Mit den Tipps für Anfänger wird die Camping-Reise ein Erfolg.
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Mit den Tipps für Anfänger wird die Camping-Reise ein Erfolg.

Trend in Corona-Krise

Urlaub mit Zelt oder Wohnwagen: Praktische Tipps und Tricks für Camping-Anfänger

  • Carolin Eberth
    VonCarolin Eberth
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Camping liegt momentan im Trend. Doch wer draußen im Zelt oder im Wohnwagen übernachten will, sollte ein paar Punkte beachten.

Frankfurt – Viele Menschen setzen in der Corona-Pandemie auf Urlaub in den mobilen vier Wänden. Und so boomt der Urlaub vor allem in der eigenen Heimat. Ein paar schöne Tage auf dem Campingplatz stehen hoch im Kurs. Doch was müssen Neulinge dabei alles beachten?

Für unerfahrene Einsteiger kann es hilfreich sein, die Ausstattung bereits vor dem ersten Campingtrip zu testen und sich langsam damit anzufreunden. Sei es eine Nacht im Schlafsack, der Probe-Aufbau des Zelts im Garten oder auch das Üben des Rückwärtseinparkens mit dem Wohnwagen – fühlen Sie sich langsam in Ihre neue Rolle als Camper ein. So können nicht nur böse Überraschungen vermieden werden, sondern bei Fehlkäufen können Sie auch noch rechtzeitig Alternativen besorgen.

Auch Gebissreiniger kann im Camping-Urlaub helfen

Wer mit einem Wohnwagen unterwegs ist, der mit einem Wassertank für die Spüle und das Toiletten-Waschbecken ausgestattet ist, wird früher oder später einen unangenehmen Geruch bemerken: Je länger das Grauwasser (so nennt sich das Abwasser) steht und nicht entleert wird, desto mehr fängt es an zu riechen. Das Einfachste wäre also, das Grauwasser regelmäßig zu entsorgen, an den dafür ausgelegten Stellen.

Doch wenn es schon riecht, dann hilft Gebissreiniger. Entweder kann flüssiger Reiniger genommen werden oder man löst Tabletten in warmen Wasser direkt im Waschbecken und in der Spüle auf. Danach wird das Wasser abgelassen und nochmal nachgespült.

Frischwassertank nicht voll machen: Caming-Fahrzeug sonst zu schwer

Der Frischwassertank muss nur bis zu einem Drittel maximal halb voll getankt werden. Ungefähr 20 bis 40 Liter genügen für Händewaschen und Klogänge unterwegs. Denn je mehr Liter Wasser sich im Behälter befinden, desto mehr Gewicht hat das Fahrzeug. Das Fahrverhalten ändert sich dadurch und auch der Spritverbrauch steigt mit jedem Kilo.

Abfluss verstopft im Wohnwagen schneller als Zuhause

Bei Wohnmobilen sind die Abwasserleitungen dünner als Zuhause, daher verstopfen sie auch schneller. Kaffeepulver aus der French Press oder Nudelwasser (wegen der aufgelösten Stärke und des Öls) sollten nicht in den Abfluss gegossen werden. Auch feste Seife ist ein Rohrverstopfer, lieber im Fahrzeug flüssige Seife nutzen.

Duschen ohne Dusche im Camping-Urlaub

Mit dem Zelt unterwegs und Lust auf eine Dusche? Kein Problem! Einfach Wasser in eine leere Plastiktüte oder in einen Müllbeutel füllen und an einen Ast hängen. Dann mit einer Gabel einige Löcher hineinstechen, fertig ist die Einwegdusche.

Trockene Klamotten für alle Fälle im Camping-Urlaub

Man sollte ein komplettes Outfit in einem wasserfesten Beutel aufbewahren, wenn man im Zelt campt. Bei Regen hat man auf diese Weise trockene Kleidung zum Anziehen. Auch wenn es mal so stürmt und schüttet, dass der normale Rucksack schwer zu sichern ist.

Mückenfrei im Camping-Urlaub

Mücken halten sich gern dort auf, wo sie Wasser finden. Deshalb ist es besonders ratsam, stehendes Wasser so gut es geht zu vermeiden – egal ob in Gießkannen, Planschbecken oder ähnlichen Gefäßen. Um Mücken zu vertreiben, kann man Salbei in einer feuerfesten Schale verbrennen oder atherische Öle verwenden. Sie sind die natürlichste Wunderwaffe im Kampf gegen Mücken. Man kann die verdünnten Tropfen entweder direkt auf die Haut auftragen oder auch mit einem Teelicht verdunsten.

Wildcampen - ist das überhaupt erlaubt?

