungen bei Junggesellenabschieden sollte man vor einem Flug lieber verzichten. „Nicht selten unterschätzen Passagiere, dass der Körper in einer Druckkabine in mehr als 10.000 Metern Höhe anders reagiert als am Boden“, sagte Liepack.

Stewardess über Sicherheitsrisiken im Flugzeug: Auch Menschenhandel ein Problem

Manchmal könne man die Situation entschärfen, indem man an die Betroffenen keinen Alkohol mehr ausgebe. In anderen Fällen müssten die Flugbegleiter allerdings Rücksprache mit Crew und Kapitän halten - da steht dann zur Debatte, „ob man so jemanden wirklich mitnimmt oder das Sicherheitsrisiko zu groß ist.“ Bei einem Flug kann es zu haarsträubenden Situationen kommen - eine ehemalige Stewardess berichtet.

Stewardess Kamalani erklärte in ihrem Video, dass nicht nur die Passagiere selbst in Augenschein genommen werden, sondern auch was sie bei sich haben - und noch wichtiger - wie sie sich verhalten. „Human Trafficking“, also Menschenhandel, würde in ihrer Branche immer wieder vorkommen. Dementsprechend seien Flugbegleiter auch darauf geschult, „merkwürdiges Verhalten“ zu registrieren.

Flugbegleiter haben einen Blick auf gesundheitliche Besonderheiten ihrer Passagiere

Eine weitere Frage nach dem Sicherheitsrisiko stellt sich bei einer Schwangerschaft. Dabei geht es aber um die Sicherheit der betreffenden Frau und das Risiko mit einer weit fortgeschrittenen Schwangerschaft zu fliegen. Hochschwangere werden dementsprechend oft nach einem Attest gefragt. Der ehemalige Flugbegleiter Liepack erklärt: „Schließlich darf man normalerweise nur bis zu einer bestimmten Schwangerschaftswoche fliegen“. 

Unter gesundheitliche Besonderheiten fallen neben einer Schwangerschaft auch körperliche oder geistige Handicaps. Flugbegleiter und Kabinenchefs müssen vor dem Start des Flugzeugs wissen, welche Passagiere eine besondere Betreuung oder Hilfe benötigen.

Um für einen Notfall gerüstet zu sein, achten Flugbegleiter auch auf eine weitere Besonderheit. Dieses Geheimnis plauderte Kat Kamalani aus. Ihr zufolge achten Flugbegleiter auch auf mögliche Ärzte, Sanitäter, Feuerwehrleute oder ähnliches. Diese dürften dann oftmals näher bei den Notausgängen sitzen. Sie und ihre Kollegen würden sich auch darüber freuen, wenn solche Personen von selbst auf sie zukämen. „Manche sagen ‚Hey, ich bin Doktor, sitze auf Platz 3A, nur für alle Fälle‘ und wir schätzen das sehr“, sagte Kamalani in ihrem Video. Eine andere Stewardess klärt darüber auf, wieso man im Flugzeug lieber nicht zum Kaffee greifen sollte. (Jennifer Greve)

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