Sommer

Italien-Urlaub trotz Corona: Einreise, Inzidenz, Regeln – Was Touristen beachten müssen

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Ist ein erholsamer Urlaub in Italien trotz Coronavirus möglich? Die aktuelle Lage im Land, was Urlauber tun dürfen und welche Corona-Regeln es zu beachten gilt.

Frankfurt/Rom – In einigen Bundesländern haben die Sommerferien bereits begonnen. Dass die Lust auf Urlaub größer ausfällt als gewöhnlich, ist nach mehr als einem Jahr voller Corona-Auflagen keine Überraschung.

Während Reisen innerhalb Deutschlands in Zeiten der Krise immer beliebter werden, zieht es viele Menschen dennoch ins Ausland, insbesondere nach Italien. Doch wie sieht es mit der Einreise aus, wie ist die Corona-Lage vor Ort – und was dürfen Touristinnen und Touristen überhaupt alles tun?

Urlaub in Italien inmitten der Corona-Pandemie – niedrige Inzidenzen machen es möglich.

Urlaub trotz Corona: Wie strikt ist Italien bei der Einreise?

Zu Beginn der Pandemie im Frühling 2020 galt Italien als Europas Corona-Hotspot. Im Vergleich ist die Lage heute deutlich entspannter. Auch dank der Corona-Impfungen ist die Zahl der Neuinfektionen in Italien über die letzten Wochen signifikant zurückgegangen. Seit Anfang Juni 2021 wird das beliebte Urlaubsland vom Robert Koch-Institut nicht mehr als Risikogebiet eingestuft. Ein Grund zur völligen Entwarnung ist das allerdings nicht. Noch immer gibt es Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, die sowohl die Bevölkerung als auch Urlauberinnen und Urlauber zu spüren bekommen könnten.

Das beginnt bei der Einreise: Italien verlangt von Reisenden aus EU-Ländern ein „EU Digital COVID-Certificate“, das entweder ein negatives Testergebnis, eine vollständige Impfung gegen das Coronavirus oder eine Genesung nachweist. Zudem wird ein Einreiseformular benötigt – die Einreise muss zuvor online angemeldet werden. Für einen geplanten Aufenthalt in der Provinz Südtirol an der Grenze zu Österreich gibt es ein eigenes Formular.

Eine Quarantäne-Pflicht besteht in Italien nicht. Allerdings müssen Personen, die sich in den letzten 14 Tagen vor der Einreise in Großbritannien aufgehalten haben, in Italien ein negatives Testergebnis vorzeigen und sich für fünf Tage in Quarantäne begeben. Grund ist die als gefährlicher geltende Delta-Variante des Coronavirus, die sich rasant in Großbritannien verbreitet.

Italien-Urlaub trotz Corona: Was ist bei der Rückkehr zu beachten?

Bei der Rückkehr nach Deutschland fällt die Testpflicht weg. Jedoch müssen Touristinnen und Touristen, die mit dem Flugzeug unterwegs sind, ein negatives Testergebnis beim Check-in vorzeigen. Das gilt auch für Nicht-Risikogebiete wie Italien. Ausgenommen sind Geimpfte, Genesene und Kinder unter sechs Jahren.

Italien: Corona-Inzidenz niedrig genug für einen entspannten Urlaub?

In Italien liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 8,8 (Stand: 06.07.2021) und damit auf einem mit Deutschland vergleichbaren Niveau. (Quelle: Johns Hopkins University)

Urlaub in Italien: Welche Corona-Regeln gelten für Autofahrer?

Wer mit dem Auto in Italien unterwegs ist, muss einige Corona-Regeln befolgen.* Kommen alle Insassen aus demselben Haushalt, gibt es keine Auflagen wie eine Maskenpflicht. Sobald Personen aus einem anderen Haushalt dazukommen, sind ein Mund-Nasen-Schutz sowie die Einhaltung des Mindestabstands Pflicht. Je Sitzreihe sind dann höchstens zwei Personen zugelassen, die nur an den an der Seite gelegenen Sitzen befördert werden dürfen. Das schreibt das italienische Außenministerium vor. Der Beifahrersitz muss frei bleiben. Bei einem Pkw mit fünf Sitzen sind neben der Fahrerin oder dem Fahrer entsprechend nur zwei weitere Personen erlaubt.

