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Ein langes Fell kann praktisch sein. In der Hitze des Sommers ist es für viele Tiere gefährlich.

Sommer

Haustiere wie Hunde und Katzen vor Hitze schützen - So klappt es

Auch Hunde, Katzen und andere Haustiere leiden unter der großen Hitze. Für alle Tierhalter ist es wichtig zu wissen, was jetzt zu tun ist.

  • Vielen Haustieren, auch Hunden und Katzen, macht die Hitze zu schaffen.
  • Nicht alle Tiere sind gleich betroffen.
  • Wir geben Tipps, was den tierischen Mitbewohnern bei Hitze hilft.

Frankfurt - Der Frankfurter Zoo bietet seinen Tieren aufgrund der aktuellen Hitze gerne einmal eine Abkühlung. Ob gefrorenes Wasser mit Ziegenblut oder mit Fruchtstücken – ab August können sich einige Tiere samstags um die Mittagszeit über kalte Leckereien freuen. Die junge Brillenbärin Suyana macht sich gern über das gefrorene Obst und Gemüse her. Denn wie die Menschen haben auch einige Tiere mit den hohen Temperaturen dieses Sommers zu kämpfen.

Auch für Tiere im Wasser kann Hitze gefährlich sein

Besonders gefährlich kann es für Wasserbewohner werden. Hans Jürgen Lungwitz vom Frankfurter Fischereiverein gesteht: „Ich mache mir wirklich Sorgen um die Fische.“ Denn: Gestern, 13 Uhr, wurden am Main (Osthafen) 26,2 Grad Wassertemperatur gemessen. Die Daten von Nidda und Eschbach lagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor, aber Lungwitz schätzte sie auch nicht als wesentlich kühler ein. „Das Problem ist: Je wärmer das Wasser, umso weniger Sauerstoff kann es aufnehmen.“

Die letzte Messung hatte sechs Milligramm pro Liter Wasser ergeben. „Das ist nicht viel, normal ist acht bis neun.“ Für die Fische sei es kurz vor einer bedrohlichen Situation, schätzt Lungwitz. Forellen etwa brauchen mindestens 5,5 Milligramm, robustere Tiere wie die Karpfen vier Milligramm pro Liter. Lungwitz fürchtet, schon bald tote Fische aus der Nidda, dem Eschbach oder den Teichen der Stadt ziehen zu müssen. „Ich habe so etwas zuletzt 2003 erlebt, beim Jahrhundertsommer. Da hat die Feuerwehr auf unseren Wunsch mehrere Tage Sauerstoff in den Rebstockweiher gepumpt.“ Zuvor waren die Krebse aus dem Teich geflohen.

Tiere vor Hitze schützen: Nur kurz Gassi gehen

Auch Haustieren macht die Sommerhitze zu schaffen. Im Tierheim Frankfurt dürfen deshalb keine Besucher zu den Hunden. „Es ist im Moment zu gefährlich, weil die Hunde durch den Besuch so aufdrehen“, sagt Tierpflegerin Lisa Baumruck. Soll ein Tier vermittelt werden, wird es den potenziellen neuen Besitzern an einem schattigen, ruhigen Platz vorgestellt. Auch für Zuhause rät Baumruck den Hundehaltern zur Vorsicht: Auf Fahrradfahrten mit dem Hund sollten sie bei den hohen Temperaturen unbedingt verzichten, so Baumruck. Auch das Gassigehen sollte auf ein Minimum reduziert werden. Die Hundepflegerin rät: „Legen Sie ihren Handrücken auf den Asphalt. Wenn sie selbst es nicht länger als fünf Sekunden aushalten, ist er für Hundepfoten zu heiß.“

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Tierärztin Liliana Heinrich von der Tierklinik Bockenheim rät dazu, das Bällchenspielen auf den frühen Morgen zu verschieben. Für eine kleine Abkühlung könne man im Garten ein Planschbecken für den Hund aufstellen. Bleiben Tiere länger allein zu Hause, sollte man auch in der Wohnung für angenehme Temperaturen sorgen. „Gerade in Dachgeschosswohnungen ist es wichtig, morgens zu lüften und dann die Rollläden geschlossen zu halten, damit es in der Wohnung kühl genug bleibt“, sagt die Tierärztin. Bestenfalls solle ein Nachbar nach dem Tier sehen, Wasser nachfülle und die Temperatur in der Wohnung im Auge behalten.

Größtes Problem ist die Hitze für kleine Tiere

Kleintiere wie Kaninchen oder Hamster haben bei Hitze die größten Probleme. Gerade, wenn sie in Holzhütten im Garten gehalten würden, sei die Gefahr eines Hitzschlags sehr hoch. „Am besten wäre es, die Tiere über diese heißen Tage in den Keller zu bringen“, rät Heinrich. Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann mit einem Trick zumindest für etwas Abkühlung sorgen: „Einfach eine Wasserflasche über Nacht in die Gefriertruhe und dann in ein Handtuch gewickelt in oder auf den Stall legen“, rät Liliana Heinrich Tierhaltern. Auch ein Ventilator vor dem Gehege könnte eine kleine Hilfe bieten.

Pferde dürfen bei Hitze nicht auf die Koppel

Für die Pferde in den Reitställen hat sich der Tagesablauf durch die Hitze deutlich verändert. Standen sie sonst den ganzen Tag über oder ab mittags auf der Koppel, müssen sie sich nun mit ein paar Stunden am frühen Morgen zufrieden geben. Die Betreiber des Kautenhofs (Riedberg) bringen die Pferde derzeit gar nicht mehr auf die Koppel. „Sie können aber immer aus den Boxen heraus und an die frische Luft gehen“, sagt Stallbesitzerin Martina Cornel. „So lange diese Hitzewelle anhält, bleiben unsere Koppeln geschlossen“, sagt sie. Weiterer Grund: „Es gibt gar kein Gras mehr dort“, so Cornel. Die Pferde drängten deshalb auch nicht wie sonst auf die Koppel.

Für einige Tiere ist die Hitze weniger problematisch

Weniger Probleme mit dem Wetter hätten hingegen die Katzen, berichtet Tierpflegerin Lisa Baumruck. Freigänger würden von sich aus nach schattigen Plätzen suchen und dürften deshalb auch jetzt noch hinaus. „Für Katzen, Wildtiere und Vögel sollte man draußen aber Wassertränken aufstellen“, sagt Baumruck. Diese müssten allerdings täglich gründlich gereinigt werden, damit sich keine gefährlichen Keime bilden können.

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