Luftaufnahme von Vulkanlava, die Häuser auf La Palma überdeckt.
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Lavamassen haben um die 180 Häuser auf La Palma zerstört.

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Kanaren-Urlaub: Was Sie nach dem Vulkanausbruch auf La Palma wissen müssen

  • Franziska Kaindl
    VonFranziska Kaindl
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Nach einem Vulkanausbruch auf der Urlaubsinsel La Palma mussten mehrere tausend Menschen evakuiert werden – auch Touristen. Was Reisende jetzt beachten müssen.

Am Sonntag (19. September) ist ein Vulkan der Kette Cumbre Vieja auf der Insel La Palma zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder aktiv geworden. Insgesamt wurden bisher mehr als 6.5000 Menschen evakuiert, wie die Tagesschau berichtet – darunter auch Touristen. Wie der Reiseveranstalter Alltours dem News-Portal RP Online mitteilte, wurden zwei Dutzend Reisende, die ihren Urlaub bei dem Unternehmen gebucht haben, in Sicherheit gebracht. Die betroffenen Gäste seien „in ein weiter entfernt liegendes, sicheres Hotel gebracht“ worden. Was Reisende, die einen Kanaren-Urlaub planen oder gebucht haben, jetzt wissen sollten, erfahren Sie hier.

Welche Gebiete sind von dem Vulkanausbruch betroffen?

Der Vulkan ist in Montaña Rajada in der Gemeinde El Paso ausgebrochen. Die Evakuierung begann nach Angaben der Zeitung Diario de Canarias mit etwa 300 Menschen aus Alcalá und El Paraíso, den Stadtteilen, die dem Ausbruchsgebiet am nächsten liegen. Außerdem wurden Menschen aus verschiedenen Stadtteilen der Gemeinden El Paso, Fuencaliente, Mazo, Tazacorte sowie Los Llanos de Ariadne in Sicherheit gebracht. Rund 500 Touristen mussten laut Tagesschau ebenfalls ihre Unterkunft verlassen und wurden in anderen Hotels untergebracht.

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Vulkanausbruch auf den Kanaren: Ist der Flugverkehr auf La Palma beeinträchtigt?

Der Flugverkehr auf La Palma wird weiterhin aufrechterhalten, wie der Flughafenbetreiber Aena auf Twitter mitteilte. Dennoch wurden manche Flüge aufgrund von Aschewolken abgesagt. Die Lage werde laut Aena fortwährend beobachtet. Reisenden wird zudem geraten, sich mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen. Auch eine Sprecherin der deutschen Airline Condor gibt gegenüber RP Online Entwarnung: „Der Flugverkehr auf La Palma ist bislang nicht beeinträchtigt und alle Condor-Flüge finden wie geplant statt.“

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Kanaren-Urlaub: Kann die geplante Reise aufgrund des Vulkanausbruchs storniert werden?

Vonseiten des Auswärtigen Amtes gibt es bisher keine Reisewarnung, allerdings wird von nicht notwendigen Reisen nach La Palma derzeit abgeraten. Es bestehe erhebliche Waldbrandgefahr sowie das Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung durch Ascheregen. Wer nun eine Urlaubsunterkunft in unmittelbarer Nähe zum Ausbruchsort gebucht hat, hat laut dem Reiserechtsanwalt Paul Degott gute Karten, eine Pauschalreise kostenlos stornieren zu können: „Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, erklärt er dem Online-Portal Reisereporter. Voraussetzung ist auch, dass konkrete Beeinträchtigungen vorhanden sind. Dazu gehören unter anderem Ascheregen oder eine Evakuierung des Urlaubsortes.

Wenn sich der Zielort auf La Palma allerdings nicht in der Nähe des Vulkanausbruches befindet, lasse es sich laut Degott nicht pauschal sagen, ob die Reise kostenlos storniert werden kann. In diesem Fall rät er Touristen dazu, Kontakt zum Reiseveranstalter aufzunehmen. Eine Pauschalreise könne aufgrund von „außergewöhnlichen Umständen“ storniert werden, erklärt er laut RP Online.

Individualreisende, die Hotel und Flug separat gebucht haben, sollten sich hingegen mit ihrer Airline und dem Vermieter in Verbindung setzen. Hier ist zu beachten, dass bei den gebuchten Unterkünfte hinsichtlich einer Stornierung die jeweiligen AGB gelten. Ein Recht auf Erstattung der Flugkosten gibt es hingegen, wenn der Flug von der Airline aufgrund von Ascheregen oder dergleichen abgesagt wird. Dann muss entweder für einen alternativen Flug gesorgt oder die Kosten zurückerstattet werden. Findet der Flug allerdings statt, besteht kein Recht auf Erstattung. (fk)

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