Wie die Auskunft der Verkehrsmeldezentrale in Bozen dem ADAC mitteilt, ist die Zahl der Mitfahrer in Südtirol nicht begrenzt. Die Provinz Trentino stellt Personen in engem Kontakt mit Angehörigen eines Haushalts gleich. Im Auto könnte also auf den Mindestabstand und eine Maske verzichtet werden. In anderen Regionen von Italien könnten diese Corona-Regeln abweichen. Bei Verstößen ist in Italien mit hohen Geldstrafen zu rechnen. Zudem könnte die Weiterfahrt verboten werden.

Die Durchreise mit dem Auto durch Österreich und die Schweiz in Richtung Italien oder von Italien nach Deutschland ist generell erlaubt. Auch die Durchreise durch Italien aus EU- und Schengen-Ländern ist bis zu 36 Stunden lang ohne Test möglich.

Corona: Wichtige Regeln für den Urlaub in Italien

  • Es gilt ein Mindestabstand von einem Meter.
  • In geschlossenen Räumen in der Öffentlichkeit sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt eine Maskenpflicht. Auch Alltagsmasken sind in Ordnung, solange Mund und Nase vollständig bedeckt sind.
  • Die Maskenpflicht im Freien ist mittlerweile aufgehoben.

Corona in Italien: Was gilt für Reisen mit Bus, Bahn und Co.?

Der öffentliche Verkehr in Italien ist generell in Betrieb. Schnellzüge von Trenitalia werden zur Einhaltung der Abstandsregeln allerdings nur zu 50 Prozent ausgelastet. Für Fahrgäste gilt eine Maskenpflicht. In den Frecciarossa-Hochgeschwindigkeitszügen werden auf der Strecke Rom-Mailand „coronafreie Bahnfahrten“ angeboten. Das bedeutet: Nur frisch getestete Personen, sowohl Gäste als auch Personal, dürfen den Zug betreten. Schnelltests können am Gleis durchgeführt werden.

Wichtig ist für den Urlaub in Italien zudem die Einreiseerklärung, die dem Beförderer in Flugzeug, Bus, Bahn oder Fähre übergeben werden muss. Der prüft wiederum die Körpertemperatur der Passagiere, um mögliches Fieber als Symptom von Corona erkennen zu können.

Welche Corona-Regeln gelten beim Italien-Urlaub am Strand?

Ein Besuch am Strand stellt für Urlauber in Italien kein Problem dar. An einigen Strandbädern kann jedoch eine Anmeldung verlangt werden. Auch dass Fieber gemessen wird, ist nicht unüblich. Zudem gilt ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen Sonnenstühlen und Liegen. In Gemeinschaftsbereichen wie Strandbars oder geschlossenen Räumen ist eine Maske zu tragen. Zu anderen Personen sollte man einen Abstand von mindestens einem Meter wahren.

Ein traumhafter Blick auf den Gardasee: Urlaub in Italien ist aufgrund der entspannten Corona-Lage im Land wieder möglich.

Gastronomie in Italien ohne Corona-Einschränkungen geöffnet? Was Touristen tun dürfen

Gute Nachrichten nicht nur für Einheimische, auch für Urlauberinnen und Urlauber: Seit Juni darf die Innengastronomie in Italien wieder öffnen. Die Maske muss bis zum eigenen Platz anbehalten werden. Auch Theater, Museen, Kinos und Fitnessstudios dürfen grundsätzlich öffnen.

Weil mittlerweile alle Regionen als „weiße Zonen“ eingestuft wurden, gelten landesweit nur noch wenige Corona-Beschränkungen. Die Ausgangssperre von Mitternacht bis 5 Uhr morgens fällt somit überall weg. Ist eine Zone „gelb“, darf nur der Außenbereich eines Restaurants öffnen. Museen und Ausstellungen dürfen weiter Besucher empfangen.

Reise- und Sicherheitshinweise sowie aktuelle Informationen rund um das Coronavirus in Italien finden Sie auf der Seite des Auswärtigen Amts und der italienischen Tourismusbehörde. (Lukas Rogalla) *fuldaer-zeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lisa und Wilfried Bahnmüller/Imago

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