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Diese Bedürfnisse haben Katzen im Alter

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Katzen im Alter
Katzensenioren sollten einen ruhigen, weichen und warmen Platz haben, an dem sie schlafen und an den sie sich zurückziehen können. © Ina Fassbender/dpa-tmn

Mit der Zeit werden die Tiere ruhiger und ihr Bewegungsdrang nimmt ab. Ähnlich wie bei Menschen nimmt im Alter aber auch die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Erkrankungen zu. Wie Halter helfen können.

Bonn/Hankensbüttel - Katzen altern schleichend: Viele Tiere werden allmählich ruhiger und toben nicht mehr so wild. „Sie schlafen auch mehr“, sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Katzen werden oft um die 15 Jahre alt, teilweise können sie sogar ein Alter von 20 Jahren erreichen. Zu den Senioren zählt eine Katze ab einem Alter von etwa zehn bis zwölf Jahren.

Bei alten Katzen kann die Gelenkigkeit nachlassen. Viele Tiere springen zum Beispiel nicht mehr so hoch wie früher. „Manchmal putzen die Tiere sich auch nicht mehr am ganzen Körper“, sagt Schmitz. Das zeigt sich daran, dass schwer zugängliche Stellen leicht verfilzen - zum Beispiel das Fell am Schwanzansatz. „Oftmals lässt auch das Gehör nach, die Augen werden trüber und die Sehkraft lässt nach.“

Katzen im Alter
Bei Seniorenkatzen kann die frühere Beweglichkeit nachlassen. Dann können schwer zugängliche Stellen, etwa am Schwanzansatz, verfilzen. © Ina Fassbender/dpa-tmn

Typisch ist auch, dass Seniorkatzen weniger Muskelmasse besitzen und dafür vermehrt Fettgewebe aufbauen. Halter sollten deshalb das Futter an den Bedarf ihres Tieres anpassen: Übergewicht belastet die Tiere und kann dazu führen, dass eine Katze Probleme mit ihrem Bewegungsapparat entwickelt. Außerdem kann es die Lebenserwartung verkürzen. Schmitz rät dazu, hochwertiges, ausgewogenes und leichtverdauliches Futter zu wählen. Dabei kann auch ein Tierarzt helfen, der auf Ernährung spezialisiert ist.

Ganz ähnlich wie bei Menschen nimmt auch bei Katzen die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Krankheiten im Alter zu. Schmitz empfiehlt deshalb, die Tiere ab einem Alter von etwa elf Jahren mindestens einmal im Jahr, besser sogar zweimal, beim Tierarzt für eine Vorsorgeuntersuchung vorzustellen.

Krankheiten erkennen - bevor Symptome auftreten

„Idealerweise wird dann ein komplettes Blutbild gemacht, der Urin untersucht und gegebenenfalls auch der Blutdruck gemessen“, sagt Lea Schmitz. Dadurch lassen sich manche Krankheiten erkennen, noch bevor Symptome auftreten. Auch die Impfintervalle für alte Tiere sollten Halter mit ihrem Tierarzt besprechen.

Schmitz rät außerdem dazu, einmal in der Woche das Gewicht der Katze zu kontrollieren. Außerdem sollten Halter darauf achten, ob ihre Katze plötzlich viel mehr als sonst trinkt oder uriniert. Auch vermehrtes Erbrechen, Atembeschwerden, Änderungen im Verhalten und die Beschaffenheit des Kots sollten Halter im Blick haben. „Wenn es hier zu Abweichungen kommt, sollte man den Tierarzt kontaktieren.“

Typische Erkrankungen, die bei Katzen im Alter auftreten und bei denen eine Früherkennung wichtig ist, sind zum Beispiel Nierenkrankheiten, Zahnprobleme, Tumore, Herzerkrankungen, Erkrankungen der Gelenke, der Geschlechtsorgane und der Schilddrüse oder auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes.

Angelegte Ohren oder stumpfes Fell als Schmerz-Indiz

„Immer wieder kommt es leider vor, dass Halter erst spät erkennen, dass ihr Tier Schmerzen hat“, sagt Svenja Joswig, die in Gifhorn als Tierärztin arbeitet und sich auf Altersmedizin bei Haustieren spezialisiert hat. Katzen legen bei Schmerzen oft die Ohren an, haben ein stumpfes Fell und halten den Kopf tief. „Oft kneifen sie auch die Augen zusammen und haben verengte oder stark geweitete Pupillen“, sagt Joswig. „Viele Katzen springen auch weniger, etwa auf den Kratzbaum, das Fensterbrett oder das Sofa.“

Katzen im Alter
Katzenhaltern wird empfohlen, ihr Tier ab einem Alter von etwa elf Jahren mindestens einmal im Jahr, besser sogar zweimal, beim Tierarzt für eine Vorsorgeuntersuchung vorzustellen. © Ina Fassbender/dpa-tmn

Eine kauernde Haltung kann ebenfalls darauf hindeuten, dass es einer Katze nicht gut geht. Halter sollten außerdem aufmerksam werden, wenn ihr Tier eine ungewohnte Position einnimmt. „Katzen liegen gern auf der schmerzenden Körperseite“, sagt die Tierärztin. Auch eine ungewohnt aggressive Katze hat womöglich Schmerzen. Manche Tiere werden dann auch ruhelos, andere zittern oder ziehen sich zurück.

„Uns stehen zum Glück viele Möglichkeiten zur Verfügung, um Schmerzen in den Griff zu bekommen“, sagt die Tierärztin. Welche Behandlung sinnvoll ist, sollte immer der behandelnde Tierarzt oder gegebenenfalls ein Schmerzspezialist entscheiden.

Erhöhter Fressplatz und Nachtlicht für Seniorkatze

Wie die Umgebung gestaltet ist, hat außerdem einen großen Einfluss auf die Lebensqualität einer Seniorkatze. „Wenn eine Katze Probleme mit den Gelenken hat, sollte man eine Katzentoilette wählen, die einen niedrigen Einstieg hat“, rät Joswig. Bei Schmerzen kann es außerdem sinnvoll sein, Futter und Wasser an einem erhöhten Fressplatz anzubieten.

Insbesondere alte Tiere sollten außerdem einen ruhigen, weichen und warmen Platz haben, an dem sie schlafen und an den sie sich zurückziehen können. „Für manche Katzen ist es zur Orientierung auch hilfreich, wenn in den Räumen ein kleines Nachtlicht brennt“, sagt die Tierärztin. Darüber hinaus können Alltagsgeräusche manchen Katzen im Alter viel Sicherheit geben. „Deshalb rate ich manchmal dazu, nachts ein Radio laufen zu lassen.“

Zur Lebensqualität gehört bei vielen Katzen auch der Freigang. Doch ähnlich wie Menschen können die Tiere im Alter dement werden und dann Schwierigkeiten bekommen, sich zu orientieren und wieder nach Hause zu finden. „Es ist immer eine Abwägung, ob man die Tiere dann trotzdem weiter nach draußen lässt oder lieber im Haus behält“, sagt Joswig.

In vielen Fällen kann es helfen, den Radius zu reduzieren: Wer einen Garten hat, kann ihn zum Beispiel so einzäunen, dass das Tier ihn möglichst nicht verlassen kann. Sollte eine Katze trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch einmal entwischen und sich verirren, lässt sich ein gechiptes und registriertes Tier seinen Haltern bei einem Fund schnell zuordnen. dpa

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