Schaeferhund Corona Haustier USA Forschung
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Ein Schäferhund war das erste Haustier, bei dem in den USA Corona nachgewiesen wurde. Jetzt ist „Buddy“ gestorben. (Symbolbild)

Aufseherregender Fall

Was bedeutet Corona bei Menschen für Hund und Katze?

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Schäferhund „Buddy“ starb qualvoll nach einer Corona-Infektion. Auch sein Herrchen war infiziert. Von dem Fall erhoffen sich Forscher wichtige neue Einblicke.

  • Der erste Hund, bei dem Corona festgestellt wurde, ist tot.
  • „Buddy“ litt rund drei Monate an der Krankheit und hatte sich womöglich bei seinem Herrchen angesteckt.
  • Der Tod des Hundes nach einer Corona-Infektion in den USA könnte wichtige Informationen für die weitere Forschung liefern.

Frankfurt/New York - Buddy, der erste Hund mit nachgewiesener Corona-Infektion in den USA, ist tot. Er musste am 11. Juli eingeschläfert werden. Natasha Daly hat seine Geschichte aufgeschrieben - und sie könnte ein wichtiger Baustein für das Verständnis von Covid-19 bei Haustieren wie Hund und Katze sein.

Hund mit Corona-Infektion stirbt: Auch Besitzer war mit dem Virus infiziert

Als der Hund Buddy, der vorher nie krank gewesen war, im April dicken Schleim in seiner Nase entwickelte und Probleme beim Atmen bekam, war noch unklar, was auf ihn zukommen würde. Allerdings hatte Robert Mahoney, der Besitzer von Buddy, bereits eine Ahnung, dass sein deutscher Schäferhund an Covid-19 erkrankt sein könnte, wie er dem Magazin National Geographic schildert. Denn Mahoney hatte bereits selbst drei Wochen an dem Coronavirus gelitten.

„Ohne den Schatten eines Zweifels dachte ich, Buddy sei positiv“, erinnert sich Mahoney, nachdem er sein Testergebnis erhalten hatte. Dass das Coronavirus für Tiere gefährlich sein kann, war bereits zuvor bekannt. Allerdings war es nicht einfach, einen Tierarzt zu finden, der den Hund auf Corona testen konnte. Eine Test-Pflicht für Haustiere auf das Coronavirus gibt es in den USA nicht. Aufgrund der Pandemie waren viele Praxen geschlossen. Eine lokale Tierklinik verschrieb Buddy dann per Telefon Antibiotika.

Corona beim Hund: Erst dritter Arzt testete Buddy

Aber der Zustand vom Familien-Hund verbesserte sich nicht, vielmehr verlor er seinen Appetit und hatte weiterhin Atemprobleme. Also durfte die 13-jährige Tochter von Robert Mahoney, Julianna, Buddy zum Arzt bringen. Mehrere Ärzte untersuchten den Hund, erst bei der dritten Anlaufstelle wurde der Hund auf Corona getestet - und war positiv. Das war der erste Fall eines positiv auf Corona getesten Hundes in den USA.

Geholfen werden konnte Hund Buddy allerdings nicht mehr. Seine Gesundheit verschlechterte sich weiter. Sein Atem klang „wie ein Güterzug“, sagte seine Besitzerin Allison Mahoney. Immer wieder kam der Hund zum Tierarzt und auch wenn das Coronavirus nicht mehr in seinem Blut war, es schien einen bleibenden Einfluss auf sein Immunsystem gehabt zu haben. Den Ärzten bleibt nichts anderes übrig, als Buddys Symptome zu bekämpfen.

Covid-19 beim Hund: Nicht nur Corona Schuld am Tod des Hundes

Am Morgen des 11. Juli fand ihn seine Besitzerin in der Küche. Ihr Hund spuckte Blut. „Es sah aus, als kämen seine Innereien zum Vorschein. Er hatte es überall. Es kam aus seiner Nase und seinem Maul“, erinnert sich Allison Mahoney. Beim Tierartz wurde klar: Für Buddy gibt es keine Chance mehr, er muss eingeschläfert werden.

Eigentlich hätte der Hund nach seinem Tod einer Autopsie unterzogen werden sollen, aber da war er bereits eingeäschert. Der Tierarzt hatte allerdings Blut abgenommen. Eine Untersuchung zeigte: Buddy litt an Lymphknotenkrebs, was viele seiner Symptome erklären könnte.

Weitere Forschung zu Corona bei Haustieren erwartet

Dennoch könnte Buddys Tod dazu beitragen, die Wirkung des Coronavirus bei Haustieren wie Hund und Katze zu verstehen. Noch immer sind viele Fragen offen. Wirken sich Vorbedingungen bei Tieren auf die Krankheit aus? Ist wirklich sicher, dass Haustiere nicht zur Verbreitung des Coronavirus beitragen? In den nächsten Monaten sollen Forschungsergebnisse zu Buddys Fall veröffentlicht werden. Von Marcel Richters mit National Geographic / Natasha Daly

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