Reisebüro-Angestellter mit einer Kundin.
+
Pauschalreisen sind bei Urlaubern besonders beliebt – aber was hat es mit dem Sicherungsschein auf sich?

Infos für Reisende

Was bringt der Sicherungsschein bei der Buchung einer Pauschalreise?

Bei jeder Buchung einer Pauschalreise erhalten Sie einen Sicherungsschein. Aber welchen Zweck erfüllt dieser eigentlich?

Reiseveranstalter sind seit 1994 gesetzlich dazu verpflichtet, bei Pauschalreisen* einen Reisesicherungsschein auszustellen. Dieser ist nicht mit der Reiserücktrittsversicherung zu verwechseln. Mit letzterer erhalten Urlauber die Kosten für Buchungen zurück, wenn sie ihre Reise aus privaten Gründen stornieren müssen. Der Sicherungsschein dient derweil zum Schutz für den Fall, dass der Reiseanbieter zahlungsunfähig wird. Somit handelt es sich um eine Insolvenzabsicherung, bei der die Versicherungen die vom Kunden bereits bezahlten Preise erstatten. Den Sicherungsschein müssen die Reiseanbieter bei jeder Buchung einer Pauschalreise ausstellen. Sie erhalten diesen zusammen mit den restlichen Reiseunterlagen.

Reisesicherungsschein für Pauschalreisen: Diese Angaben enthält er

Auf dem Sicherungsschein finden Sie folgende Informationen:

  • Namen des Reiseveranstalters
  • Nummer des Sicherungsscheins
  • Versicherer
  • Geltungszeitraum

Lesen Sie auch: Wie sicher sind Pauschalreisen wirklich?

Sicherungsschein für Pauschalreisen: Diese Kosten werden übernommen

Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass der Reiseanbieter zahlungsunfähig wird und zusätzliche Kosten entstehen, garantiert der Sicherungsschein, dass die jeweilige Versicherung diese übernimmt. Das kann ein neues Flugticket für die Rückreise sein oder zusätzliche Übernachtungen in der Unterkunft. Bei einer Pauschalreise empfiehlt es sich daher immer, den Sicherungsschein zusammen mit den Reiseunterlagen mitzunehmen.

Das Geld wird allerdings nur erstattet, wenn das Insolvenzverfahren bereits geöffnet wurde. Wenn einem Anbieter bis dato nur eine Insolvenz droht, wird der Reisevertrag aufrechterhalten.

Was der Sicherungsschein nicht absichert

Der Sicherungsschein wird nur Pauschalreisen ausgestellt und greift somit bei einem Urlaubspaket bestehend aus Flug und Unterkunft. Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen, bei denen Veranstalter keinen Sicherungsschein bereitstellen:

  • wenn der Anbieter nur gelegentlich und in nicht gewerblicher Form Reisen veranstaltet (z.B. Sportvereine) oder wenn die Reise durch öffentliche Hand erfolgt (z.B. Klassenfahrten mit der Schule)
  • wenn es sich um eine Reise handelt, die nicht länger als 24 Stunden dauert,
  • wenn es eine Reise ist, die günstiger ist als 75 Euro.

Auch interessant: Was ist besser: Pauschalreise oder Individualreise?

Echtheit des Sicherungsscheins überprüfen

Es gab einige Fälle, bei denen Reiseanbieter keine echten Sicherungsscheine ausstellten, da sie die Kosten für die Versicherung vermeiden wollten. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Reisende sich vor Urlaubsantritt mit der angegebenen Versicherung in Verbindung setzen und die angegebene Sicherungs- beziehungsweise Police-Nummer überprüfen lassen. (ök)

Auch interessant: Reise umbuchen: Wie oft kann ich meine Pauschalreise verschieben?

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare