Zahlen steigen

Corona in Österreich: Weiteres Risikogebiet ausgewiesen - kein Après Ski im nächsten Winterurlaub

  • Hannah Decke
    vonHannah Decke
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In Österreich ist die Lage ernst: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist zuletzt dramatisch gestiegen. Das RKI hat Wien und ein ganzes Bundesland zum Risikogebiet erklärt.

  • Das Coronavirus* breitet sich in Österreich wieder aus.
  • Das RKI hat Wien und ein ganzes Bundesland zum Risikogebiet erklärt.
  • Kann der Skiurlaub trotz Corona stattfinden?

Update, 25. September, 07.03 Uhr: Die berühmt-berüchtigten Steh- und Tanzpartys nach dem Skifahren soll es in Österreichs Urlaubsorten im nächsten Winter nicht geben. „Skivergnügen ja, aber ohne Après Ski“, kündigte am Donnerstag Bundeskanzler Sebastian Kurz bei einem Ausblick auf den für das Land wichtigen Wintertourismus an. Nach Angaben von Tourismusministerin Elisabeth Köstinger sollen Essen und Trinken nach dem Skifahren zwar möglich sein - aber auch im Freien nur im Sitzen. Österreichs Skiorte - vor allem Ischgl - waren im vergangenen Winter ein Corona-Hotspot.

Österreich
HauptstadtWien
ISO-CodeAUT
Bevölkerung8,859 Millionen (2019)

Weiterer Schlag für Österreich: Reisewarnung für neues Risikogebiet

Update, 23. September, 21.16 Uhr: Ein weiterer Schlag für Österreich: Wegen steigender Corona-Zahlen hat die deutsche Bundesregierung am Abend weitere Risikogebiete ausgewiesen - auch in Österreich. So steht jetzt das Bundesland Vorarlberg auf der Liste des RKI. Vorarlberg liegt im Westen des Landes am Bodensee und grenzt an Bayern, die Schweiz und Liechtenstein. Neben Österreich hat es am Mittwochabend auch weitere Länder in Europa getroffen, darunter die Niederlande*, Dänemark und Frankreich*.

Auf der Pressekonferenz bezüglich der Corona-Maßnahmen im Winter-Tourismus äußerte sich Sebastian Kurz nochmals zu Einreisebeschränkungen anderer Länder.

Update, 17. September, 17 Uhr: Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle hat die Regierung in Österreich die Sozialkontakte nochmals drastisch eingeschränkt. Bei privaten Feiern und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind ab kommenden Montag nur noch zehn Teilnehmer erlaubt, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz heute mitteilte. In Restaurants müssen auch Gäste künftig eine Schutzmaske tragen. Lediglich wenn sie an ihrem Tisch sitzen, dürfen sie diese abnehmen. Auch auf Märkten und Messen soll ab Montag eine allgemeine Maskenpflicht gelten - auch, wenn diese im Freien stattfinden. Alles, was Freude mache, sei „ein Ort der Ansteckung“, sagte Kurz. Es handele sich „um Einschränkungen, die wehtun, aber notwendig sind, um einen zweiten Lockdown hoffentlich zu verhindern“, warb Kurz um Verständnis. Ein zweiter Lockdown hätte „katastrophale Folgen“. Dies müsse unbedingt verhindert werden.

Update, 16. September, 20.34 Uhr: Wien ist Risikogebiet, das Auswärtige Amt warnt vor „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ in die Hauptstadt von Österreich. Für deutsche Urlauber bedeutet die Rückkehr aus einem Risikogebiet einen Corona-Pflichttest und gegebenenfalls auch Quarantäne, bis ein negatives Testergebnis vorliegt. Eine Reisewarnung ist zwar kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen für Pauschalreisen kostenlos zu stornieren. Vor allem private Feiern sind nach Ansicht von Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) für die anhaltend hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen in der gesamten Alpenrepublik verantwortlich. Das Land befinde sich in einer entscheidenden Phase, sagte Anschober am Mittwoch.

Die neue Einschätzung aus Berlin ein heftiger Schlag für den für Wien wichtigen und ohnehin angeschlagenen Stadttourismus. Die deutsche Reisewarnung verschärfe die Situation für den Wiener Tourismus noch weiter, sagte Susanne Kraus-Winkler, die Vertreterin der Hotellerie in der österreichischen Wirtschaftskammer. „Viele Unternehmerinnen und Unternehmer sind einfach nur mehr verzweifelt und überlegen, ihre Betriebe wieder komplett zuzusperren“, sagte sie einer Mitteilung zufolge. Als Folge der Corona-Krise hatte beispielsweise das Traditionshotel Sacher am Dienstag an seinen Standorten in Wien und Salzburg 140 Mitarbeitern gekündigt.

