Es war nur eine Frage der Zeit, bis Impftourismus ein Thema wird. Länder wie Privatunternehmen treffen bereits Vorkehrungen.
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Es war nur eine Frage der Zeit, bis Impftourismus ein Thema wird. Länder wie Privatunternehmen treffen bereits Vorkehrungen.

Pauschalreise mit Pieks

Impftourismus geht los: Einige Länder und Privatorganisationen werben schon jetzt

Impftourismus als Geschäftsmodell: Privatunternehmen und ganze Länder werben inzwischen mit einer Impfung – das Ganze gemütlich auf einer Pauschalreise.

So wie auch die Infektionszahlen weltweit sehr unterschiedlich ausfallen, herrscht auch ein großes Gefälle was die Impfungen gegen das Coronavirus angehen. Während einige ärmere Länder bisher kaum impfen konnten, geht es in Deutschland eher schleppend voran – erst bis zum Sommer soll jeder hierzulande die Möglichkeit gehabt haben, sich zu impfen. Dann seien wohl auch Urlaube und Fernreisen, natürlich je nach Zielort, wieder möglich, sagt Thomas Bareiß (CDU), Tourismusbeauftragter der Bundesregierung. In anderen Ländern wiederum sind die Impfungen bereits weit fortgeschritten – beispielhaft hierfür ist Israel, wo die meisten über 60-Jährigen bereits geimpft wurden. Andere Länder wiederum scheinen ihre eigene Bevölkerung und auch Touristen gleichermaßen impfen zu wollen. So oder so: Das Geschäft mit dem Impftourismus hat begonnen.

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Impftourismus wird angekurbelt – kostspielige Pauschalreisen

Das ist der aktuelle Stand: Das Duisburger Reisebüro „Fitreisen“ wirbt lau Tagesspiegel schon jetzt mit Impfreisen – unter der Vorwarnung, dass eine jetzige Voranmeldung zwar möglich, aber eben unverbindlich sei. Auch im Darknet gibt es derzeit Impfangebote, die von 80 bis 25.000 Dollar reichen. Es wären jedoch bisher ausnahmslos Fake-Angebote gewesen, erklärt Jan Op Gen Oorth von der europäischen Polizeibehörde Europol der Wirtschaftswoche.

Ob ganze Länder, wie etwa Dubai, das gut verdienenden Ausländern eine einjährige Arbeitserlaubnis inklusive Impfung anbietet, oder Privatunternehmer: Der Startschuss für das Geschäft mit dem Impftourismus ist gefallen, die Angebotszahlen schossen in der letzten Zeit nach oben. Unter anderem der österreichische Verleger Christian W. Mucha bietet inzwischen mehrere kostspielige Impfreisen an, die seiner Aussage nach aber völlig seriös seien. Fast die gesamte österreichische High Society habe sich bereits angemeldet, so Mucha laut Wirtschaftswoche. Auch locken Privatfluganbieter mit einem Flug in ein vielversprechendes Impfgebiet. Das kanadische Unternehmen Momentum Jets zum Beispiel verkauft Reisen nach Florida, USA, wo der ansässige Gouverneur Ron DeSantis versprochen hatte, unabhängig von der Staatsangehörigkeit Senioren im Alter von über 65 zu impfen.

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Impftourismus: Wohin geht die Reise?

Derzeit bewegt sich das Geschäft mit dem Impftourismus zwischen zwielichtigen Angeboten und moralischer Fragwürdigkeit. So sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dem WDR, dass er die Strategie, Touristen mit Impfversprechen anzulocken, für ethisch fragwürdig halte und übrige Impfdosen an diejenigen Länder gehen sollten, die Schwierigkeiten hätten, ihre Bürger zu impfen. Hinzu kommt, dass nur die wenigsten aktuellen Impfreisen-Angebote wirklich seriös sind. Und zu guter Letzt machen derzeit noch die verschiedenen Einreise- und Reisebeschränkungen dem Impftourismus das Leben schwer. Denn wie das Angebot des Duisburger Reiseveranstalters zeigt, wissen die Menschen dort nicht einmal, wohin die Impf-Pauschalreise letztlich überhaupt gehen wird. (fh) *fnp.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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