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Biker willkommen: Das Naturhotel Gasthof Bärenfels besitzt das Qualitätssiegel „Motorradfreundlicher Hotelbetrieb”.

19 Motorradhotels in Sachsen zertifiziert

Ein Trockenraum für nasse Motorradkombis, geschützte Stellplätze für Zweiräder, Werkzeug für kleinere Reparaturen und Tourenvorschläge für die nähere Umgebung: Diese und andere Leistungen stehen im Anforderungskatalog für das Siegel „Motorradfreundlicher Hotelbetrieb”.

Ein Trockenraum für nasse Motorradkombis, geschützte Stellplätze für Zweiräder, Werkzeug für kleinere Reparaturen und Tourenvorschläge für die nähere Umgebung: Diese und andere Leistungen stehen im Anforderungskatalog für das Siegel „Motorradfreundlicher Hotelbetrieb”.

19 davon gibt es in Sachsen bereits, zwei bis drei sollen in diesem Jahr folgen, wie Thomas Kubin vom ADAC in Dresden der dpa sagte. Gemeinsam mit dem Landesverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands vergibt der Club die Plakette. „Im Vergleich zu anderen, auch größeren Regionalclubs, sind wir mit bald über 20 ausgezeichneten Hotels sehr gut dabei”, erklärte Kubin.

Noch gibt es nach seinen Angaben keine genauen Zahlen, an denen abzulesen wäre, wie stark Sachsen von Motorradtouristen frequentiert werde. „Wir stellen aber fest, dass das Qualitätssiegel, das wir seit 2016 vergeben, auf großes Interesse stößt.” Da das Zertifikat nur für jeweils drei Jahre ausgestellt werde, stünden im kommenden Jahr die ersten Re-Zertifizierungen an. Und es sei zu erwarten, dass die Betriebe durchaus daran interessiert seien, sich wieder um die Zertifizierung zu bemühen.

Wie Kubin weiter ausführte, sind es Betriebe unterschiedlicher Kategorien, die sich für das Siegel beworben hatten. „Es sind kleine Familienbetriebe dabei, denen die Motorradfahrer am Herzen liegen, aber auch Großhotels.” Was für die Vergabe neben den bereits benannten Kriterien äußerst wichtig ist: Jemand aus dem Betrieb muss selbst Motorradfahrer sein. „Das muss nicht unbedingt der Chef sein, es kann zum Beispiel auch ein Koch oder ein anderer Beschäftigter sein.” Ausschlaggebend sei, dass es jemanden im Haus gebe, der sich mit den Bedürfnissen der Zielgruppe auskenne. Motorradfahrer seien eine dankbare Kundschaft, die auch bereit sei, Geld auszugeben.

Wie Jan Kempe, Betreiber des Naturhotels , berichtet, hat sich die Zahl seiner motorradfahrenden Gäste aus ganz Deutschland seit einigen Jahren kontinuierlich gesteigert. Er hatte 2016 als Erster in Sachsen das Zertifikat „Motorradfreundlicher Hotelbetrieb” erhalten. Kempe erklärt, er wolle sich voraussichtlich im kommenden Jahr um die erneute Zertifizierung bemühen. In der Liste von ADAC und Dehoga geführt zu werden, sei schließlich eine gute Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen.

Auf der Suche nach weiteren geeigneten Unterkünften werden Motorradfahrer auch im Internet fündig. Seiten wie „ ”, „ ” oder „ ” geben Auskunft über Betriebe, die sich ganz gezielt an Motorradtouristen richten und bei der Vorstellung einzelner Häuser bereits zusammenfassen, was das Hotel oder die Pension zu bieten hat. Die Informationsqualität dieser Seiten fällt allerdings höchst unterschiedlich aus.

Auch die Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen (TMGS) hat Motorradurlauber fest im Blick. Was den Tourismus-Experten fehlt, sind genauere Angaben darüber, wie viele Biker den Freistaat durchschnittlich pro Jahr ansteuern und von wo sie kommen. „Leider gibt es dazu keine statistischen Daten, auf die wir zurückgreifen könnten”, berichtete TMGS-Sprecherin Ines Nebelung. Mit zehn Vorschlägen für Touren durch verschiedene sächsische Regionen versucht die TMGS jedoch, interessante Angebote auch für Kradfahrer zu machen. Auch für Navigationsgeräte werden Tourendaten zur Verfügung gestellt.

Der Landestourismusverband Sachsen hat das Thema derzeit nicht auf der Tagesordnung. Momentan ist die Entwicklung von touristischen Wegen für Wanderer, Radfahrer und Reiter im Fokus. Bewusst ist man sich der Tatsache, dass Motorradfahrer eine attraktive Zielgruppe sein können schon. „Deshalb ist es auch gut, dass die TMGS sich dessen angenommen hat”, sagte Pressesprecherin Andrea Kis.

(Von Jörg Aberger, dpa)

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