Corona in Österreich: Wien jetzt Risikogebiet - hohe Infektionszahlen

Update, 16. September, 19.23 Uhr: Jetzt ist es geschehen: Die Bundesregierung hat Wien zum Risikogebiet erklärt. Das RKI veröffentlichte heute eine aktualisierte Liste mit Corona-Risikogebieten. In der Hauptstadt von Österreich waren die Zahlen der Corona-Neuinfektionen zuletzt dramatisch gestiegen. Meist folgt kurz nach der Einstufung als Risikogebiet eine entsprechende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Wien - Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus lag in Österreich zuletzt nach einem erneuten Sprung so hoch wie Ende März. Die Behörden meldeten am Samstag (12. September) 869 neue Fälle seit dem Vortag, nachdem zuletzt am Donnerstag ein Rekord-Wiederanstieg von 664 Neuinfektionen erreicht worden war. Noch eine Woche zuvor hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Corona in Österreich: Hauptstadt Wien besonders stark betroffen - Reisewarnung?

Besonders betroffen ist Wien, berichtet wa.de*. Mehr als die Hälfte der Neuinfektionen werden meist in der Hauptstadt registriert. Laut der Kronen Zeitung prüfe das Auswärtige Amt in Deutschland derzeit eine Reisewarnung für Wien. Dies habe die Zeitung aus „gut informierten Kreisen“ erfahren. Zuvor hatte schon die Schweiz die Stadt als Corona-Risikogebiet ausgewiesen. Laut der Kronen Zeitung solle vom Auswärtigen Amt sogar geprüft werden, ob die Reisewarnung nicht ganz Österreich betreffen solle.

Corona in Österreich: Lage laut Kanzler Kurz „sehr ernst“

Anfang September hat die Regierung im Nachbarland bereits neue Maßnahmen verkündet. Ab Montag, 14. September, muss in allen Geschäften, in öffentlichen Gebäuden und in Schulen außerhalb der Klassenräume ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag mitteilte. Bisher galt in Österreich nur in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht. Kurz kündigte zudem deutliche Einschränkungen für Großveranstaltungen an. Bei Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen werden in Innenräumen nur noch 1500 und im Freien 3000 Zuschauer zugelassen. In der Gastronomie dürfen Speisen und Getränke nur noch am Tisch serviert werden, Kellner müssen eine Maske tragen.

Die Lage sei wieder „sehr ernst“, begründete Kurz die landesweit verschärften Maßnahmen. In Österreich werden derzeit die höchsten Infektionszahlen seit dem Lockdown im Frühjahr verzeichnet. Am Freitag wurden 580 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet, davon fast die Hälfte in Wien. Insgesamt hat Österreich bislang 31.827 Infektions- und 750 Todesfälle verzeichnet.

Skiurlaub in Österreich: Kein Après-Ski in gewohnter Form

Trotz der Corona-Krise will Österreich übrigens die Skigebiete im kommenden Winter offenhalten. Das war zumindest die Ansage Anfang September vor dem enormen Wiederanstieg der Infektionszahlen. „Wir müssen in allen Bereichen unseres Lebens versuchen, ein so normales Leben wie möglich zu führen“, betonte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bei einem Besuch in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. „Wintertourismus und Skifahren wird möglich sein.“

Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, sieht die Corona-Lage in seinem Land sehr ernst.

Mit Blick auf die Skisaison verwies Kurz darauf, dass der Tourismus ein großer Wirtschaftsfaktor in Österreich sei. Es gehe um sehr viele Arbeitsplätze. Ein Konzept werde derzeit ausgearbeitet, sagte Kurz. Details nannte er nicht. Zugleich betonte er, dass es Après-Ski in der gewohnten Form nicht geben werde. Bei Partys im Skiort Ischgl hatten sich viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Virus angesteckt.

Deutsches Nationalteam der Amateurboxer infiziert sich in Österreich

Das komplette deutsche Nationalteam der Amateurboxer hat sich im Trainingslager im österreichischen Längenfeld bei Sölden mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen sind 18 Sportler sowie sieben Trainer und Betreuer. „Glücklicherweise gibt es keinen ernsten Fall. Einige hatten leichte Symptome wie Halsschmerzen, andere gar nichts“, sagte Sportdirektor Michael Müller der dpa.

Nach 14-tägiger Quarantäne dürfen die Sportler und Betreuer wieder in die Heimat reisen. Das wird gestaffelt über mehrere Tage geschehen, weil Tests und Auswertungen an mehreren Tagen vorgenommen wurden. Schon Tage vor der Anreise hatten sich die Teammitglieder zwei Tests unterziehen müssen. Beide Male hatte es ausnahmslos negative Ergebnisse gegeben.

Die Sportler sollen nach Rückkehr in die Heimat an den Olympia- und Bundesstützpunkten gründlich untersucht werden, bevor sie ihre Vorbereitung auf den internationalen Cologne Cup (14. bis 18. Oktober) fortsetzen dürfen. Derzeit absolvieren alle Boxer lockeres Training im Mannschaftshotel in Österreich, weil keiner über Symptome klagt. Das Gesundheitsamt Tirol betreut das Team und verfolgt Kontaktketten. (mit dpa-Material)

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat am 13. September erneut einen Rekord an neu gemeldeten Corona-Fällen innerhalb eines Tages registriert. Spanien ist in Europa aktuell das am stärksten betroffene Land mit rund 12.000 Neuinfektionen binnen eines Tages. Auch in Frankreich schießen die Zahlen wieder in die Höhe. Angesichts der massiv steigenden Corona-Infektionszahlen in Frankreich verschärfen zwei besonders betroffene Ballungsräume die Maßnahmen.  - wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Jakob Gruber/APA/dpa

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