Schatten eines Skilifts im Schnee an der Zugspitze.
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Betreiber fürchten aufgrund der strengen Corona-Maßnahmen in Bayern eine schwierige Skisaison.

Corona-Maßnahmen

2G+ in Seilbahnen sorgt für Entsetzen: Skisaison in Bayern auf der Kippe?

  • Franziska Kaindl
    VonFranziska Kaindl
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Könnte die Skisaison 2021 wie im letzten Jahr ins Wasser fallen? Die aktuellen 2G+-Regeln in Bayern lassen Betreiber zumindest in eine düstere Zukunft blicken.

Vor Kurzem hat das bayerische Kabinett die 2G+-Regel für Freizeiteinrichtungen beschlossen. Damit dürfen auch Seilbahnen vorerst nur noch von Geimpften und Genesenen mit zusätzlichem Corona-Test* betreten. Obendrein sind mit der Anordnung auch die Kapazitäten auf maximal 25 Prozent der Fahrgäste beschränkt. Für die Seilbahnbetreiber ist das ein „Schlag ins Gesicht“, wie der stellvertretende Vorstand des Verbands Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS), Peter Lorenz, laut Bayerischen Rundfunk (BR) auf einer Pressekonferenz erklärte. Die Vorstandsriege hält es für fraglich, ob eine Skisaison unter diesen Bedingungen überhaupt stattfinden kann.

„Das ist ein Lockdown für uns“: Verband fürchtet um Skisaison 2021/22

„Ein wirtschaftlicher Betrieb ist damit nicht mehr möglich“, sagte VDS-Präsident Matthias Stauch zu den Maßnahmen. Es fehle an Personal, um die Gäste vor Ort zu testen, außerdem sei der logistische Aufwand für die Unternehmen, bei denen es sich oft um kleinere Familienbetriebe handle, nicht zu stemmen. Zudem stünden die Testkapazitäten gar nicht zur Verfügung. „Das ist ein Lockdown für uns, nichts anderes“, erklärt auch Lorenz. „Aus unserer Sicht sind diese Maßnahmen absolut unverhältnismäßig. Wir fordern von der Politik, Skibetrieb unter 2G-Bedingungen zu ermöglichen, denn sonst fahren Wintersportler stattdessen nach Österreich zum Skifahren.“

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Denn während in Bayern derzeit 2G+ herrscht, wollen in Österreich schon bald wieder Skigebiete in die Wintersaison starten – trotz Lockdown, der aktuell bis zum 12. Dezember gilt. Hier soll ein Besuch im Rahmen der 2G-Regel möglich sein. Lokale müssen allerdings geschlossen bleiben. Trotzdem verzeichnet auch die Reisebranche in Österreich viele Stornierungen aufgrund der dramatischen Corona-Lage im Land.

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Bei Schließung von Skigebieten: Droht Wiederholung aus dem letzten Jahr?

In Bayern hingegen hat bisher nur an der Zugspitze die Skisaison begonnen. „Das hat auch sehr gut geklappt mit der 2G-Regel“, berichtete Stauch. Nun müssten aber auch Geimpfte abgewiesen werden, wenn sie keinen Test haben. Ob der Skibetrieb noch länger aufrechterhalten werden kann, müsse besprochen werden. Zudem fürchte man, dass es so laufen könnte wie im letzten Jahr, als Skiurlauber trotz geschlossener Seilbahnen und Pisten in die Skiregionen strömten und dabei keine Rücksicht auf die Corona-Regeln nahmen. Daher sei aus Sicht des Verbandes unbedingt nötig, durch geöffnete Seilbahnen und Schlepplifte für einen kontrollierten Ablauf zu sorgen, wie unter anderem laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) es heißt. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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