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Je mehr Menschen drumherum, desto eher nutzen Kinder in der Trotzphase die Situation als Bühne für Aufmerksamkeit.

Wie Trotzanfälle nicht eskalieren

Es hätte so schön sein können: der gemütliche Abend im Biergarten oder das Essen zu Hause mit der Familie. Wären da nicht die Kinder im besten Trotzphasenalter, die schreiend alles übertönen, über Tische und Bänke klettern oder sich theatralisch am Boden wälzen.

Es hätte so schön sein können: der gemütliche Abend im Biergarten oder das Essen zu Hause mit der Familie. Wären da nicht die Kinder im besten Trotzphasenalter, die schreiend alles übertönen, über Tische und Bänke klettern oder sich theatralisch am Boden wälzen.

Was Eltern in so einer Situation oft nur bleibt: das Kind kurz aus der Situation herausnehmen. „Die Bühne der Aufmerksamkeit verlassen”, nennt es Isabelle Dulleck. Die Pädagogin arbeitet bei der Online-Beratung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung.

Praktisch gesprochen heißt das: Kind auf den Arm nehmen und aus dem Zimmer oder Restaurant gehen. Außerhalb der Situation haben Eltern die Chance, ruhig und auf Augenhöhe mit dem Trotzkopf zu sprechen. Eventuell ist das Kind durch die vielen Eindrücke auch nur überreizt und benötigt ein wenig Ruhe. Drohungen wie „Wir gehen, wen du dich nicht benimmst” sind dagegen weniger hilfreich, weil sie selten in die Realität umgesetzt werden und die Eltern dadurch schnell unglaubwürdig wirken.

Allen deeskalierenden Strategien zum Trotz: Erwachsene sollten sich immer wieder vor Augen führen, dass kleinen Kindern zwischen zwei und vier Jahren nicht klar ist, was „benehmen” bedeutet. „Lange auf das Essen zu warten oder still am Tisch zu sitzen, ist außerdem nicht der normale Lebensraum für kleine Kinder”, sagt Dulleck.

(dpa)

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