Generell ist das Wildcampen in Deutschland nicht gestattet. Natur- und Waldschutzgesetze gestatten meist das Betreten und Verweilen in der freien Natur, geben aber keine ausdrückliche Erlaubnis zum Übernachten. Absolute No-Go-Zonen sind hierbei Naturschutzgebiete und Privatgelände.

Wird man hier erwischt, drohen einem saftige Strafen und Anzeigen. Es besteht allerdings jederzeit die Möglichkeit, sich eine Übernachtungserlaubnis bei der zuständigen Behörde, dem Förster oder Eigentümer eines Grundstücks einzuholen.

Camping Tipps für die erste Nacht

  • Ort: Die erste Übernachtung sollte auf einem Campingplatz sein: Falls in der ersten Nacht etwas schief gehen sollte, gibt es auf Campingplätzen viele erfahrene Helfer.
  • Parken oder zelten Sie nicht am schönsten Sonnenplätzchen – das Wohnmobil ist am Ende des Tages sonst so aufgeheizt, dass Sie nicht schlafen können. Ebenfalls nicht immer zu empfehlen, ist die Wahl einer der Stellplätze direkt an den Sanitäranlagen. 
  • Mückenspray rettet so manchen Sommerabend, ob im Zelt oder auf dem Campingstuhl vor dem Wohnwagen.
  • Badelatschen sind das A und O eines glücklichen Campers.
  • Waschen: Nehmen Sie auch Münzen mit: Die brauchen Sie für die Duschen, Waschmaschinen und Strom.
  • Sitzen: Packen Sie Campingstühle ein.
  • Essen: Wenn der erste Camping-Ausflug Sie stresst, gönnen Sie sich ein Abendessen im Restaurant. Alle anderen packen Gas, Kochgeschirr, Essen, Gewürze, Teller und Besteck ein, außerdem Spüli und ein Handtuch zum Geschirrspülen.

Die Fahrzeugwahl für den Camping-Urlaub: Wohnwagen oder Wohnmobil?

Am Anfang steht die Frage: Möchte man lieber einen Caravan hinter dem Auto herziehen oder ein Reisemobil steuern? Doch für diejenigen, die kein eigenes Auto haben, das einen Anhänger ziehen kann, ist die Frage schnell beantwortet: Dann ist das Wohnmobil die bessere Alternative. Wohnwagen sind zwar günstiger als vergleichbare Camping-Mobile, aber in der Regel nur, wenn Anschaffungs- und Unterhaltskosten des Autos nicht mitgerechnet werden.

Mit einem Auto, das am Urlaubsort vom Wohnwagen abgekoppelt werden kann, ist man mobiler, aber während des Aufenthalts ist eine Fahrerkabine direkt im Wohnraum meist komfortabler. Doch für die erste Camping-Reise muss kein Reisemobil gekauft werden - sie können gemietet werden. So können Neulinge in Ruhe ausprobieren, welcher „Camping-Typ“ ihnen am besten gefällt.

Camping liegt im Trend: Knapp 80.000 Wohnmobile 2020 neu zugelassen

Die Corona-Pandemie hat den Trend zum Campen verstärkt: 2020 wurden mehr als 100.000 neue Freizeitfahrzeuge zugelassen, wie der TÜV Nord mitteilte. 78.055 Wohnmobile und 29.148 Wohnwagen bildeten einen neuen Höchstwert an Neuzulassungen. Bei den Wohnmobilen liege das Wachstum bei 44,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das Interesse an regionalen, naturnahen, nachhaltigen und individuellen Reisen sei sichtbar gestiegen, sagte Julian Klüß von TÜV Nord. Durch die Pandemie sei das Interesse vor allem bei den jüngeren Menschen gestiegen.

Die Geschichte der Wohnmobile: Camping gibt es nicht erst seit der Corona-Pandemie

Die Leidenschaft des Campings nahm ihren Anfang in Großbritannien im 19. Jahrhundert. Damals galt das Reisen im Wohnmobil als Vergnügen der besseren Gesellschaft. Die feinen Leute nahmen auch ihr Personal mit, um sich im Campingurlaub bedienen zu lassen.

In Deutschland machte Arist Dethleffs aus dem Allgäu Anfang der 1930er Jahre das mobile Zuhause salonfähig. Ein Einzelstück, das er für seine Familie fertigen ließ, stieß auf großes Interesse - und Dethleffs, in dessen Fabrik eigentlich Peitschen und Skistöcke hergestellt wurden, begann für seine Kunden Wohnwagen zu bauen. In den 1950er und 1960er Jahren ermöglichte Camping vielen Deutschen einen erschwinglichen Urlaub in Italien. (Carolin Eberth mit dpa)

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